Wiesenweberknecht

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Wiesenweberknecht

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
Unterordnung: Eupnoi
Überfamilie: Phalangioidea
Familie: Schneider (Phalangiidae)
Gattung: Paroligolophus
Art: Wiesenweberknecht
Wissenschaftlicher Name
Paroligolophus agrestis
Meade, 1855

Der Wiesenweberknecht (Paroligolophus agrestis) zählt innerhalb der Familie der Schneider (Phalangiidae) und gehört zur Gattung der Paroligolophus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Wiesenweberknecht erreicht eine Körperlänge von gut acht Millimeter sowie eine Beinlänge von drei bis vier Zentimeter. Der ovale Körper weist eine bräunliche Färbung auf. Der Rücken ist durch ein aufwendiges graubraunes bis braunes Muster gekennzeichnet, das in Querstreifen über den gesamten Hinterleib verläuft. Wie alle Spinnentiere, so verfügen auch Wiesenweberknechte über acht Beine. Ihre Beine weisen die vielfache Länge des Körpers auf und wirken durch ihre Dünne sehr zerbrechlich. Die Beine verfügen über mehrere Sollbruchstellen. Dadurch sind sie zur Autotomie in der Lage. Bei Gefahr können sie Beine oder Teile davon abwerfen. Im Verlaufe von mehreren Häutungen wachsen die Beine meist nach.

Anders als bei anderen Spinnenarten, so ist der Körper des Wiesenweberknechtes nicht zweigeteilt. Zudem verfügen sie über keine Gift- und Spinndrüsen. Die Pedipalpen sind zu Fangapparaten umgebildet. Werden sie gerade nicht gebraucht, so können sie eingeklappt werden. Die Kieferklauen sind durchaus kräftig ausgebildet und verfügen über drei Glieder. Der Wiesenweberknecht verfügt über zwei kleine Augen, die weit vorne am Körper liegen. Wiesenweberknechte können in Mitteleuropa in den Monaten Juni bis November beobachtet werden. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Aufgrund der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch intensive Landwirtschaft ist der Weberknecht heute selten geworden. In einigen Verbreitungsgebieten ist er bereits vom Aussterben bedroht.

Verbreitung

Der Wiesenweberknecht ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Sie sind in Habitate mit reicher Vegetation anzutreffen. Als scheue Nachttiere halten sich Weberknechte tagsüber in ihren Unterschlüpfen oder auf geschützten Blättern verborgen.

Ernährung

Wiesenweberknecht
vergrößern
Wiesenweberknecht

Wiesenweberknechte ernähren sich von kleinen Gliederfüßern. Die Beutetiere werden nicht durch Gift oder ähnliches getötet, sondern lebend erbeutet und verspeist. Meist sieht man sie auf Blättern oder Pflanzenstengeln bei der Nahrungssuche. Seltener auch auf dem Boden.

Fortpflanzung

Anders als bei anderen Spinnentieren, pflanzen sich Wiesenweberknechte durch innere Befruchtung fort. Das Männchen führt dabei sein Geschlechtsteil direkt in die Genitalöffnung des Weibchens ein. Die Geschlechtsöffnung beim Weibchen liegt gleich hinter dem Mundraum. Die Eier legt das Weibchen in den Boden ab. Eine Brutpflege wird nicht weiter betrieben.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
'Persönliche Werkzeuge