Schnappschildkröte

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Schnappschildkröte

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Alligatorschildkröten (Chelydridae)
Gattung: Schnappschildkröten (Chelydra)
Art: Schnappschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Chelydra serpentina
Linnaeus, 1758

Die Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) gehört mit ihren drei Unterarten innerhalb der Familie der Alligatorschildkröten (Chelydridae) zur Gattung der Schnappschildkröten (Chelydra). Im Englischen wird die Schnappschildkröte Common Snapping Turtle genannt. Große Ähnlichkeit mit der Schnappschildkröte weist die Unterart Chelydra serpentina rossignoni auf, lediglich die Verbindung zwischen Rückenpanzer und Bauchpanzer ist breiter als bei der Schnappschildkröte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schnappschildkröte kann bis 1 Meter lang und bis 20 Kilogramm schwer werden. Über den flachen Rückenpanzer verlaufen drei Reihen Kielhöcker. Der schmale Brustpanzer ist jederseits durch drei Platten mit dem Rückenpanzer verbunden. Die Augen, mit Blickrichtung nach außen und oben, sitzen an einem großen platten, dreieckigen Kopf, der zur Schnauze hin spitz zuläuft und in einem hakenförmigen Oberschnabel endet. Der Kopf ist so groß, dass er nicht vollständig unter den flach gewölbten Panzer gezogen werden kann. Ein weiterer Zwischenraum befindet sich zwischen den Randplatten des am Hinterrand gesägten Rückenpanzers und dem sehr kleinen, kreuzförmigen Bauchpanzer. Der Panzer ist verknöchert erst spät und umhüllt die Schnappschildkröte nicht völlig. Der Rückenpanzer ist dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt. Bei Jungtieren und subadulten Schnappschildkröten weist der Carapax drei Längskiele auf, die sich mit zunehmendem Alter zurückbilden. Der Bauchpanzer ist nur wenig ausgebildet und weist eine gelbliche Färbung auf. Hals und Gliedmaßen umkleidet eine schlaffe Haut, die rauh und mit kleinen Körnern bedeckt ist und eine olivgrüne Färbung aufweist. Der Schwanz ist sehr lang und streckt sich um mehr als die halbe Panzerlänge hervor. Seine Oberseite ist von drei Reihen Höckern besetzt. Die Extremitäten sind grünlich bis bräunlich und enden in kräftigen Krallen. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten ausgestattet.

Lebensweise

Die Schnappschildkröte beißt nach allem, was ihr in den Weg kommt, und wehrt sich, wenn sie bedroht wird, durch Zuschnappen mit ihrem kräftigen, hakigen Kiefer. Wegen ihrer Bissigkeit eignet sich die Schnappschildkröte auch nicht recht zur Haltung in Gefangenschaft. Sie kann Haustieren und Menschen schwere Wunden zufügen. Die tagaktive Schnappschildkröte hält sich am liebsten in Gewässern mit schlammigem Grund auf. Meist liegt sie im tiefen Wasser in der Mitte des Flussbettes oder Sumpfes, läßt sich auch gern mit dem Strom treiben. Die Schnappschildkröte ist wendiger als die meisten ihrer Verwandten, schwimmt schnell und verfolgt mit Geschick Beutetiere. Ihre Nahrung bilden Fische, Frösche und andere Wasserwirbeltiere, sie scheut sich auch nicht, Wassergeflügel anzugreifen. Doch bewegt sie sich auch auf dem Lande fort, sei es auf Nahrungssuche oder zur Eiablage, die oft in ziemlicher Entfernung vom Wasser stattfindet.

Unterarten

Verbreitung

Die Schnappschildkröte hat ein recht großes Verbreitungsgebiet. Nördlich beginnt es im südlichen Kanada und erstreckt sich über die östlichen USA bis Mexiko und südlich bis Ecuador. Im Süden endet das Verbreitungsgebiet im nördlichen Südamerika in Peru und Kolumbien.
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Kopfstudie
Sie lebt vorzugsweise im Flachwasser von Seen, Teichen oder langsam fliessenden Gewässern. Ihr Habitat zeichnet sich durch hohen Pflanzenwuchs und schlammigen Untergrund aus.

Ernährung

Als Lauerjägerin wartet die Schnappschildkröte auf das Beutetier. Dabei frisst sie im Grunde alles was sich erbeuten läßt. Neben Fischen (Pisces), Lurchen (Amphibia), Kriechtieren (Reptilia) und Wasservögeln gehören zu ihrer Nahrung auch Säugetiere (Mammalia), wenn diese erbeutet werden können. Aas steht auch auf ihrem Speiseplan. Die Nahrungsaufnahme geschieht grundsätzlich unter Wasser.

Fortpflanzung

Die Schnappschildkröte erreicht die Geschlechtsreife etwa mit fünf bis sechs Jahren. Das entspricht einer Größe von rund 20 Zentimeter. Je nach Verbreitungsgebiet erfolgt die Paarung im April beginnend und endet spätestens im November. Nach einer Trächtigkeit von rund 70 bis 90 Tagen legt das Weibchen zwischen 20 und 50 Eier, die eine Größe von drei Zentimetern aufweisen. Zur Eiablage begibt sich die Schnappschildkröte an Land. Der Schlupf der Jungschildkröten erfolgt, je nach Umgebungstemperatur, nach 60 bis 120 Tagen. Die Schlüpflinge weisen eine Länge von drei Zentimetern auf. Je nach Unterart kann die Lebenserwartung bis zu 38 Jahre betragen.

Gefährdung und Schutz

Besitz und Haltung der Schnappschildkröte ist in Deutschland gesetztlich verboten. Zoos und andere adäquate Einrichtungen sind von diesem Verbot nicht betroffen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Fritz J. Obst: Die Welt der Schildkröten. Müller Rüschlikon, Auflage 2, (1988). ISBN 3275008552
  • Das Tierreich nach Brehm. Buch und Bildverlag

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