Systematik

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Inhaltsverzeichnis

Nomenklatur der klassischen Systematik

Die Taxonomie in der Biologie basiert auf einer 1735 von Carl von Linné eingeführten Systematik, die Lebewesen entsprechend ihrer angenommenen Verwandtschaft klassifiziert. Die heute gültige Systematik basiert auf dem von Linné 1758 herausgegebenen Buch "Systema naturae".

Die darin unterschiedenen Kategorien, Gruppen oder Klassen werden als Taxon (Pl. Taxa) bezeichnet. Ein Lebewesen ist durch die binominale Nomenklatur wissenschaftlich eindeutigen zuzuordnen. Nach diesem Prinzip charakterisiert der erste Teil des Namens die Gattung, der zweite Teil (Epitheton) zusammen mit dem ersten die Art. Dabei ist das Epitheton nicht eindeutig und kann nie allein stehen. Üblicherweise werden zoologische Taxa in kursiver Schrift dargestellt. Eine Abkürzung der Gattung in einem Artnamen durch einen Buchstaben ist zulässig, wenn davor die Gattung einmal ausgeschrieben wurde (und somit für den Betrachter eindeutig ist).

Systematik

In der heutigen Systematik werden folgende Taxa unterschieden:

Domäne
 Reich (regnum)
  Unterreich (subregnum)
   Abteilung (divisio) (Botanik)
    Unterabteilung (subdivisio)
  Stammgruppe (superphylum) (Zoologie)
   Überstamm
    Stamm (phylum)
     Unterstamm (subphylum)
      Überklasse (superclassis)
       Reihe
        Klasse (classis)
         Unterklasse (subclassis)
          Überordnung (superordo)
           Ordnung (ordo)
            Unterordnung (subordo)
             Überfamilie (superfamilia)
              Familie (familia)
               Unterfamilie (subfamilia)
                Tribus(-ini)
                 Gattung (genus)
                  Untergattung (subgenus)
                   Art (species)
                    Unterart (subspecies bzw. Rasse) (subspecies, subsp., ssp.)
                     Varietät (Biologie), Zuchtform (variety, var., forma)

Als Haupttaxa werden in der Regel Domäne, Reich (regnum), Abteilung (diviso), Stamm (phylum), Klasse (classis), Ordnung (ordo), Familie (familia), Gattung (genus) und Art (species) angegeben. Aus ihren Anfangsbuchstaben setzt sich das gängige Merkwort "Draskofga" zusammen.

Moderne Systematiker lehnen im Sinne phylogenetischer Artbeschreibungen die Kategorisierung von Taxa ab. Dies begründet sich unter anderem damit, dass ohnehin nur für den Rang der Art überhaupt genauere Definitionen (im phylogenetischen Artkonzept umfasst eine Art demnach sämtliche Individuen einer Population, die sich auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen lassen. Das biologische Artkonzept nach Ernst Mayr beschreibt eine Art dagegen als Angehörige einer Fortpflanzungsgemeinschaft) und jede weitere Kategorisierung demnach je nach Systematiker einer gewissen Willkür unterliegt. Die moderne Literatur verzichtet daher heute darauf, mit Ausnahme der Art, ein Taxon mit einer Kategorie zu versehen. Nur in Ausnahmefällen wird dann noch von einem "Familien-Taxon" oder einem "Ordnungs-Taxon" gesprochen.

Beispiel Sibirischer Tiger (Panthera tigris altaica)

Domäne -
 Reich Animalia (echte Tiere)
  Unterreich Eumetazoa
    Unterabteilung Bilateria (Zweiseittiere)
  Stammgruppe -
   Überstamm -
    Stamm Chordata (Chordatiere)
     Unterstamm Vertebrata (Wirbeltiere)
      Überklasse Gnathostomata (Kiefermäuler)
       Reihe Tetrapoda (Vierbeiner)
        Klasse Mammalia (Säugetiere)
         Unterklasse Eutheria (Plazentatiere)
          Überordnung -
           Ordnung Carnivora (Raubtiere)
            Unterordnung Fissipedia (Landraubtiere)
             Überfamilie Feloidea (Katzen- und Hundeartige)
              Familie Felidae (Katzen)
               Unterfamilie Pantherinae (Großkatzen)
                Tribus -
                 Gattung Panthera (echte Großkatzen)
                  Untergattung -
                   Art P. tigris (Tiger)
                    Unterart (subspecies bzw. Rasse) P. t. altaica (sibirischer Tiger)
                     Varietät (Biologie), Zuchtform -

Anmerkungen

Die Abgrenzung der Taxa folgt den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird von einer botanischen und zoologischen Kommission überwacht. Dennoch lassen sich viele Arten nicht eindeutig zuordnen und ihre Klassifikation ist Gegenstand von Diskussionen. In historischen Zeiten kam es zudem zu Mehrfachbeschreibungen, was dazu führte, dass noch immer Synonyme mancher Arten verbreitet sind, obwohl es nur einen Artnamen geben dürfte.

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