Grauhals-Chipmunk

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Grauhals-Chipmunk

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Species: Grauhals-Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias cinereicollis
J.A. Allen, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Grauhals-Chipmunk (Tamias cinereicollis), auch unter dem Synonym Neotamias cinereicollis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias). Im Englischen wird dieses Hörnchen Gray-collared chipmunk genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Best, 1993).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Fossile Funde Grauhals-Chipmunk stammen aus der letzten Eiszeit und wurden in New Mexiko, USA, gefunden. Weitere vermeintliche Funde stammen aus pleistozänen Ablagerungen und wurden in den Fowlkes Cave, Texas, gefunden. Diese wurden später jedoch dem Graufuß-Chipmunk (Tamias canipes) zugeordnet (Best et al., 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Grauhals-Chipmunk ist leicht durch seine hellen und dunklen Streifen auf dem Rücken und am Kopfansatz zu erkennen. Er trägt verschiedene Gesichts-Markierungen und hat nur fünf dunkle Streifen auf dem Rücken. Ferner gibt es eine deutliche zentrale Linie, die sich bis nach vorn zum Kopf erstreckt. Der Grauhals-Chipmunk weist eine graue Färbung mit charakteristischem Muster auf, das mit schwarzen, hellgrauen und gelbbraunen Streifen bedeckt ist. Der Grauhals-Chipmunk zählt zu den kleineren Streifenhörnchen und erreicht eine Gesamtlänge zwischen 208,0 und 242,0 Millimeter. Das Männchen ist etwas kleiner als das Weibchen. Das Gewicht variiert zwischen 55,0 und 70,0 Gramm (Best, 1999; Grzimek, 1990; Sheppard, 1990).

Lebensweise

Der Grauhals-Chipmunk ist in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag am Aktivisten. In der Regel ist der Grauhals-Chipmunk ein Einzelgänger und sucht in seinem Territorium Schutz außer während der Paarungszeit oder wenn die Jungtiere in der Entwicklungsphase sind. Die Populationen befinden sich im Durchschnitt zwischen zwei und vier Tiere pro Hektar. Die Reviere zwischen den Individuen überlappen sich oft und die Reviere der Erwachsenen sind größer als die der Jugendlichen. Die Reviere der Weibchen sind in der Regel kleiner als die der Männchen. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit hält der Grauhals-Chipmunk im späten Herbst oder im frühen Winter einen unruhigen Winterschlaf und ist während der Wintermonate relativ inaktiv. Einige Individuen sind gelegentlich an warmen, sonnigen Tagen während des Winters aktiv. Bis Anfang März haben die meisten Grauhals-Chipmunks den Ruhezustand beendet. Die Männchen sind die ersten im Frühjahr. Die Weibchen sind ein oder zwei Wochen später aktiv. Sobald die Weibchen auftauchen, fangen sie mit dem Graben von Brutnestern an. Ein Männchen kann während der Paarungszeit sich mit mehr als einem Weibchen paaren. Die Höhlen liegen gut versteckt in der Nähe von Gebäuden wie Keller und Garagen, Gärten, Baumstümpfe oder Holzstapel. Der Höhleneingang beträgt in der Regel im Durchmesser etwa 2,0 Zentimeter. Rund um den Höhleneingang befinden sich keine Hügel, denn der Grauhals-Chipmunk trägt den Sand in seinen Backentaschen und verstreut den Sand weit weg von Höhle auf den Boden, damit der Höhleneingang weniger auffällig erscheint. Der wichtigste Tunnel umfaßt eine Länge zwischen 20,0 und 30,0 Metern. Das Höhlenkomplex ist ziemlich komplex, jedoch ist die Abdeckung recht spärlich. Das Höhlensystem umfaßt in der Regel einen Brutkessel, ein oder zwei Nahrungsmittel-Vorratskammern, verschiedene Seitentunnel, die mit dem Haupt-Tunnel verbunden sind sowie einen separaten Fluchttunnel (Corrigan, 1997; Sheppard, 1990).

Unterarten

  • Tamias cinereicollis cinereicollis - Allen, 1890
  • Tamias cinereicollis cinereus - Bailey, 1911

Verbreitung und Lebensraum

Grauhals-Chipmunk
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Grauhals-Chipmunk

Das Verbreitungsgebiet befindet sich im zentralen und östlichen Arizona sowie im zentralen und südwestlichen New Mexico in den Vereinigten Staaten (Findley, 1986; Nowak, 1991). In erster Linie hält sich der Grauhals-Chipmunk in Nadelwäldern in Höhen zwischen 1.950 und 3.440 Metern auf. Der Grauhals-Chipmunk bevorzugt nicht nur die Wälder, sondern hält sich auch nahe der Vorstädte und Landhäuser sowie in der Nähe von Nebengebäuden unterhalb der Terrassen und Fundamente auf. Obwohl der Grauhals-Chipmunk ein grabendes Nagetier ist, so klettert er regelmäßig auf Bäume wie Eichen oder auf Dächer (Best, 1999; Corrigan, 1997; Grzimek, 1990; Sheppard, 1990).

Biozönose

Sympatrie

Zu den sympatrisch vorkommenden Arten werden der Felsen-Chipmunk (Tamias dorsalis) und der Kleine Chipmunk (Tamias minimus) gerechnet. Weitere sympatrische Arten sind beispielsweise Sorex merriami, die Dunkle Rotzahnspitzmaus (Sorex monticolus), Sorex nanus, die Nördliche Wasserspitzmaus (Sorex palustris), Berg-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus nuttallii), der Goldmantelziesel (Spermophilus lateralis), das Aberthörnchen (Sciurus aberti), die Nördliche Taschenratte (Thomomys talpoides), Rötelmäuse (Clethrionomys) wie Clethrionomys gapperi, die Langschwänzige Wühlmaus (Microtus longicaudus), die Mexikanische Wühlmaus (Microtus mexicanus), die Rocky-Mountains-Wühlmaus (Microtus montanus), die Wiesenhüpfmaus (Zapus hudsonius) sowie die Neotoma mexicana (Best et al., 1993).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem Falken, Wiesel, Kojoten, Marder, Füchse und Schlangen. Während der Paarungszeit kommt es zu Verletzungen, die sogar zum Tod führen können. Die signifikante Abnahme der Populationen tritt in Zeit der Nahrungsmittel-Knappheit auf, wenn zum Beispiel nicht genügend Samen vorhanden sind und er diese für seinen Winterschlaf nicht speichern kann. Der Grauhals-Chipmunk hängt erheblich von dieser Nahrung im Winter ab, wenn er nicht Zugang zum Saatgut hat, das durch Schnee bedeckt ist (Shepppard, 1990).

Ernährung

Der Grauhals-Chipmunk verbringt viel Zeit mit Sammeln und Speichern von Samen, die seine wichtigste Nahrungsquelle sind. Er sucht die Nahrung oft auf dem Boden, jedoch klettert er leicht auf Bäume und Sträucher, um Nüsse und Früchte zu ernten. Die Ernährung besteht aus verschiedenen Arten von Nüssen, Beeren und Samen sowie Pilzen, Kirschen und Pflaumen. Hin und wieder nimmt er auch Insekten, Würmer und Aas zu sich. In den seltensten Fällen jagt der Grauhals-Chipmunk Vögel oder kleine Säugetiere. Wenn der Grauhals-Chipmunk Nahrung für die Vorratskammer sammelt, dann hält er die Samen geschickt zwischen den Vorderpfoten und mit seinen spezialisierten Schneidezähnen. Die Schneidezähne sind besonders lang und nach vorn gerichtet. Mit den Schneidezähnen entfernt er die Hülsen von den Samen und nutzt seine Zunge, um die Samen nach hinten zu schieben. Er stopft die Samen zwischen den Zähne und Backentaschen. Die Kapazität dieser Backentaschen steigt mit der Entwicklung. Wenn die Backentaschen voll sind, dann bringt er diese zu seiner Höhle oder vergräbt sind in flache Löcher. Nach dem Winterschlaf sucht er den Boden nach Samen ab, die aus dem vorherigen Sommer verblieben sind. In der Regel ist dies jedoch selten und der Grauhals-Chipmunk begnügt sich mit jungen Blättern und Trieben bis er neue Früchte verzehren kann und Samen zur Verfügung stehen (Corrigan, 1997; Schultz, 1995; Sheppard, 1990).

Fortpflanzung

Die Paarung findet zweimal im Jahr statt, und zwar im frühen Frühling und wieder im Sommer oder im Frühherbst. Die Tragzeit beträgt 30 bis 31 Tage. Zwei bis fünf Jungtiere werden im Frühjahr (Anfang Mai) und wieder zwischen August und Oktober geboren. Die Jungtiere sind nach Geburt nackt und blind. Fest Nahrung können die Jungtiere im Alter von 36 bis 40 Tagen aufnehmen und entwöhnt werden sie im Alter von 41 bis 45 Tagen. Die Jungen sind innerhalb eines Jahres geschlechtsreif. Der Grauhals-Chipmunk erreicht ein Alter von etwa drei Jahren. Die Jungen erscheinen, wenn 2/3 in voller Größe sind zum ersten Mal über dem Boden. Die Jungen werden ohne Hilfe des Männchens allein von dem Weibchen aufgezogen (Best, 1999; Corrigan, 1997; Sheppard, 1990).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Grauhals-Chipmunk heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Grauhals-Chipmunk selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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