Zweifarbenpitohui

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Zweifarbenpitohui

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Pitohuis (Pitohui)
Art: Zweifarbenpitohui
Wissenschaftlicher Name
Pitohui dichrous
(Bonaparte, 1850)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Zweifarbenpitohui (Pitohui dichrous) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögeln (Corvidae) zur Gattung der Pitohuis (Pitohui). Im Englischen wird der Zweifarbenpitohui hooded pitohui genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der männliche adulte Zweifarbenpitohui erreicht eine Körperlänge von etwa 25,0 Zentimeter. Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) mißt etwa 3,0 Zentimeter, die Flügellänge etwa 11,4 Zentimeter, die Schwanzlänge etwa 11,4 Zentimeter und die Tarsuslänge etwa 3,8 Zentimeter. Das Obergefieder des Männchens weist eine kastanienbraune Färbung, einschließlich der oberen Schwanzdeckfedern auf. Die Kopfhaube, die Seiten des Gesichtes, der Hals sowie der Nacken sind von einer schwarzen Färbung. Das übrige Gefieder reicht von Orangefarben bis Beigefarben, einschließlich der unteren Flügel und Schwanzfedern sowie der Unterschwanzdecken. Die Flügeldecken sind wie der Rücken kastanienbraun gefärbt. Die größeren und mittleren Federn dagegen sind wiederum schwarz getönt. Die Federkiele und der Schwanz selbst weisen eine schwarze Färbung auf. Der Schnabel ist ebenfalls schwarz getönt.

Der weibliche adulte Zweifarbenpitohui erreicht eine Körperlänge von etwa 27,4 Zentimeter. Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) mißt etwa 3,2 Zentimeter, die Flügellänge etwa 12,2 Zentimeter, die Schwanzlänge etwa 12,0 Zentimeter und die Tarsuslänge etwa 3,8 Zentimeter. Das Weibchen ähnelt in der Gefiederfärbung fast dem Männchen, jedoch sind der schwarz gefärbte Kopf und Hals etwas durch eine olivbraune Färbung verdeckt. Die Federkiele erscheinen äußerlich etwas bräunlich verwaschen und die äußeren Schwanzfedern weisen eine bräunliche Tönung auf.

Sturkturformel des Giftes Batrachotoxin (BTX) - Dieses Gift ist in der Haut und in den Federn des Zweifarbenpitohui enthalten
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Sturkturformel des Giftes Batrachotoxin (BTX) - Dieses Gift ist in der Haut und in den Federn des Zweifarbenpitohui enthalten

Die Jugendlichen erreichen eine Körperlänge von etwa 27,7 Zentimeter. Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) mißt etwa 2,3 Zentimeter, die Flügellänge etwa 11,7 Zentimeter, die Schwanzlänge etwa 11,7 Zentimeter und die Tarsuslänge etwa 3,3 Zentimeter. Generell weist das Obergefieder der Jugendlichen eine kastanienbraune Färbung auf. Am wenigsten zeigt sich eine einheitliche Färbung an den Flügeldecken und am Rücken. Die größeren und mittleren Flügelfedern sind aschfarben braun getönt und leicht zeigt sich eine verwaschene olivfarbene Tönung. Des Weiteren befinden sich an den Federrändern oliv-braune Einschüsse. Die Federkiele sind von einer dunkelbraunen Färbung. Die Armschwingen weisen eine aschfarben braune bis olivfarbene Tönung auf, die auch etwas verwaschen wirkt. Der Schwanz ist ebenfalls aschfarben braun und an den Federrändern zeigt sich ebenfalls eine verwaschene olivfarbene Tönung. Der Kopf und die Kappe sind von einer grauen Färbung, ebenfalls die Seiten des Gesichtes und des Halses. Ferner sind die Oberschenkel und die unteren Flügel- und Schwanzfedern sowie die Unterschwanzdecken grau getönt.

Lebensweise

Der Zweifarbenpitohui und seine zwei engsten Verwandten, der Ocker-Pitohui (Pitohui kirhocephalus) und der Einfarben-Pitohui (Pitohui ferrugineus), sind die ersten dokumentierten giftigen Vögel. Ein Neurotoxin namens Batrachotoxin (BTX) ist in der Haut und in den Federn der Vögel enthalten ist. Dieses Gift verursacht Taubheit und Kribbeln, wenn man die Vögel berührt. Der Zweifarbenpitohui erwirbt sein Gift von einem Teil seiner Ernährung, und zwar einem Käfer Choresine pulchra aus der Familie der Melyridae. Dieser Käfer ist möglicherweise auch eine Quelle des tödlichen Batrachotoxin BTX), das auch in den Hautdrüsen der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) enthalten ist. Des Weiteren ist das Gift Batrachotoxin (BTX) ebenfalls bei dem Blaukappenflöter (Ifrita kowaldi) und dem Wald-Dickkopf (Colluricincla megarhyncha) zu finden.

Unterarten

Papua New Guinea
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Papua New Guinea

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Zweifarbenpitohui in Indonesien und auf Papua-Neuguinea vor. Der Zweifarbenpitohui lebt zumeist in subtropischen und tropischen Trockenwäldern, subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwäldern, in subtropischen und tropischen Wäldern mit Mangroven-Vegetation und Gezeiten-Hochwasser, subtropischen und tropischen feuchten Montanwäldern sowie in subtropischen und tropischen stark degradierten ehemaligen Wäldern.

Ernährung

Der Zweifarbenpitohui ist ein Allesfresser. Zu seiner pflanzlichen Nahrung gehören unter anderem Sämereien und Früchte. An tierischer Nahrung nimmt er Vogeleier, junge Vögel, aber auch Mäuse, größere Insekten wie Käfer und deren Larven zu sich. Er sucht seine Nahrung sowohl in den Bäumen als auch auf dem Boden. Als tagaktiver Vogel geht er nur am Tage auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Papua New Guinea
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Papua New Guinea

Die Geschlechtsreife wird etwa mit Beginn des zweiten Lebensjahres erreicht. Die Brutsaison des Zweifarbenpitohui erstreckt sich meist über die Regenzeit in den Monaten von März bis April. Die Nester werden in hohen Bäumen errichtet und bestehen aus Wurzelwerk, Ästchen und Blättern. Ausgepolstert wird das Nest mit Moosen, Wolle und Haaren. Das Weibchen legt drei bis vier Eier. Die Eier weisen eine grünliche Färbung auf und sind mit sehr feinen braunen Flecken besetzt. Die Brutzeit erstreckt sich dabei über rund 17 bis 19 Tage, wobei nur das Weibchen auf den Eier sitzt und sie wärmt. Die Nestlingszeit beträgt rund drei bis vier Wochen. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Der Zweifarbenpitohui zeigt ein starkes Nest-Abwehrverhalten. Eindringlinge werden gnadenlos angegriffen bis sie sich zurückziehen. Insgesamt bleibt der Familienverband für rund drei Monate zusammen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Zweifarbenpitohui heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Zweifarbenpitohui selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Zweifarbenpitohui als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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