Barrenringelnatter

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Barrenringelnatter
Natrix natrix helvetica

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Natricinae
Gattung: Echte Nattern (Natrix)
Art: Ringelnatter (Natrix natrix)
Unterart: Barrenringelnatter
Wissenschaftlicher Name
Natrix natrix helvetica
Lacépède, 1804

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet

Die Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica) ist eine Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix). Neben der Nominatform Ringelnatter (Natrix natrix natrix) ist sie eine der zwei in Deutschland vorkommenden Unterarten.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Im Allgemeinen ist diese Form kräftiger als die "normale" Ringelnatter, und bis 200 Zentimeter lang. Längen von bis zu 200 Zentimeter treten jedoch nur sehr selten auf, die durchschnittliche Länge liegt bei 100 bis 130 Zentimetern. Männchen bleiben grundsätzlich kleiner als Weibchen. Gekennzeichnet ist sie außerdem durch die sogenannten "Barren", schwarze Streifen, die sich vom Bauch bis zum Rücken hinziehen. Die Barrenringelnatter ist meistens heller als die Ringelnatter (Natrix natrix). Es können jedoch auch Schwärzlinge auftreten. Die Augen weisen runde Pupillen auf, der Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab und ist dorsal mit großen Schilden bedeckt. Markantes Merkmal ist ein meist schwach ausgeprägter, halbmondförmiger und gelblich gefärbter Fleck unmittelbar hinter dem Kopf. Bei schwarzen Farbmorphen fehlt diese Markierung völlig.

Lebensweise

Die tagaktive Barrenringelnatter ist nicht sonderlich aggressiv, wird sie angegriffen, spritzt sie ein übelriechendes Sekret aus ihrer Analdrüse, welches Feinde sehr effektiv vertreibt. Manchmal kommt es auch vor, dass sie sich totstellt. Die Barrenringelnatter gilt als ausgezeichnete Schwimmerin, sie flüchtet, wenn möglich meist ins Wasser.

Verbreitung

Verbreitet ist die Barrenringelnatter in Frankreich, der Schweiz und Österreich. In Deutschland kommt sie in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Südhessen und dem Saarland vor. Aus Nordrhein-Westfalen liegen Sichtungen aus dem gesamten Rheinland, dem nordwestlichen Sauerland und dem westlichen Westfalen vor. Im Bergischen Land und westlichen Westfalen treten jedoch überwiegend Mischformen mit der Nominatform (Natrix natrix natrix) auf. <1> Die Barrenringelnatter lebt in Wassernähe mit viel Vegetation und Steinen zum Verstecken. Beliebte Habitate sind naturnahe Weiher, Fischteiche, Gartenteiche und kleinere Bäche. Besiedelt wird sowohl die Ebene als auch Höhenlagen von über 2.000 Metern über NN. Dies ist beispielsweise in Österreich und der Schweiz der Fall.

Prädatoren, Parasiten

Zu den natürlichen Fleischfressern gehören vor allem Greifvögel (Falconiformes), Wildkatzen (Felis silvestris), verwilderte Hauskatzen (Felis silvestris forma catus), Baummarder (Martes martes), der Europäische Iltis (Mustela putorius) und Rotfüchse (Vulpes vulpes). Aber auch Reiher (Ardeidae) und andere räuberish lebende Vögel (Aves) stellen den Barrenringelnattern nach.

Ernährung

Zum Nahrungsspektrum gehören insbesondere Frösche (Ranidae), Salamander (Salamandridae), kleine Fische (Actinopterygii) und eher selten Mäuse (Mus). Beutetiere werden mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen. Auf Nahrungssuche geht die Barrenringelnatter ausschließlich am Tage.

Fortpflanzung

Männliche Barrenringelnattern erreichen die Geschlechtsreife für gewöhnlich im Alter von drei bis vier Jahren. Weibchen meist erst ein Jahr später mit vier bis fünf Jahren. Die Paarungszeit beginnt unmittelbar nach der Winterruhe, in der Regel ab Ende März oder im April. Nach einer Trächtigkeit von knapp zwei Monaten legt das Weibchen zwischen 10 und 30, selten auch mehr Eier an geschützter Stelle ab. Beliebte Eiablageplätze sind beispielsweise Komposthaufen, Laubhaufen, Misthaufen oder andere warme, sonnenbeschienene Plätze. Die Eier weisen eine Länge von 25 bis 35 Millimeter sowie eine Breite von 17 bis 20 Millimeter auf. Die Größe der Eier hängt von der Größe, dem Alter und dem Ernährungszustand eines Weibchens ab. Je größer das Weibchen, desto größer auch die Eier und das Gelege. Nach einer temperaturabhängigen Brutzeit von 60 bis 70 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Sie weisen eine Länge von 15 bis 18 Zentimeter sowie ein Gewicht von drei bis vier Gramm auf. Am oder in der Nähe des Schlupfplatzes erfolgt auch die Überwinterung. Die Ringelnatter kann unter günstigen Umständen ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch durchaus mehr.

Gefährdung und Schutz

In der deutschen Roten Liste wird sie wie die Nominatform der Ringelnatter unter der Kategorie 3 (gefährdet) geführt. In der Roten Liste der IUCN wird die Barrenringelnatter nicht geführt. Dort ist nur die Nominatform sowie die Unterarten Natrix natrix cetti und Natrix natrix schweizeri vertreten.

In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete gilt die Barrenringelnatter als bedroht oder gar stark bedroht. Zu den Gefährdungsfaktoren gehören insbesondere die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Trockenlegung von Feuchtgebieten. Aber auch der Straßenbau und die allgemeine Urbanisierung stellen eine große Gefahr dar. Ein weiteres großes Problem stellt die Wasserverschmutzung sowie der übermäßige Pestizideinsatz in der Landwirtschaft dar.

Anhang

Siehe auch

  • Weiterführende Informationen zur Ringelnatter (Natrix natrix)
  • oder Hauptartikel der Schlangen (Serpentes)

Literatur und Quellen

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