Sand-Wolfspinne

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Sand-Wolfspinne

Systematik
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Unterklasse: Micrura
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Arctosa
Art: Sand-Wolfspinne
Wissenschaftlicher Name
Arctosa cinerea
Fabricius, 1777

Die Sand-Wolfspinne (Arctosa cinerea), auch Flussuferwolfspinne genannt, zählt innerhalb der Gattung Arctosa zur Familie der Wolfspinnen (Lycosidae). Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahre 1777 von dem dänischen Zoologen Johann Christian Fabricius. Für das Jahr 2007 wurde die Art zur Spinne des Jahres gekürt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Sand-Wolfspinne erreicht etwa 12 bis 17 Millimeter Körperlänge und zählt damit zu den größer werdenden Wolfspinnen, es ist sogar möglich, dass sie mit dieser Maximallänge die größte Wolfspinne in Mitteleuropa ist. Die Grundfärbung der Spinne liegt bei einem oftmals leicht rötlich scheinendem graubraun. Die acht Laufbeine sind dunkel geringelt und auf ihrem Hinterleib, dem sogenannten Abdomen, zeigt sich ein weißliches, verwaschenes Fleckenmuster. Die Männchen (male) der Sand-Wolfspinne sind deutlich schlanker und langbeiniger als die Weibchen (female).

Lebensweise und Fortpflanzung

Die Sand-Wolfspinne ist sowohl am Tage, als auch in der Nacht aktiv. Sie lebt in selbstgegrabenen, etwa fingerdicken Erhöhlen, welche von der Spinne nur wenig mit Gespinst ausgekleidet wird. An deren Eingang lauert sie auf vorbeikommende Beutetiere. Allerdings geht die Sand-Wolfspinne auch sehr oft aktiv auf Nahrungssuche und verfolgt ihre Beute. Beim Beuteerwerb macht sie in erster Linie von ihrem Sehsinn gebrauch.

Die Art ist ab Spätsommer erwachsen, also adult, anzutreffen. Nach dem Herbst überwintert sie und beginnt dann im kommenden Frühjahr mit der Fortpflanzung. Zur Paarung (Kopulation) sucht sich ein Paar und das Männchen führt das letzte Glied eines seiner Tastbeine, den Bulbus, welches er zuvor mit Sperma gefüllt hat, in die Geschlechtsöffnung des Weibchens, die sogenannte Epigyne, ein und gibt dort seinen Samen zur Befruchtung der
Lebensraum bei der Isar
vergrößern
Lebensraum bei der Isar
Eier ab. Ab Juni trägt das Weibchen der Sand-Wolfspinne einen Kokon aus Spinnenseide mit den Eiern darin mit sich herum und etwa ab Juli sieht man es mit den geschlüpften winzigen Jungspinnen, welche nun ebenfalls vom Weibchen mitgetragen und bewacht werden.

Verbreitung

Die Sand-Wolfspinne kommt in weiten Teilen Europas vor, auf den Britischen Inseln fehlt sie im Süden Englands. Auf dem Festland Europas findet man sie häufig am Alpenrand. Sie bewohnt kiesige Ufer von naturnahen Flüssen und Seen mit viel Schotter und grobem Ufersubstrat sowie steinige und sandige Dünen an den Meeresküsten. Auch auf Sandbänken, sowohl auf küstennahen Sandbänken der Meere, als auch auf Sandbänken in Seen und Flüssen, kommt sie vor. Diese Lebensräume bieten eine Menge Versteckmöglichkeiten und durch die Färbung der Spinne ist sie auf solchen Untergründen bestens getarnt. Allgemein ist die Sand-Wolfspinne sehr selten geworden und vielerorts leider überhaupt nicht mehr anzutreffen.

An einigen Stellen, insbesondere wird dies häufig an der oberen Isar beobachtet, legt die Sand-Wolfspinne ihren Unterschlupf in Lagen an, die regelmäßig oder immer wieder geflutet werden. Man nimmt an, dass sie sich während einer solchen Flut in einer Luftblase mit einem Gerüst aus Spinnenseide in der Höhle, also ähnlich wie die Wasserspinne (Argyroneta aquatica), rettet, abgeschlossen geklärt ist dies jedoch noch nicht.

Ernährung

Die Sand-Wolfspinne erjagt alle möglichen Insekten (Insecta), die sie überwältigen kann. So stehen auch sehr wehrhafte Laufkäfer (Carabidae) der Gattung Cicindela auf dem Speiseplan. Die Beute wird entweder nach dem Lauern aus der Höhle der Spinne heraus oder bei der aktiven Jagd mit einem Sprung gepackt und mit dem durch die Giftklauen (Chelizeren) injizierten Gift getötet. Anschließend wird ein Verdauungssekret in das Beutetier gespeit, welches es innerlich verflüssigt. Nun saugt die Sand-Wolfspinne die Beute aus.

Ökologie

Die Sand-Wolfspinne ist eine mittlerweile sehr selten gewordene Art. Häufiger anzutreffen ist sie beispielsweise noch an den Oberläufen einiger Voralpenflüsse. Grund dafür ist die Zerstörung der Lebensräume der Sand-Wolfspinne. Da sie mit großer Wahrscheinlichkeit sehr empfindlich auf Umweltveränderungen reagiert, sollten solche in Gebieten mit ihrem Vorkommen in jedem Falle vermieden werden. In der Bundesrepublik Deutschland wird die Art auf der Roten Liste in der Kategorie 2 geführt und ist streng geschützt, sie darf nicht ohne Grund getötet oder der Natur entnommen werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge