Fleckenpanthervogel

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Fleckenpanthervogel
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Meliphagoidea
Familie: Panthervögel (Pardalotidae)
Unterfamilie: Pardalotinae
Gattung: Pardalotus
Art: Fleckenpanthervogel
Wissenschaftlicher Name
Pardalotus punctatus
Shaw & Nodder, 1792

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Fleckenpanthervogel (Pardalotus punctatus) zählt innerhalb der Familie der Panthervögel (Pardalotidae) zur Gattung Pardalotus. Im Englischen wird der Fleckenpanthervogel Spotted Pardalote genannt.

Der Fleckenpanthervogel kann leicht mit dem nah verwandten Streifenpanthervogel (Pardalotus striatus) verwechselt werden. Der Streifenpanthervogel kann jedoch ohne weiteres an den Streifen im Kopfbereich identifiziert werden. Zudem fehlen im Rücken- und FLugelbereich die charakteristische Fleckung der Fleckenpanthervögel.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Fleckenpanthervogel ist ein kleiner Singvögel (Passeri), der lediglich eine Körperlänge von 8 bis 10 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 10 Gramm erreicht. Weibchen bleiben ein wenig kleiner als Männchen. Auch in der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter ein wenig. Männchen sind etwas kräftiger gefärbt und auch die Fleckung kommt deutlich sichtbarer zu Geltung. Das Obergefieder, insbesondere der Oberkopf, der Rücken sowie die Flügel und der Schwanz weisen eine schwarzbraune bis schwarze Färbung auf. Die schwarzen Bereiche sind durch eine feine weiße Sprenkelung gekennzeichnet. Die Kopfseiten sind graubraun gefärbt, oberhalb der Augen zeigt sich ein weißer Überaugenstreif, der vom Schnabelansatz bis in den Nacken reicht. Ventral ist die Färbung zweigeteilt. Die Kehle, die Brust und der untere Bereich des Bauches weisen eine kräftige gelbe Färbung auf. Die zentralen Teile des Bauches sind hellgelb gefärbt. Der kurze Schnabel ist schwarzbraun, die Extremitäten sind fleischfarben gefärbt. Drei Zehen der Füße weisen nach vorne, eine Zehe nach hinten. Die Zehen enden jeweils in kleine aber kräftige Krallen. Juvenile Vögel ähneln im Wesentlichen dem Weibchen.

Unterarten

Verbreitung

Weibchen
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Weibchen

Der Fleckenpanthervogel ist in Australien und Tasmanien endemisch. In Australien ist der Fleckenpanthervogel vor allem in den Küstenregionen der östlichen und südlichen Landesteile, insbesondere in Queensland, New South Wales, Victoria und South Australia anzutreffen. Im Westen wird das südwestliche Western Australia besiedelt. Im Landesinnern und im Norden Australiens sind die Vögel nicht verbreitet. Aride und halbaride Habitate wie lichte Trockenwälder, vorzugsweise Eukalyptuswälder, Waldränder und Baum- und Strauchsavannen sowie Grasland und die Ränder tropischer Regenwälder werden als Lebensraum bevorzugt. Ein Gewässer, in der Regel ein FLuss, befindet sich immer im Lebensraum der Vögel. Der Fleckenpanthervogel ist sowohl in tropischen und subtropischen als auch gemäßigten Klimazonen anzutreffen. Er gilt in allen Regionen als Standvogel. Es kommt allenfalls zu kleineren nahrungsbedingten Wanderungen. In den Höhenlagen ziehen die Vögel im Winter in Tallagen. In der Nähe des Menschen sind Fleckenpanthervögel auch in Gärten und Parks zu beobachten.

Ernährung

Fleckenpanthervogel ernähren sich im überwiegend von Insekten (Insecta), deren Larven und Spinnentieren (Arachnida). Die Beutetiere werden von den Blättern und Ästen aufgelesen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt grundsätzlich in kleinen Trupps und geht meist mit einem aufgeregten Gezwitscher einher. Auf Nahrungssuche gehen Fleckenpanthervögel meist im Geäst von Bäumen und Sträuchern. Auf dem Boden sind sie nur selten zu beobachten.

Weibchen
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Weibchen

Fortpflanzung

Der Fleckenpanthervogel erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich in Australien und auf Tasmanien über Juni bis in den Dezember oder Januar hinein. Fleckenpanthervögel leben in einer monogamen Einehe, genistet wird in kleinen geselligen Kolonien. Eher selten erfolgt die Brut auch paarweise. Kooperative Nichtbrüter helfen beim Nestbau und bei der Aufzucht des Nachwuchses mit. Bei den Helfern handelt es sich meist um Jungtiere aus vergangenen Gelegen. Die Nester entstehen in niedriger bis mittlerer Höhe in Steilhängen in weichem Substrat, seltener auch in Baumhöhlen. Entsteht das Nest an einem sandigen Steilhang, so wird eine kleine Röhre gegraben, die in eine Bruthöhle endet. In das bezugsfertige Nest legt das Weibchen durchschnittlich vier Eier. Die Eier werden über einen Zeitraum von 19 Tagen von beiden Geschlechtern gleichermaßen gewärmt. Die Küken werden sowohl von den Eltern als auch von den Bruthelfern mit Nahrung in Form von Insekten versorgt. Die Nesthocker verlassen Ende der dritten Lebenswoche das Nest, bleiben aber noch eine Zeit im Familienverband.

Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Fleckenpanthervögel erstreckt sich im Küstenbereich von Australien über ein bis zwei Millionen Quadratkilometer. Der Gesamtbestand wurde bislang nicht quantifiziert. Da der Fleckenpanthervogel in diesem Areal recht häufig anzutreffen ist, geht man von keiner akuten Gefährdung aus. Daher wird der Fleckenpanthervogel in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt. Der Fleckenpanthervogel ist auch in der Nähe des Menschen häufig zu beobachten. Er gilt daher als ausgesprochen anpassungsfähig. Auch künstliche Nistkästen werden nicht selten problemlos angenommen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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