Brauen-Glattstirnkaiman

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Brauen-Glattstirnkaiman

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodilia)
Familie: Alligatoren (Alligatoridae)
Unterfamilie: Kaimane (Caimaninae)
Gattung: Glattstirnkaimane (Paleosuchus)
Art: Brauen-Glattstirnkaiman
Wissenschaftlicher Name
Paleosuchus palpebrosus
(Cuvier, 1807)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Brauen-Glattstirnkaiman (Paleosuchus palpebrosus) zählt innerhalb der Familie der Alligatoren (Alligatoridae) zur Gattung der Glattstirnkaimane (Paleosuchus). Im Englischen wird der Brauen-Glattstirnkaiman dwarf caiman, musky caiman oder cuvier's smooth-fronted caiman genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Brauen-Glattstirnkaiman gehört mit 1,2 bis 1,6 Metern Länge zu den kleinsten Panzerechsen, wobei die Weibchen eine Körperlänge von etwa 1,2 Metern erreichen. Das Gewicht der adulten Tiere beträgt etwa 6,0 bis 7,0 Kilogramm. Sein Rückenpanzer hat eine graubraune, schokoladenbraune bis schwarze Grundfärbung und ist mit unregelmäßigen Querbändern versehen. Die Unterseite ist etwas heller gefärbt. Der Schwanz weist die gleiche Musterung auf. Die deutlich helleren Flanken sind unregelmäßig gefleckt. Der Kopf ist relativ groß und die Schnauze ist leicht nach oben gebogen. Die Anzahl der Zähne varriert zwischen 78 und 82. Im Oberkiefer befinden 14 oder 15 Reihen Zähne und im Unterkiefer befinden sich 21 oder 22 Reihen Zähne. Die Iris ist kastanienbraun, das obere Lid ist vollständig verknöchert. Die Jugendlichen weisen eine braune Farbe auf und sind mit unregelmäßigen Flecken besetzt.

Lebensweise

Der Brauen-Glattstirnkaiman lebt sehr sozial und verbringt die meiste Zeit des Tages am Ufer. Dir Hierarchie untereinander wird durch Größe und Aggressivität bestimmt. Dominante Individuen erhalten die besten Lebensräume, Fortpflanzungs- und Nahrungsplätze.
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Brauen-Glattstirnkaiman
Sie verteidigen ihre Position in der Regel durch eine Vielzahl von Gesten. Ein physischer Kontakt wird nur selten eingesetzt. Das dominante Männchen verjagt die anderen Männchen, so wird sichergestellt, dass sich das Männchen mit allen Weibchen in seinem Territorium paart.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Brauen-Glattstirnkaiman in folgenden Ländern verbreitet: Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Paraguay, Peru, Surinam und Venezuela. Die Prävalenz erstreckt sich vom Orinoco-Fluss im Norden, im Süden und im Süden Brasiliens bis in den Westen und Osten der Anden und bis zum Atlantik. Diese Kaiman-Art findet ihre Verbreitung im Regenwald Südamerikas. Insbesondere das Amazonas- und das Orinokobecken bilden das Hauptverbreitungsgebiet. Er bevorzugt wasserreiche Habitate wie überflutete Waldflächen, holzreiche Ufer von Seen und fliessenden Gewässern.

Ernährung

Die Ernährung richtet sich je nach Größe der Individuen. Kleine Individuen ernähren sich eher von kleinen Tieren, wie Frösche, Schnecken, kleine Säugetiere sowie von Insekten. Größere Individuen jagen neben Fischen auch Vögel und andere Reptilien.

Brauen-Glattstirnkaiman
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Brauen-Glattstirnkaiman

Fortpflanzung

Das Weibchen baut ein einfaches Hügelnest aus Pflanzenmaterialien und schlammiger Erde zum Teil über dem Boden an einer geschützten Stelle. Das Nest enthält etwa 10 bis 25 Eier. In der Wildnis gibt es nur ein Gelege pro Jahr und in Gefangenschaft kann es dagegen zu zwei bis drei Gelegen im Jahr kommen. Die Eier werden über einen Zeitraum von rund 100 Tagen ausgebrütet. Wie bei den adulten Tieren zeigt die Panzerung der Jungen eine quergebänderte Musterung, die teilweise auch gefleckt sein kann.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Brauen-Glattstirnkaiman heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Der Brauen-Glattstirnkaiman ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Brauen-Glattstirnkaiman selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Brauen-Glattstirnkaiman als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Weitere Synonyme

Brauen-Glattstirnkaiman
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Brauen-Glattstirnkaiman
  • Crocodilus palpebrosus - Cuvier, 1807
  • Jacaretinga moschifer - Spix, 1825
  • Champsa gibbiceps - Natterer, 1840
  • Champsa palpebrosa - (Cuvier, 1807)
  • Alligator palpebrosus - (Cuvier, 1807)
  • Paleosuchus palpebrosus - King & Burke, 1989
  • Paleosuchus palpebrosus - Gorzula & Senaris, 1999

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Paleosuchus palpebrosus (Cuvier, 1807)
  • Reinhard Radke, Krokodile. Expeditionen zu den Erben der Dinosaurier, Taschenbuch, Lübbe; Auflage: 1 (Oktober 2002) - ISBN 3785721056
  • Gunther Köhler, Krokodile Schildkröten Echsen, Herpeton; Auflage: 1. Aufl. (2000) - ISBN 3980621405
  • Günther Nietzke, Die Terrarientiere, Bd.3, Krokodile und Schlangen, Ulmer (Eugen); Auflage: 4., (Januar 2002) - ISBN 3800174596
  • Barbara Taylor, Krokodile, Franckh-Kosmos Verlag (2001) - ISBN 3440085481
  • Ludwig Trutnau, Krokodile, Taschenbuch, Westarp Wissenschaften, 2005 - ISBN 3894324201
  • Charles A. Ross, Krokodile und Alligatoren. Entwicklung, Biologie und Verbreitung,
    Bassermann; Auflage: 1 (Januar 2002) - ISBN 3572013194

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