Zwerggürtelschweif

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Zwerggürtelschweif

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Gürtelechsen (Cordylidae)
Gattung: Echte Gürtelschweife (Cordylus)
Art: Zwerggürtelschweif
Wissenschaftlicher Name
Cordylus tropidosternum
Cope, 1869

Der Zwerggürtelschweif (Cordylus tropidosternum) ist ein Schuppenkriechtier aus der Familie der Gürtelechsen (Cordylidae). Er zählt zur Gattung der Echte Gürtelschweife (Cordylus). Im Englischen wird der Zwerggürtelschweif Tropical girdled lizard oder Dwarf sungazer genannt. Erstmals beschrieben wwurde die Art im Jahr 1869 von dem US-amerikanischen Wissenschaftler Edward Drinker Cope.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Zwerggürtelschweife erreichen eine Länge von rund 18 cm, wovon die Hälfe auf den Schwanz entfällt. Der dreieckige und wenig flache Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Der Körper ist mit kräftigen Schuppen versehen und leicht abgerundet. An den Körperseiten ist ein beidseitiges Stachelband zu sehen, dass bis zum Hals reicht. Die Grundfärbung des Rückens ist rotbraun bis kastanienbraun. Die Bauchseite ist gelblich bis hellbraun und deutlich glatter. Mit ihren kräftigen Krallen sind sie ausgesprochen gute Kletterer. Sie leben vornehmlich an und unter Totholz oder an umgestürzten Bäumen. Ihre Augen sind, typisch für Steppenbewohner, sehr klein. In der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe. Die Zwerggürtelschweife erreichen ein Alter von etwa 15 bis sogar 20 Jahren. Alle Arten seiner Gattung werden im Washingtoner Artenschutzabkommen, Anhang II, weltweit als geschützte Arten geführt.

Verbreitung

Der Zwerggürtelschweif kommt überwiegend im südöstlichen Afrika vor. Hauptverbreitungsgebiete sind Tansania, Moçambik, Kenia, der Osten von Sambia, Simbabwe und die Demokratische Republik Kongo. In den nördlichen Verbreitungsgebieten sind sie auch im Süden Äthiopiens anzutreffen. Sie bewohnen nicht die trockenen Savannen oder Steppengebiete wie die meisten anderen Arten der Gattung der Gürtelschweife (Cordylus), sondern Gebiete mit buschartiger Vegetation und einem guten Baumbestand wo sie gerne an Totholz oder in Baumhölen von umgestürzten Bäumen und an Bäumen hausen.

Ernährung

Zwerggürtelschweife sind reine Carnivoren und ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren. Insekten (Insecta) aller Art, wie zum Beispiel Käfer (Coleoptera), Heuschrecken (Orthoptera) und Spinnentieren (Arachnida). Trinken müssen die Tiere aüßerst selten, das sie die benötigte Feuchtigkeit haptsächlich über die Haut aufnehmen können.

Fortpflanzung

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Zwerggürtelschweife sind ovovivipar, das heist sie gehören zu den lebendgebärenden Echsen. Während der Paarungszeit nähert sich das Männchen dem Weibchen mit ruckartigen Bewegungen. Signalisiert das Weibchen Paarungsbereitschaft, so verbeißt sich das Männchen in ihren Nacken und es kommt zum Paarungsakt, der nur kurz dauert. Nach einer Tragezeit von etwa 4 Monaten bringt das Weibchen, in der Regel einmal jährlich, ein bis sechs Jungtiere zur Welt. Die Geburt findet in der Regel im Spätsommer statt. Die Jungtiere haben eine Größe von 65 bis 75 mm. Die Geschlechtsreife erreichen die Jungtiere nach ca. 3 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Prädatoren

Zu den Feinden der Zwerggürtelschweife zählen vor allem Greifvögel (Falconiformes), wie der Wanderfalke (Falco peregrinus) und der Gaukler (Terathopius ecaudatus), sowie Schlangen (Serpentes) und Warane (Varanus). Bei Gefahr ziehen sich die Tiere in Felsspalten oder in Erdlöcher zurück und legen ihren stacheligen Schwanz in Richtung ihres Feindes. Wenn dieser dann zubeist, beist er lediglich in den stacheligen Schwanz des Zwerggürtelschweifs.

Schutz

Der Zwerggürtelschweif wird im Washingtoner Artenschutzabkommen Anhang II geführt, da sein Überleben durch den internationalen Handel in einigen Ländern gefährdet wird.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Oliver Drewes: Terrarientiere von A bis Z, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2004 ISBN 3-7742-6316-7
  • Peter Fritz: Zwerggürtelschweife: Haltung und Vermehrung von Cordylus tropidosternum, Reptilia 65 (2005): S.24-31 ISSN - 1431-8997
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