Zwergklapperschlange

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Zwergklapperschlange

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
Gattung: Zwergklapperschlangen (Sistrurus)
Art: Zwergklapperschlange
Wissenschaftlicher Name
Sistrurus miliarius
Linnaeus, 1766

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet

Die Zwergklapperschlange (Sistrurus miliarius) zählt zur Familie der Vipern (Viperidae) und gehört zur Gattung der Zwergklapperschlangen (Sistrurus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Zwergklapperschlange erreicht eine Länge von 50 bis 70 cm. Die Körperfärbung schwankt je nach Verbreitungsgebiet zwischen rötlich, rotbraun bis grau. Der längliche Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Pupillen der kleinen Augen sind senkrecht geschützt. Über den Augen sind vergrößerte Schuppen sichtbar. Das Schwanzende weist eine für Klapperschlangen typische Rassel auf. Die überwiegend nachtaktive Schlange hält in den nördlichen Verbreitungsgebieten eine zwei- bis dreimonatige Winterruhe.

Schlangengift

Als Viper verfügt die Zwergklapperschlange über ein Paar einklappbarer Gift- bzw. Fangzähne im vorderen Oberkiefer, welche eine Röhre beinhalten, durch die im Falle eines Giftbisses ein chemisch sehr komplex zusammengesetztes Toxingemisch (Schlangengift) in die Bisswunde appliziert wird. Das Gift enthält vor allem Peptide und Proteine, etliche mit enzymatischer Aktivität.

Mit einem Biss gibt die Zwergklapperschlange ein hochwirksames Hämotoxin ab. Aufgrund der geringen Giftmenge ist der Verlauf der Vergiftung beim Menschen jedoch zumeist glimpflich; Todesfälle in Zusammenhang mit dieser Schlangenart sind bislang noch nicht dokumentiert worden. Nach einem Biss kommt es vor allem zu lokalen Symptomen am gebissenen Gliedmaß: Schmerzen, Schwellungen, Hämatome, z.T. Nekrosen. Potentielle systemische Komplikationen sind innere Blutungen. Auf der Basis des Giftes dieser Art wurde das Medikament Eptifibatid (biotechnologisch hergestelltes Barbourin-Analogon) entwickelt, das z.B. zur Herzinfarktprophylaxe angewendet wird.

Unterarten

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Südosten der USA. Sie kommt häufig in den Gebieten South und North Carolina, Georgia, Alabama, Mississippi, Südwest-Tennessee, Florida und Ost-Texas vor. Sie bewohnt flache Waldgebiete und kommt auch an Randgebieten von Sümpfen und Gewässerrändern vor. Tagsüber hält sie sich meist unter Baumstämmen oder ähnlichen schutzbietenden Plätzen an.

Nahrung

Die Zwergklapperschlange ernährt sich vorwiegend von Mäusen, kleinen Eidechsen, Vögeln, Amphibien und Insekten, die durch einen Giftbiss getötet und im Ganzen mit dem Kopf voran verschlungen werden.

Fortpflanzung

Sistrurus miliarius barbouri
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Sistrurus miliarius barbouri

Die Geschlechtsreife wird mit etwa zwei Jahren erreicht. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe im Frühjahr. Die Zwergklapperschlange gehört zu den lebendgebährenden Schlangen. Nach einer Trächtigkeit von 90 bis 110 Tagen werden zehn bis dreizig, meist aber zwölf bis zwanzig Jungschlangen geboren. Sie weisen eine Schlupflänge von 15 bis 20 cm auf. Die Lebenserwartung liegt zwischen zehn und sechszehn Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
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