Woodhouse-Kröte

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Woodhouse-Kröte

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Woodhouse-Kröte
Wissenschaftlicher Name
Bufo woodhousii
Girard, 1854

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Woodhouse-Kröte (Bufo woodhousii) zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Echten Kröten (Bufo). Im Englischen wird die Woodhouse-Kröte Woodhouse's Toad genannt. Die Woodhouse-Kröte wurde zu Ehren von Samuel Washington Woodhouse, einem amerikanischen Naturwissenschaftler, benannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Woodhouse-Kröte erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 6,5 bis 12,5 Zentimeter. Männchen bleiben deutlich kleiner und auch leichter als Weibchen. Die Haut ist variabel gefärbt. Sie kann bräunlich, olivgrün bis olivbraun, leicht günlich oder gelblichbraun gefärbt sein und weist eine stark warzige Oberfläche auf. Die Warzen verteilen sich vor allem rechts und links der hellfarbigen dorsalen Linie, die sich von der Schnauzenspitze bis zum Körperende erstreckt. Bei juvenilen Kröten fehlt die dorsale Linie. Der Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab und die Schnauze endet stumpf. Die Augen befinden sich seitlich etwas hervorstehend am Kopf, die Pupillen sind oval geformt. Der Oberkopf weist oberhalb der Augen deutlich sichtbare Kämme auf. Das Männchen besitzt eine große runde Schallblase. Mit dieser Schallblase erzeugt das Männchen die charakteristischen Balzrufe. Die Giftdrüsen konzentrieren sich vor allem im Nackenbereich. Sie sondern ein Gift ab, dass sie für die meisten Fleischfresser ungenießbar macht. Das Gift löst bei Fleischfressern Brechreiz, Übelkeit und unregelmäßigen Herzschlag aus. Gelegentlich führt das Gift auch zum Tode. Auch der Mensch sollte eine Woodhouse-Kröte nicht mit blossen Händen anfassen, da das Gift durchaus schwere Hautreizungen auslösen kann. Man sollte sich unbedingt nach Kontakt gründlich die Hände waschen. Eine Berührung mit den Augen ist unbedingt zu vermeiden, da ein Kontakt zur Erblindung führen kann.

Lebensweise

Woodhouse-Kröten sind ausschließlich in der Nacht aktiv. Am Tage halten sie sich an geschützten Plätzen unter der Erde in Erdlöchern oder ähnlichem auf. Fehlen Erdlöcher, so halten sich die Woodhouse-Kröten auch in dichter Vegetation auf. Nur während der Paarungszeit, insbesondere auf den Wanderungen zu den Laichgewässern lassen sie sich auch am Tage beobachten. Während der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe. Dazu werden in der Regel unterirdische Höhlen aufgesucht. Derartige Plätze müssen frostsicher sein. Die Winterquartiere sind zudem relativ feucht und geben ausreichend Feuchtigkeit an die Woodhouse-Kröten ab, die die Feuchtigkeit über die durchlässige Haut aufnehmen.

Unterarten

Verbreitung

Woodhouse-Kröten kommen in weiten Teilen des westlichen und zentralen Nordamerikas vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südwestlichen Kanada über die westlichen und zentralen US-Bundesstaaten bis ins südliche Mexiko vor. In die USA liegt die Verbreitungsgrenze in Nordsüd-Richtung zwischen North Dakota im Norden und Louisiana im Süden. Woodhouse-Kröten besiedelt zahlreiche Lebensräume wie Sumpfgebiete, Gräben, Feuchtwiesen, die Ufer von Flüssen und anderen Gewässern sowie in Menschennähe auch Teiche und Seen sowie landwirtschaftliche Feuchtflächen. In Höhenlagen kommen die Kröten in Mittelgebirgen bis in Höhen von über 2.500 Metern vor. Auch Wüsten und Halbwüsten werden besiedelt, wenn ein Gewässer vorhanden ist. Die Eiablage erfolgt in der Regel im Flachwasser von Sümpfen und kleinen stehenden Gewässern. Selbst temporäre Wasserlachen werden zuweilen genutzt.

Prädatoren, Parasiten

Zu den natürlichen Fleischfresser adulter Woodhouse-Kröten gehören vor allem Schlangen (Serpentes) wie die Kiefernatter (Pituophis melanoleucus). Kaulquappen und juvenile Frösche werden auch vom Wegekuckuck (Geococcyx californianus), Grünlichen Wassermolchen (Notophthalmus viridescens), Querzahnmolchen (Ambystoma), Diamantbarschen (Enneacanthus obesus) und Forellenbarschen (Micropterus salmoides) gefressen. Einige Sichtungen lassen auch die Vermutung aufkommen, dass Streifenskunks (Mephitis mephitis) und Waschbären (Procyon) Woodhouse-Kröten keineswegs verschmähen. Die Kröten haben den meisten Fleischfressern kaum etwas entgegen zu setzen. Ihr einziger Schutz sind dorsale Drüsen, über die ein giftiges Sekret abgegeben wird. Auch die Larven verfügen bereits über derartige Drüsen. Zu den bekanntesten Parasiten gehören insbesondere verschiedene Bandwürmer (Cestoda). Ein starker Befall kann durchaus zum Tode führen.

Ernährung

Auf der Speisekarte adulter Woodhouse-Kröten stehen vor allen verschiedene Gliederfüßer (Arthropoda) und Weichtiere (Mollusca). Dazu gehören insbesondere Insekten (Insecta) in passender Größe wie beispielsweise Käfer (Coleoptera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und Ameisen (Formicoidea). Aber auch Schnecken (Gastropoda), Regenwürmer (Lumbricidae) und Spinnentiere (Arachnida) werden in großer Zahl gefressen. Lokalisiert werden Beutetiere durch den gut entwickelten Sehsinn. Ist ein Beutetier in erreichbarer Nähe, so wird es mit der klebrigen Zunge gefangen. Beutetiere werden grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Die Larven der Woodhouse-Kröte besitzen in ihrer Mundöffnung kleine Zähnchen, mit denen sie von den Felsen oder von den Steinen die Algen abzupfen. Des weiteren ernähren sich die Larven von totem organischem Material sowie von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Woodhouse-Kröten erreichen die Geschlechtsreife mit ein bis zwei Jahren. In Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Paarungszeit vom zeitigen Februar (Mexiko) bis in den September (nördliche USA, Kanada) hinein. In der Regel geht die Paarungszeit mit der beginnenden Trockenzeit einher. Die letzten großen Regenfälle stimulieren das Paarungsverhalten der Kröten. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Wanderungen zu den Laichgewässern. Als Laichgewässer werden stehende und flache Gewässer wie Seen, Teiche, Überschwemmungsbereiche und auch temporäre Lachen angenommen. Selbst Viehtränken werden lokal genutzt. Die Paarungszeit erstreckt sich über drei bis vier Monate. In den Nächten sind die lautstarken Balzrufe der Männchen zu hören, mit dem Ziel, Weibchen anzulocken. Der Kern der Balzzeit erstreckt sich für gewöhnlich über zwei bis sechs Wochen. Die charakteristischen Balzrufe erstrecken sich etwa über ein bis vier Sekunden und erreichen eine Frequenz von 1,4 bis 2 kHz. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Das Weibchen stößt durch Muskelkontraktion in mehreren Schüben, die durchaus über mehrere Tage verteilt sein können, bis zu 28.000 Eier aus. Die Eiablage erfolgt in gallertartigen Strängen, meist am Gewässerrand in dichter Ufervegetation. Ein Ei weist einen Durchmesser von drei bis vier Millimeter auf. Durch die Muskelkontraktion des Weibchens bemerkt das Männchen die nahende Eiablage. Es setzt zeitgleich seine Samenflüssigkeit ab, wodurch die Eier befruchtet werden.

Nach wenigen Tagen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen, die dorsal eine schwärzliche, ventral eine hellbraune Färbung aufweisen. Die Larven bevorzugen schlammigen Untergrund und eine dichte Uferbewachsung, wo sie Zuflucht finden können. Die larvale Phase erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet, Wassertemperatur und Nahrungsangebot über fünf bis 8 Wochen. Die Metamorphose beginnt bei den Larven mit einer Gesamtlänge von rund drei Zentimeter. Dies entspricht einer Körperlänge von gut 1,5 Zentimeter. Das Wachstum mit beginnender Metamorphose beträgt etwa 10 Millimeter pro Monat. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Sie ernähren sich hauptsächlich von Mikroorganismen und totem Material. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach etwa zwei Monaten abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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