Florida-Maus

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Florida-Maus

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Peromyscini
Gattung: Florida-Mäuse (Podomys)
Art: Florida-Maus
Wissenschaftlicher Name
Podomys floridanus
(Chapman, 1889)

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Florida-Maus (Podomys floridanus) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Florida-Mäuse (Podomys). Im Englischen wird diese Art Florida Deermouse oder Florida Mouse genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung

Aufgrund der Größe und der Fellfärbung kann die Florida-Maus leicht von sympatrischen Arten Peromyscus gossypinus und Peromyscus polionotus unterschieden werden. Die Florida-Maus hat eine relativ große Ohrmuschel und eine Hinterfußlänge von mehr als 24 mm. Die Schwanzlänge entspricht gut 80% der Körperlänge (Jones & Layne, 1993).

Fossile Funde

Die ältesten Funde von Florida-Mäusen stammen aus dem frühen und mittleren Pleistozän und weisen somit ein Alter von etws 1,5 Millionen Jahren auf und wurden nahe Alachua, Florida gefunden. Funde aus dem späten Pleistozän und dem frühen Holozän stammen aus weiten Teilen von Florida, USA (Jones & Layne, 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Florida-Maus ist etwas größer als andere Neuweltmäuse (Sigmodontinae), die im Südosten der USA vorkommen. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 178 bis 220 (194,7) mm, eine Schwanzlänge von 80 bis 101 (87,7) mm, eine Hinterfußlänge von 24 bis 28 (25,8) mm, eine Ohrlänge von 16 bis 21,5 (18,8) mm und eine Gewicht von 27 bis 47 (35,5) mm. Markantes Merkmal sind die großen Ohrmuscheln und die großen Augen. Das Fell ist weich und glänzt seidig. Es ist dorsal bräunlich bis graubraun gefärbt, im Bereich der Schultern und der Wangen zeigt sich eine leicht orangebraune Färbung. Ventral ist das Fell weißlich gefärbt, die gleiche Färbung weisen die Füße auf. Der Schwanz ist auf der Oberseite bräunlich, auf der Unterseite weißlich gefärbt. Das Gebiss verfügt über 16 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Jones & Layne, 1993).

Lebensweise

Georgia-Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus)
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Georgia-Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus)

Die Florida-Maus ist eine terrestrische Art. In den Ruhephasen halten sich die Tiere in unterirdischen Bauten auf. Bauten werden nicht selbst gegraben, sondern von anderen Tieren übernommen oder mit anderen Tieren gemeinschaftlich bewohnt. Hier sind insbesondere die Bauten der Georgia-Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) zu nennen. In den Bauten dieser Schildkröte leben Florida-Mäuse in kleinen Nischen oder Aushölungen. Über die sonstige Lebensweise der Tiere ist nur wenig bekannt (Jones & Layne, 1993).

Verbreitung und Lebensraum

Die Florida-Maus ist im US-Bundesstaat Florida endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich im Wesentlichen über das zentrale Florida und entlang der Ostküste bis nach Leisure City. Die zentrale Verbreitungsgrenze liegt zwischen dem Lake Okeechobee charlotte Beach im Westen. Die Art besiedelt Trockenrasen, Hochland sowie Busch- und Hügelland mit primär durchlässigen Sandböden. Zu den typischen Gewächsen im Lebensraum der Tiere gehören Sand-Kiefern (Pinus clausa), Pinus elliottii, Sumpf-Kiefern (Pinus palustris) und Gabel-Eichen (Quercus laevis) (Jones & Layne, 1993).

Biozönose

Sympatrie und Abhängigkeiten

Die Florida-Maus lebt in Sympatrie zu anderen kleinen Tieren. Hier sind insbesondere Weißfußmäuse (Peromyscus) wie Peromyscus gossypinus und Peromyscus polionotus zu nennen. Florida-Mäuse weisen eine hohe Abhängigkeit von Georgia-Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) auf, in deren Bauten die Tiere leben. Aber Bauten anderer Tiere wie der Südöstlichen Taschenratte (Geomys pinetis), dem Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus) oder Peromyscus polionotus werden als Unterschlupf genutzt. Ein großes Problem für die Art ist die invasive Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), die eine potentielle Bedrohung darstellt (Jones & Layne, 1993).

Prädatoren

Sand-Kiefern (Pinus clausa)
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Sand-Kiefern (Pinus clausa)

Zu den natürlichen Feinden der Florida-Maus zählen der Rotluchs (Lynx rufus) und andere Raubtiere (Carnivora) wie Füchse (Vulpes) und Waschbären (Procyon) sowie kleinere und größere Schlangen (Serpentes) (Jones & Layne, 1993).

Ernährung

Die Florida-Maus ist ein Allesfresser. Es werden sowohl Sämereien, Körner, Nüsse, Eicheln, Pilze als auch Insekten (Insrcta) und andere Gliederfüßer (Arthropoda) gefressen. Die aufgenommene Nahrung schwankt dabei saisonal (Jones & Layne, 1993).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Florida-Maus erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen über das ganze Jahr. Zu den meisten Geburten kommt es jedoch zwischen dem späten Herbst und dem auslaufenden Winter. Ein Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 23 bis 24 Tagen 1 bis 5 (3,4) Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt nackt, die Vibrissen sind jedoch schon vorhanden. Die Ohren öffnen sich nach gut 4 Tagen, die ersten Zähne brechen nach 6 bis 7 Tagen durch. Das erste Fell stellt sich im Alter von 10 Tagen ein. Im Alter von 14 Tagen ist das juvenile Fell vollständig vorhanden. Die Augen öffnen sich nach rund 16 bis 17 Tagen. Die Säugezeit erstreckt sich über 3 bis 4 Wochen. Im Alter von 36 bis 42 Tagen beginnt der erste Fellwechsel (Jones & Layne, 1993).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Florida-Maus gehört heute zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Florida-Maus in der Kategorie VU, Vulnerable, geführt. Die größte Gefahr geht heute von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. Insbesondere die Rückgänge der ebenfalls gefährdeten Georgia-Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus) (VU, Vulnerable) stellen eine große Gefahr da, da die Bauten der Schildkröte von der Florida-Maus als Bau genutzt werden. Die Rückgänge der Georgia-Gopherschildkröte resultiert aus der Einführung der Roten Feuerameise, die die Brut der Schildkröten bedroht. Sehr viel Lebensraum wurde zudem vom Menschen für den Siedlungsbau, Plantagen oder Farmland vernichtet (Jones & Layne, 1993; IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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