Raupenfliege

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Raupenfliege

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Muscomorpha
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Wanzenfliegen (Phasiinae)
Gattung: Cylindromyia
Art: Raupenfliege
Wissenschaftlicher Name
Cylindromyia bicolor
Olivier, 1812

Die Raupenfliege (Cylindromyia bicolor) zählt innerhalb der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae) zur Gattung Cylindromyia.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Raupenfliege erreicht eine Körperlänge von gut zehn Millimeter. Auffälligstes Merkmal ist der leuchtend rot gefärbte Abdomen, der spärlich mit kräftigen Borsten bedeckt ist und insgesamt leicht gebogen ist. Der Thorax ist massig gebaut und von schwarze Farbe. Hier zeigt sich eine deutlich dichtere Behaarung aus schwarzem Haar. Der relativ große Kopf ist geprägt von großen, rötlich gefärbten Komplexaugen. Zwischen den Augen zeigen sich kurze schwarze Fühler. Die Mundwerkzeuge sind nur schwach ausgebildet und dienen nur der Aufnahme von Pollen und Nektar. Die Extremitäten sind ausgesprochen lang und schwarz gefärbt. Die obenen Beinelemente sind leicht verdickt. Insgesamt sind die Extremitäten mit borstenartigen Haaren versehen.

Lebensweise

Die Raupenfliege ist ein tagaktives Insekt. Sie gilt insbesondere in der Landwirtschaft als Nützling, da ihre Larven gerne als biologische Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden. Die Larven parasitieren an verschiedenen Wanzenarten und halten so deren Population auf landwirtschaftlichen Flächen oder in Gärten klein.

Verbreitung

Die Raupenfliege ist sehr weit verbreitet. Sie kommt in ganz Europa und in Asien vor. Sie bevorzugt meist offenes und feuchtes Gelände mit blütentragenden Pflanzen. Aber auch andere Habitate wie Sümpfe und Moore, Parks, Gärten und Waldränder werden gerne besiedelt. In Mittelgebirgen kann man sie bis in Höhen von rund 1.500 Meter über NN. beobachten.

Ernährung

Raupenfliege
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Raupenfliege

Die Imagines der Raupenfliege ernähren sich ausschließlich vom Nektar und vom Pollen blütentragender Pflanzen. Gelegentlich nehmen sie auch Honigtau zu sich. Hier spielen sie auch bei der Bestäubung eine wichtige Rolle. Insbesondere die Weibchen fressen viele eiweißreiche Pollen, da diese für die Eiproduktion unerläßlich sind. Die Larven parasitieren an und in Nymphen verschiedener Wanzenarten.

Fortpflanzung

Die Larven der Raupenfliege entwickeln sich parasitär. Das Weibchen der Raupenfliege legt ihre unreifen Eier meist einzeln in die Nähe von Wirtstieren. Die Eier weisen eine spindelförmige, leicht langgestreckte Form auf. In der Regel kommt es hierbei zu einer Superparasitierung, das heisst, ein Wirtstier wird nur von einem Parasiten befallen. Dies ist zwar die Regel, ein Wirtstier kann aber auch von mehreren Parasiten befallen sein. Der Tod tritt für das Wirtstier dann noch schneller ein. Meist parasitieren die Larven an adulten Wanzen, gelegentlich auch an Nymphen in einem späten Entwicklungsstadium. Nachdem die Larven geschlüpft sind, dringen sie meist in den Abdomen ihres Wirtstieres ein. Hier überwintern sie. Im Frühjahr setzen sie ihre Entwicklung fort und ernähren sich vom Körpergewebe des Wirtes. Infolgedessen stirbt das Wirtstier nach einiger Zeit. Eine reife Larve verläßt den Körper und begibt sich zu Verpuppung in den Erdboden. Aus der Puppe schlüpft dann die fertige Raupenfliege.

Anhang

Raupenfliege
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Raupenfliege

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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