Wildmeerschweinchen

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Wildmeerschweinchen

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Überfamilie: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
Familie: Meerschweinchen (Caviidae)
Unterfamilie: Eigentliche Meerschweinchen (Caviinae)
Gattung: Echte Meerschweinchen (Cavia)
Art: Wildmeerschweinchen
Wissenschaftlicher Name
Cavia aperea
Erxleben, 1777

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Wildmeerschweinchen (Cavia aperea) zählt innerhalb der Familie der Meerschweinchen (Caviidae) zur Gattung der Echten Meerschweinchen (Cavia). Das Wildmeerschweinchen gilt als die Stammform des Hausmeerschweinchens. Im Englischen wird die Art Brazilian Guinea Pig genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Wildmeerschweinchen erreicht eine Körperlänge von 20 bis 25 cm sowie ein Gewicht von bis zu 1.000 Gramm. Der Körperbau ist ausgesprochen zierlich und schmal. Das lange und rauhe Fell weist eine graue bis graubraune Färbung auf. Die Ohren sind von stehender und leicht gerundeter Form. Nicht alle Sinne des Wildmeerschweinchens sind gut ausgebildet. Aufgrund ihrer Dämmerungs- und Nachtaktivität können sie eher schlecht sehen. Ihr Gruchs- und der Gehörsinn sind hingegen sehr gut entwickelt. Fressfeinde können sie bereits aus beträchtlicher Entfernung wittern. Im Falle der Flucht können sie rasch laufen und können Luftsprünge von über einem halben Meter vollführen.

Wildmeerscheinchen leben in kleinen Gruppen, die aus einem Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Tiere des gleichen Geschlechts sind untereinander meist unverträglich, weshalb auch die Weibchen einer Gruppe untereinander wenig Sozialkontakt haben. Soziopositives Verhalten findet nur zwischen Männchen und Weibchen statt. Junge Männchen werden mit ca. zwei Monaten geschlechtsreif und verlassen spätestens dann die Gruppe. Der Lebensraum von Wildmeerschweinchen setzt sich aus Grasland und mit Büschen bewachsenen Gebieten zusammen. Dabei dienen die Gräser als Nahrung und die Büsche als Deckung vor Fressfeinden. Bereits vorhandene Höhlen werden auch als Unterschlupf genutzt, allerdings graben Wildmeerschweinchen nicht selbst.

Unterarten

Verbreitung

Diese Nager sind in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Sie fehlen nur in Venuzuela, Kolumbien und dem tropischen Amazonasbecken. Ihre Hauptverbreitungsgebiete erstrecken sich über Guayana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Chile, Bolivien, Paraguay, Südbrasilien, Uruguay und dem Nordosten Argentiniens. Die Tiere bewohnen Trockensavannen, Buschland und in Höhenlagen auch in Gebirgsregionen bis in Höhen von rund 4.000 Metern.

Ernährung

Wildmeerschweinchen ernähren sich rein vegetarisch von Gräsern und Kräutern, Blättern, Rinde und Sämereien. Auf Nahrungssuche gehen sie meist in der Dämmerung oder nachts.

Fortpflanzung

Wildmeerschweinchen erreichen die Geschlechtsreife bereits nach vier bis sechs Wochen. In den kalten Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Paarungszeit über den Sommer, in den warmen Verbreitungsgebieten kann es durchaus ganzjährig zu Paarungen kommen. Innerhalb einer Gruppe paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen. Nach einer Tragezeit von 65 bis 70 Tagen bringt das Weibchen im schützenden Erdbau bis zu vier Jungtiere zur Welt. Sie sind bereits weit entwickelt, können sehen und selbständig laufen. Von Anfang an nehmen sie neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich. Nach rund einer Woche sind die Jungtiere selbständig. Wildmeerschweinchen können ein Alter von bis zu sieben Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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