Zweifarbenpfäffchen

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Zweifarbenpfäffchen
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Ammern (Emberizinae)
Tribus: Thraupini
Gattung: Pfäffchen (Sporophila)
Art: Zweifarbenpfäffchen
Wissenschaftlicher Name
Sporophila leucoptera
(Vieillot, 1817)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Zweifarbenpfäffchen (Sporophila leucoptera), auch unter dem Synonym Coccothraustes leucoptera bekannt, zählt innerhalb der Familie der Finken (Fringillidae) zur Gattung der Pfäffchen (Sporophila). Im Englischen wird das Zweifarbenpfäffchen white-bellied seedeater genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Zweifarbenpfäffchen erreicht eine Körperlänge von etwa 11,4 bis 12,0 Zentimeter. Der kräftige konisch geformte Schnabel des Männchens ist mattgelb oder pink-gelb gefärbt. Der Kopf, die Flügel, der Rücken sowie der Schwanz des Männchens weisen eine bläulich-graue Färbung auf. Die Kehle, die Brust sowie der Bauch und die Schwanzunterseite sind von einer beigefarbenen, rosafarbenen oder von einer hellbeigen Tönung. Des Weiteren weisen die Flügel ein prominentes weißes Spekulum auf und gelegentlich zeigt sich ein schmales weißes Steißband. Das Obergefieder des Weibchens ist von einer olivbraunen oder hellbraunen Färbung, während die Brust und die Unterseite hell gelbbraun erscheinen und der Bauch etwas weißlich schimmert.

Lebensweise

Für gewöhnlich hält sich das Zweifarbenpfäffchen auf Grasflächen mit vereinzelten Büschen und Gestrüpp auf, aber fast immer in der Nähe von Wasser. Des Weiteren findet man das Zweifarbenpfäffchen in sumpfigen Gebieten sowie in Flussmargen oder in der Nähe von Seen. Das Zweifarbenpfäffchen lebt einzeln oder paarweise, jedoch nicht in Trupps und selten oder nie trifft man das Zweifarbenpfäffchen mit anderen assoziierten Pfäffchen an. Der Gesang des Männchens ist eine einzige klare Note und klingt etwa wie "cleeu, cleeu, cleeu, cleeu, cleeu, cleeu". Der Gesang wird von einer Ansitzwarte aus vorgetragen. Dies können unter anderem erhöhte Punkte wie Äste in Bäumen oder Büschen sein. Das Zweifarbenpfäffchen kommt im Südosten von Peru (Tambopata und Madre de Dios), im Norden und im Osten von Bolivien sowie in Zentral- und Ost-Brasilien (südlich von s. Maranhão, Piauí und Pernambuco, südlich und nördlich von São Paulo, westlich und südlich von Mato Grosso), im Osten von Paraguay (westlich bis Pantanal entlang des Río Paraguay) und im Nordosten Argentiniens (südlich und nördlich von Santa Fe) vor. Auch isolierte Populationen findet man an der Mündung des Amazonas (Mexiana Is.) und im Süden von Suriname (Sipaliwini). Ferner hält sich das Zweifarbenpfäffchen in einer Höhe von etwa 800 Metern auf.

Unterarten

Zweifarbenpfäffchen - Männchen
vergrößern
Zweifarbenpfäffchen - Männchen

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt das Zweifarbenpfäffchen in folgenden Ländern vor: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru und Suriname. Das Zweifarbenpfäffchen hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Heideflächen, subtropisches und tropisches trockenes Grünland, subtropisches und tropisches saisonbedingtes überschwemmtes Grünland, Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, Süßwasserseen über 8 Hektar sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Zweifarbenpfäffchen gehören zu den Allesfressern und ernähren sich sowohl von Spinnentieren, Insekten und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie Sämereien, Gräser, Früchte, Beeren und Körner aller Art. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung ist mit etwa dreiviertel deutlich höher als der tierische Anteil. Die Nahrung wird überwiegend auf dem Boden gesucht.

Fortpflanzung

Das Zweifarbenpfäffchen erreicht die Geschlechtsreife mit knapp einem Jahr. Die napfartigen Nester werden am Boden unter dichtem Buschwerk angelegt. Das Nest wird vom Weibchen alleine aus Pflanzenfasern, Halmen und anderen weichen Materialien errichtet. Ein Gelege besteht meist aus drei bis fünf Eier. Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Gefüttert wird der Nachwuchs mit nahrhaften Insekten und Spinnentieren sowie Insektenlarven. Bereits im Alter von 12 bis 14 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch rund zwei Wochen bei den Eltern. Während der Nestlingszeit kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung mit Nahrung.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört das Zweifarbenpfäffchen heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das Zweifarbenpfäffchen ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt das Zweifarbenpfäffchen selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird das Zweifarbenpfäffchen als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge