Schwarzbäuchige Taufliege

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Schwarzbäuchige Taufliege
Männchen

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Deckelschlüpfer (Cyclorrhapha)
Familie: Taufliegen (Drosophilidae)
Unterfamilie: Drosophilinae
Gattung: Drosophila
Art: Schwarzbäuchige Taufliege
Wissenschaftlicher Name
Drosophila melanogaster
Meigen, 1830

Die Schwarzbäuchige Taufliege (Drosophila melanogaster), auch unter der Bezeichnung Schwarzbäuchige Fruchtfliege bekannt, zählt innerhalb der Familie der Taufliegen (Drosophilidae) zur Gattung Drosophila. Im Englischen wird die Schwarzbäuchige Taufliege common fruit fly oder vinegar fly genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schwarzbäuchige Taufliege erreicht eine Körperlänge von etwa etwa 3,0 Millimeter und eine Breite von etwa 2,0 Millimeter, wobei das Weibchen etwas größer ist als das Männchen. Wie alle Arten aus der Gattung Drosophila ist die Schwarzbäuchige Taufliege mit einem Chitinpanzer bedeckt, hat drei Körpersegmente und drei Paar segmentierte Beine. In der Regel weist die Schwarzbäuchige Taufliege eine gelbbraune Färbung auf. Des Weiteren hat sie einen runden Kopf mit großen roten Facettenaugen, daneben zeigen sich noch drei kleinere einfache Augen und kurze Fühler. Die Mundwerkzeuge sind für die Aufnahme von Flüssigkeiten optimal entwickelt. Auf der dorsalen Fläche des Bauches sind schwarze Streifen erkennbar. Ferner weisen die Männchen am hinteren Ende des Abdomens eine konzentrierte schwarze Pigmentierung auf. Am mittleren Segment der Brust befindet sich ein einziges Paar Flügel. Am letzten Segment des Thorax zeigt sich eine Reihe von rudimentären Flügeln, die wie knorrige Gleichgewichtsorgane aussehen. Diese zu sogenannten Schwingkölbchen reduzierten Flügel werden als Halteren bezeichnet. Die Schwarzbäuchige Taufliege durchläuft eine vollständige Metamorphose. Dabei wandelt sich das Tier von einer Larve (Larva) zu einer unbeweglichen Puppe (Pupa) und schlüpft daraus als adultes Tier (vollständige Metamorphose). Die Larven sind winzige segmentierte, fußlose weiße Maden. Der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab.

Lebensweise

Schwarzbäuchige Taufliege - Weibchen
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Schwarzbäuchige Taufliege - Weibchen

Das Verhalten der Schwarbäuchigen Taufliege kann als ziemlich simpel betrachtet werden. Sie wird buchstäblich durch den Geruch von Nahrung angezogen. Auch in der Paarung ist die Schwarzbäuchige Taufliege nicht wählerisch, denn fast wahllos paart sie sich mit jedem Individuum des anderen Geschlechts. Auf dem Rücken befinden sich feine Härchen, die empfindlich auf Luftströmungen reagieren. Die Augen sind empfindlich gegen leichte Unterschiede in der Lichtintensität. Sie fliegt instinktiv weg, wenn sie einen Schatten oder eine Bewegung wahrnimmt. Die Schwarzbäuchige Fliege neigt dazu, in Richtung Licht zu fliegen, dabei steuert sie die hellste Lichtquelle an.

Verbreitung

Die Schwarzbäuchige Taufliege ist auf allen Kontinenten der Welt mit einer Ausnahme, die Antarktis, weit verbreitet. Auf anderen Kontinenten ist die Verbreitung nur durch Gebirgszüge und Wüsten begrenzt. Der natürliche Bereich der Schwarzbäuchigen Taufliege liegt in den Tropen der Alten Welt. Die Menschen haben zur Weiterverbreitung der Schwarzbäuchigen Taufliege erheblich dazu beigetragen. Die Schwarzbäuchige Taufliege kann eine breite Palette von Lebensräumen aufweisen. Zu den einheimischen Lebensräumen zählen insbesondere die tropischen Regionen der Alten Welt. Aber auch in den gemäßigten Regionen ist sie zu finden. Die Lebensräume müssen allerdings genug Feuchtigkeit und warme Temperaturen bieten. Der wissenschaftliche Name Drosophila melanogaster bedeutet eigentlich "Liebhaber des Taus", das bedeutet, dass diese Art eine warme feuchte Umgebung bevorzugt. Der Nachwuchs der Schwarzbäuchigen Taufliege ist extrem abhängig von den Temperaturen. Die Erwachsenen können kältere Temperaturen in höheren Lagen standhalten, jedoch ist die Nahrung in diesen Standorten sehr beschränkt. Daher kann die Schwarzbäuchige Taufliege in kälteren Klimazonen kaum oder gar nicht überleben. In gemäßigten Regionen, dort, wo auch menschliche Siedlungen vorhanden sind, kann sie kältere Wintermonate überleben. Da die Häuser genug Schutz bieten wie Obstkeller oder andere künstlich angelegte Standorte mit einem großen Vorrat an Lebensmitteln.

Ernährung

Larven (Maden) bei der Nahrungsaufnahme
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Larven (Maden) bei der Nahrungsaufnahme

Die Erwachsenen ernähren sich hauptsächlich von verrottenden Pflanzen und Früchten. Das Weibchen legt die Eier in der Regel auf gereifte, leicht verrotendende Früchte, so dass die Larven nach dem Schlupf sich von den Früchten ernähren können. In einigen Regionen wird die Schwarzbäuchige Taufliege als Schädling betrachtet.

Fortpflanzung

Die Reproduktion der Schwarzbäuchigen Taufliege geht ziemlich schnell vonstatten. Ein einziges Paar kann hunderte von Nachkommen innerhalb von ein paar Wochen produzieren und die Nachkommen sind innerhalb eine Woche geschlechtsreif. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen die Eier auf Obst ab und nach dem Schlupf konsumieren die Larven (Maden) die Früchte. Das Männchen besitzen an der Vorderbeinen kleine bürstenartige Strukturen sogenannte sex combs. Es wird vermutet, dass diese sex combs zur Paarung verwendet werden. Wenn jedoch diese sex combs entfernt werden, scheint es wenig Auswirkungen auf das Paarungsverhalten zu haben. Die Schwarzbäuchige Taufliege durchläuft eine vollständige Metamorphose. Die Metamorphose schließt bei der Schwarzbäuchigen Taufliege drei Stadien ein. Dabei wandelt sich das Tier von einer Larve (Larva) zu einer unbeweglichen Puppe (Pupa) und schlüpft daraus als adultes Tier (vollständige Metamorphose). Das Wachstum und die Metamorphose werden durch Hormone aus endokrinen Drüsen, die im Kopf liegen, gesteuert. Aus dem Nervensystem wird ein Hormon abgegeben, das thorakiale Drüsen aktiviert, die wiederum das Steroid Ecdyson abgeben. Dieses Hormon leitet die Metamorphose ein. Ein weiteres Larvalhormon, das in der Corpora allata produziert wird, verhindert, dass bereits während der larvalen Häutungsstadien adulte Merkmale ausgebildet werden. Demnach wird sich die Larve so oft häuten, bis die Juvenilhormonproduktion versiegt und die Metamorphose einsetzt. In der vollständigen Metamorphose (Holometabolismus) unterscheiden sich die Larven beträchtlich vom adulten Tier. Wie bei einer unvollständigen Metamorphose auch durchläuft die Larve mehrere Häutungsstadien. Während des Puppenstadiums sondert das Insekt Verdauungssäfte ab, die einen Großteil der Larve zersetzen, einige Zellen bleiben jedoch intakt. Aus diesen Zellen beginnt die Imago innerhalb der Puppe zu wachsen. Nährstoffe, die sie dazu braucht, bezieht sie aus den vorverdauten Resten der Larve. Den Prozess der Zellzersetzung nennt man Histolyse, die Neuentstehung der Zellen Histogenese.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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