Wildschaf

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Wildschaf

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Schafe (Ovis)
Art: Wildschaf
Wissenschaftlicher Name
Ovis orientalis
Gmelin, 1774

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Das Wildschaf (Ovis orientalis) zählt mit seinen Unterarten innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Schafe (Ovis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Wildschaf erreicht je nach Unterart eine Körperlänge von bis zu 160 cm, eine Standhöhe von bis zu 120 cm sowie ein Gewicht von gut 200 Kg. Weibchen (Schafe) bleiben deutlich kleiner als Männchen (Böcke). Die größte Unterart stellt Ovis orientalis ammon dar. Männchen verfügen über gewaltige schneckenförmige Hörner, die eine Länge von 80 cm erreichen können und den Revierkämpfen während der Brunftzeit dienen. Die Hörner der Weibchen, wenn sie denn welche besitzen, sind weniger schneckenförmig und eher nach hinten gebogen. Die Hörner werden nicht abgestoßen und wachsen ein lebenlang. Das in der Regel glatte Haarkleid weist eine rotbraune bis braune Grundfärbung auf, die im Winter deutlich dunkler erscheint. Die Körper der hochbeinigen Wildschafe sind schlank aber kräftig gebaut. Hufe und Haftschalen sind sehr gut an den trockenen und steinigen Lebensraum angepasst.

Die tagaktiven Wildschafe leben in zum Teil großen Rudeln, die aus Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Angeführt wird ein Rudel von einem weiblichen Alttier. Im Winter schließen sich oft mehrere Rudel zu Gruppen von über 100 Tieren zusammen. Böcke hingegen leben einzelgängerisch und stoßen nur zur Paarungszeit zu den Weibchen. Das Sehvermögen sowie der Geruchssinn sind bei den Tieren ausgesprochen gut entwickelt. Zu den Hauptfeinden zählen neben Bären und Luchsen auch Wölfe und Schneeleoparden. Große Greifvögel können auch Lämmer reissen. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete ist das Wildschaf bedroht, die Bestände sind zum Teil stark rückläufig.

Unterarten

Die Einteilung in nachstehende Unterartenh gilt als umstritten.

Verbreitung

Wildschafe sind recht weit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mitteleuropa bis nach Asien. Sie kommen in europäischen Mittelgebirgen, dem Balkan, Korsika, Sardinien, Zypern, dem Kaukasus sowie dem Vorderen Orient und Asien vor. Sie bevorzugen gebirgige Landschaften bis ins Hochgebirge von rund 6.000 Metern. Ihre natürlichen Habitate sind trockene, steinige und steppenartige Landschaften. Feuchtgebiete werden strikt gemieden. In Mitteleuropa wurden sie auch im Flachland und den angrenzenden Mittelgebirgen angesiedelt und bewohnen hier auch Mischwald.

Nahrung

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Neben Gräsern, Kräutern und Laub fressen sie hier und da auch Moose und Flechten. Zum Ärgernis der Forstbetriebe schälen sie in Notzeiten auch die Rinde von einigen Baumarten.

Fortpflanzung

Das Wilfschaf erreicht die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten. Je nach Unterart beginnt die Brunft im Oktober. Während der Brunft kommt es zwischen den Männchen zu erbitterten Kämpfen, die sich in harten Kopfstößen ausdrücken. Diese Kämpfe können durchaus über mehrere Stunden anhalten. Nach einer Tragezeit von 150 bis 160 Tagen bringt das Weibchen durchschnittlich ein oder zwei Lämmer zur Welt, die der Mutter kurz nach der Geburt folgen können. Nach etwa sechs Monaten werden die Jungtiere entwöhnt. Das Wildschaf kann ein Alter von gut dreizehn bis fünfzehn Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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