Zeresamadine

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Zeresamadine

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Passeroidea
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Sonnenastrilde (Neochmia)
Art: Zeresamadine
Wissenschaftlicher Name
Neochmia modesta
Gould, 1837

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Zeresamadine (Neochmia modesta) gehört innerhalb der Familie der Prachtfinken (Estrildidae) zur Gattung der Sonnenastrilde (Neochmia). Die Zeresamadine ist auch unter dem Synonym Neochmia modesta bekannt. Im Englischen wird die Zeresamadine Plum-headed Finch, Cherry Finch oder Diadem Finch genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Zeresamadine erreicht eine Körperlänge von etwa 11 bis 12 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht kein nennenswerter Dimorphismus weder in der Größe noch in der Gefiederfärbung. Der Stirnbereich, die Kehle und der Scheitel sind rotbraun bis schokoladenbraun gefärbt. Der Überaugenstreif ist schwarzbraun bis schwarz. Die Kopfseiten sind weißlich gefärbt und weisen eine feine braune Riffelung auf. Die hintere Kopfseite sowie der Nacken und der Rücken sind überwiegend bräunlich gefärbt, wobei die einzelnen Federchen hell gesäumt erscheinen. Die Oberschwanzdecken sind überwiegend dunkelbraun und zimtbraun geriffelt. Die Brust und der Bauch weisen eine weißliche Grundfärbung auf. Aber auch hier zeigt sich eine feine Riffelung. Die Riffelung fehlt nur im zentralen Bauchbereich und am Bürzel. Der einzige merkbare Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich im Scheitelbereich. Beim Weibchen ist der Scheitel mehr bräunlich statt rotbraun gefärbt. Dieser Unterschied ist jedoch eher marginal. Im Gegensatz zur Größe des Körpers ist der Schnabel verhältnismäßig kurz und dick und an der Basis stark verbreitert sowie leicht konvex geformt. Der Schnabel selbst weist eine schwarze Färbung auf. Die Extremitäten sind hellbraun getönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorne zeigen. Die Zehen weisen ebenfalls eine gelbbraune bis hellbraune Färbung auf.

Lebensweise

Zeresamadinen sind durchaus gesellige Vögel, die außerhalb der Paarungszeit in größeren Trupps anzutreffen sind. Nicht selten weisen diese Trupps eine Stärke von einigen Hundert Vögeln auf. Während der Paarungszeit ziehen sich Zeresamadinen paarweise zurück und führen eine versteckte und verschwiegene Lebensweise. Zeresamadinen sind ausgesprochen gute Flieger, im Flug fallen besonders die wellenartigen Bewegungen auf. Die Balz der Zeresamadinen ist durch einen rhythmischen Tanz geprägt, der in geduckter Haltung vorgetragen wird. Das Männchen trägt in seinem Schnabel einen Grashalm und plustert dabei seine Federn auf. Er nimmt eine horizontale Haltung ein und setzt sich neben seine Partnerin, die sich ebenso verhält. Haben beide Partner diese Position eingenommen, dann spannt das Männchen seinen Hals und seinen Schwanz in Richtung der Partnerin und umgekehrt. Das Männchen singt und beginnt einen rhythmisierten Tanz, der dann letztendlich zu einer Kopulation führt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Zeresamadinen erstreckt sich über das westliche und südwestliche Australien. Sie sind in weiten Teilen von New South Wales und Queensland endemisch. Auch wenn die Art nicht gefährdet ist, so sind die Vögel nicht häufig anzutreffen. Zu den natürlichen Lebensräumen zählen insbesondere lichte Wälder, Baum- und Strauchsavannen, Wiesen mit üppigem Grasbewuchs sowie Sumpfgebiete und Feuchtwiesen. Schutz sucht die Zeresamadine zumeist im dichten Gras oder Unterholz. Kleine Bäume und Büsche dienen nicht nur als Schutz, sondern auch als Nistplatz. Ein Gewässer, gleich welcher Art, befindet sich immer im Lebensraum der Zeresamadine.

Ernährung

Zeresamadinen ernähren sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Nahrung. Zur tierischen Nahrung gehören Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida). Besondere Leckerbissen stellen dabei Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera) dar. Aufgewertet wird der Speiseplan durch Sämereien verschiedener Gräsern und andere Körner. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen sowohl am Boden als auch kletternd im Geäst von Bäumen und Büschen. Der Großteil der aufgenommenen Nahrung entfällt auf Sämereien. Zeresamadinen suchen täglich Wasserquellen auf, da sie auf Trinkwasser angewiesen sind.

Fortpflanzung

Die Zeresamadine erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres, meist im Alter von neun bis zehn Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich im australischen Frühjar und Sommer von September bis in den Januar hinein. Die Nester entstehen in niedriger Höhe meist in Astgabeln kleiner Bäume oder Büsche. Das kuppelförmige Konstrukt entsteht aus Gräsern, Wurzelfasern und ähnlichen Materialien und weist einen seitlichen Eingang auf. Es erreicht meist eine Größe von gut 16 Zentimeter in der Höhe und 10 Zentimeter in der Breite. Als Baumeister betätigt sich überwiegend das Weibchen, wobei das Männchen sein Weibchen meist unterstützt. Das Männchen sorgt in der Regel für Baumaterial, das vom Weibchen verbaut wird. Das Nestinnere wird mit weichen Materialien wie Federn und Tierhaaren ausgepolstert. In das fertige Nest legt das Weibchen fünf bis acht weißlich gefärbte Eier, deren Inkubation zwischen zwölf und vierzehn Tagen variiert. Am Wärmen der Eier beteiligen sich beide Geschlechter. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa drei Wochen. Während dieser Zeit wird der Nachwuchs von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt.

Gefährdung und Schutz

Die Zeresamadine gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich im westlichen und südlichen Australien annähernd von über 1 Millionen Quadratkilometern. Die Zeresamadine ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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