Zwergblauschaf

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Zwergblauschaf
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Pseudois
Art: Zwergblauschaf
Wissenschaftlicher Name
Pseudois schaeferi
Hodgson, 1833

IUCN-Status
Endangered (EN)

Das Zwergblauschaf (Pseudois schaeferi) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Pseudois. Im Englischen wird die Art Dwarf Bharal oder Dwarf Blue Sheep genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von Arten der Gattung stammen aus dem späten Pleistozän. Es handelt sich bei den Fossilien um Schädelfragmente und Hornreste. Die Funde stammen aus einer Höhle in der chinesischen Provinz Liaoning (Wang & Hoffmann, 1987).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Zwergblauschaf erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 106 bis 160 cm eine Schulterhöhe von 60 bis 80 cm, eine Schwanzlänge von 7 bis 17 cm sowie ein Gewicht von 25 bis 39 kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist im Winter überwiegend silbergrau gefärbt, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Im Sommer ist das Fell mehr graubraun. Die Hörber erreichen eine Länge von 40 bis 60 cm. Das Zwergblauschaf verfügt über 7 Halswirbel (Cervical vertebrae), 13 Brustwirbel (Thoracic vertebrae), 4 Kreuzbeinwirbel (Sacral vertebrae) und 10 Steißbeinwirbel (Coccygeal vertebrae). Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i0/3, c0/1, p3/3, m3/3 (Wang & Hoffmann, 1987).

Lebensweise

Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Zwergblauschafe leben in kleinen Herden mit bis zu 10, selten bis 15 oder mehr Tieren. Männchen leben mitunter auch einzelgängerisch oder in Junggesellengruppen. Die größten Aktivitäten entfalten die Tiere zwischen dem Vormittag und späten Nachmittag. Die Siedlungsdichte liegt zwischen 0,5 und 1,0 (0,75) Individuen je km² (Wang & Hoffmann, 1987).

Verbreitung und Lebensraum

Das Zwergblauschaf ist nur in einem kleinen Gebiet in der oberen Jangtse-Schlucht in der chinesischen Provinz Sichuan. Dieses Gebiet erstreckt sich über kaum 300 km². Die Tiere besiedeln die Täler des Jangtse und die steilen Berghänge entlang des Flusses. Die Art tritt in Höhen von 2.600 bis 3.200 m über NN in Erscheinung. In diesem Lebensraum ist Vegetation nur spärlich vorhanden. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen Zitronengräser (Cymbopogon), Berberitzen (Berberis), Rosen (Rosa), Zwergmispeln (Cotoneaster), Meerträubel (Ephedra), Rhododendren (Rhododendron) und Moosfarne (Selaginella) (Wang & Hoffmann, 1987).

Biozönose

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Zwergblauschafe zählen der Wolf (Canis lupus), der Rothund (Cuon alpinus), der Leopard (Panthera pardus) sowie größere Greifvögel (Falconiformes) (Wang & Hoffmann, 1987).

Ernährung

Zwergblauschafe ernähren sich von Gräsern, Moosen, Flechten und kleinen Sträuchern. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt am Tage (Wang & Hoffmann, 1987).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Die Geschlechtsreife wird bei Weibchen im Alter von 1,5 Jahren erreicht, Männchen kommen meist erst im Alter von 7 Jahren zu ihrer ersten Paarung. Die Paarungszeit erstreckt sich von Mitte November bis Mitte Dezember. Nach einer Tragezeit von rund 160 Tagen bringt ein Weibchen zwischen Ende Mai und Ende Juni ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind dokumentiert, jedoch selten. Der Nachwuchs wird im Alter von 6 Monaten entwöhnt (Wang & Hoffmann, 1987).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Zwergblauschafe gehören heute zu den stark gefährdeten Arten und werden daher in der Roten LIste der IUCN in der Kategorie EN, Endagered, geführt. Die größte Gefahr geht heute von der Bejagung der Tiere sowie von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume aus (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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