Riesenbeutelmarder

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Riesenbeutelmarder

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Beutelsäuger (Marsupialia)
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Unterfamilie: Dasyurinae
Tribus: Dasyurini
Gattung: Beutelmarder (Dasyurus)
Art: Riesenbeutelmarder
Wissenschaftlicher Name
Dasyurus maculatus
Kerr, 1792

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Riesenbeutelmarder (Dasyurus maculatus), auch Fleckschwanzbeutelmarder genannt, zählt innerhalb der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae) zur Gattung der Beutelmarder (Dasyurus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Riesenbeutelmarder erreicht eine Körperlänge von 40 bis 75 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 35 bis 55 Zentimeter sowie ein Gewicht von zwei bis drei, selten auch bis sechs Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Dorsal und lateral ist das Fell überwiegend braun bis dunkelbraun gefärbt. Weißliche Flecken in unterschiedlicher Größe überziehen den gesamten Körper. Auch der lange Schwanz weist diese weißliche Fleckung auf. Riesenbeutelmarder sind in der Regel nachtaktiv und sind am Tage nur selten zu beobachten. Gelegentlich sieht man sie am Tage beim Sonnenbaden.

Unterarten

Verbreitung

Der Riesenbeutelmarder lebt in Australien und auf Tasmanien. In Australien werden heute nur noch die Küstenstreifen an der Ost- und Südostküste besiedelt. Dasyurus maculatus gracilis kommt dabei nur im östlichen Queensland vor. Dasyurus maculatus maculatus kommt von Queensland bis nach Tasmanien vor. Die Tiere bevorzugen feuchte bis mäßig feuchte Habitate. Dazu gehören tropische Regenwälder, lichte Sekundärwälder und offenen Waldlandschaften. Der Riesenbeutelmarder lebt fast ausschließlich in den Bäumen und kommt nur selten auf den Erdboden hinab. Tagsüber halten sich die Tiere meist an geschützten Orten wie Felsspalten, Baumhöhlen oder ähnlich geschützte Orte auf.

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Riesenbeutelmarder

Bedrohung, Schutz

Beide Unterarten des Riesenbeutelmarders gehören heute zu den stark gefährdeten Arten. Allenfalls auf Tasmanien kann man im Moment noch von halbwegs stabilen Populationen sprechen. Hauptgründe sind vor allem die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die Einfuhr von Raubtieren wie Katzen und Hunden, die nunmehr in Nahrungskonkurrenz zu den Riesenbeutelmarder stehen. Am schlechtesten steht es um die Population im östlichen Queensland. Hier sind die Tiere sehr selten anzutreffen. In der Roten Liste des IUCN werden beide Unterarten als gefährdet bis stark gefährdet geführt.

Nahrung

Riesenbeutelmarder sind reine Fleischfresser. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören insbesondere kleinere Säugetiere, Vögel, Wirbellose Tiere und Reptilien. Zwei Drittel ihrer Nahrung bilden jedoch Säugetiere. Gelegentlich nehmen sie auch Aas an oder jagen anderen Räubern ihre Nahrung ab. Auf Tasmanien stehen sie insbesondere in Nahrungskonkurrenz zu dem Beutelteufel (Sarcophilus harrisi).

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Riesenbeutelmarder

Fortpflanzung

Der Riesenbeutelmarder erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im Frühjahr. Während der Paarungszeit geht es bei den Riesenbeutelmardern recht ruppig zu. Während der Umwerbung des Weibchens kann es durchaus zu schmerzhaften Bissen kommen. Die eigentliche Kopulation kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Nach einer Tragezeit von gut 21 Tagen bringt das Weibchen zwischen vier und sechs Jungtiere zur Welt. Wie bei allen Beuteltiere sind die Jungtiere zunächst nur wenig entwickelt und kriechen selbständig von der Kloake des Weibchens in den Beutel. Dort saugen sie sich an eine Zitze fest und bleiben für etwa sieben Wochen im Beutel. Mit acht Wochen sind die Jungtiere selbständig, spätestens mit dreizehn Wochen verlassen die Jungtiere ihre Mutter. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei rund drei bis vier Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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