Wiedehopf

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Wiedehopf

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hopfartige (Upupiformes)
Familie: Wiedehopfe (Upupidae)
Gattung: Wiedehopfe (Upupa)
Art: Wiedehopf
Wissenschaftlicher Name
Upupa epops
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Wiedehopf (Upupa epops) zählt innerhalb der Familie der Wiedehopfe (Upupidae) zur Gattung Wiedehopfe (Upupa). Im Englischen wird der Wiedehopf Hoopoe genannt. Der Wiedehopf wurde zum Vogel des Jahres 1976 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Wiedehopf erreicht eine Größe von eta 27 cm sowie ein Gewicht von 55 bis 80 Gramm. Sein Gefieder variiert zwischen hellbraun und orange. Kopf, Hinterkopf und Hals weisen eine rötliche Färbung auf. Die Flügel mit ihren Schwungfedern sind schwarzweiß gebändert. Markantes Zeichen ist die bis zu 7 cm lange Federhaube auf dem Hinterkopf. Diese Federholle kann das Männchen beim Paarungsritual aufstellen. Der Schwanz ist überwiegend schwarz und weist eine weiße Binde auf. Die Beine sind relativ kurz gehalten. Der Wiedehof lebt einzelgängerisch, der nur während der Brutsaison eine Einehe eingeht.

Lebensweise

Auf ihren Wanderungen kann es zu einer Schwarmbildung kommen. Zum Überwintern ziehen sie mehrere Tausend Kilometer in den Süden, vorzugsweise nach Afrika. In Afrika liegen die Überwinterungsquartiere hazptsächlich in Selegal, Nigeria und Somalia. In Kenia und Tansania, in der Serengeti, sollen ebenfalls Populationen gesichtet worden sein. Der Wegzug in den Süden beginnt, je nach Verbreitungsgebiet, im August und ist spätestens im September abgeschlossen. Der Wiedereinzug in die Brutgebiete im gemäßigten Europa und Asien beginnt im März und April. Heute ist der Wiedehopf in weiten Teilen Europas ausgestorben. In Deutschland lebten 2005 nur noch rund 400 Brutpaare. In Österreich, der Schweiz und in Tschechien sieht es auch nicht besser aus. Der Wiedehopf gilt in Europa als der am stärkten bedrohten Vogel. Er war 1976 in Deutschland Vogel des Jahres.

Unterarten

Wiedehopf in Baumhöhle
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Wiedehopf in Baumhöhle
  • Upupa epops ceylonensis - Reichenbach, 1853
  • Upupa epops epops - Linnaeus, 1758
  • Upupa epops longirostris - Jerdon, 1862
  • Upupa epops major - C.L. Brehm, 1855
  • Upupa epops senegalensis - Swainson, 1837
  • Upupa epops waibeli - Reichenow, 1913
  • Upupa epops africana - Bechstein, 1811
  • Upupa epops marginata - Cabanis & Heine, 1859

Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete liegen in Mittel- und Südeuropa sowie in Westasien und Nordafrika. In Südostasien sind sie auch auf Sumatra verbreitet. In Nordafrika sind sie in Ägypten bis hinunter nach Südafrika und auf Madagaskar anzutreffen. Sie bewohnen vorzugsweise mit Bäumen und Büschen bewachsene Landschaften wie Obstgärten, heckenbewachsene Gebiete und Brachflächen.

Ernährung

Wiedehopfe fressen neben Insekten aller Art und deren Larven auch kleine Amphibien und Reptilien wie Eidechsen. Ihren Speiseplan bessern sie mit reifen Früchten auf. Ihre Nahrung suchen sie vorwiegend am Boden durch Stochern und Aufhacken des Bodens. Hier finden sie vor allem Würmer, Asseln und Tausendfüsser sowie Schnecken.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im Jahr nach dem Schlupf erreicht. Während der Brutsaison gehen Männchen und Weibchen eine Einehe ein, die allerdings nur eine Saison hält. Beim Balzritual stellt das Männchen seinen Schopf auf und präsentiert ihn dem Weibchen. Das Nest wird in der Regel in Baumhöhlen, größeren Astlöchern, Erdlöchern oder ähnlichem angelegt. Das Weibchen legt zwischen fünf und sieben Eier, selten auch bis zwölf. Die Eier, die eine Größe von 25 mal 17 mm sowie eine grünliche Färbung mit einer bräunlichen Sprenkelung aufweisen, werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 18 bis 20 Tagen ausgebrütet. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen gefüttert, so daß sie das Nest nicht verlassen muss.

Die geschlüpften Jungvögel werden über zwei Wochen vom Weibchen gehudert. Das Männchen füttert während dieser Zeit das Weibchen und den Nachwuchs. Danach werden die Jungtiere von beiden Elternteilen gefüttert. Nach drei bis vier Wochen sind sie flügge. Während der Brut wird der Kot von den Jungtieren vom Weibchen aus dem Nest befördert. Die Jungvögel und Weibchen können, um Feinde abzuwehren, ihren Darminhalt mit einem übelriechenden Sekret aus ihren Bürzeldrüsen vermischt, ausspritzen. Wiedehopfe können ein Alter von zehn bis elf Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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