Westliche Bartagame

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Westliche Bartagame

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Agamen (Agamidae)
Gattung: Bartagamen (Pogona)
Art: Westliche Bartagame
Wissenschaftlicher Name
Pogona minor
Sternfeld, 1919

Die Westliche Bartagame (Pogona minor) gehört innerhalb der Familie der Agamen (Agamidae) zur Gattung der Bartagamen (Pogona). Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahre 1919 von Richard Sternfeld.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Westliche Bartagame erreicht ein Körperlänge von rund 14 cm. Hinzu kommt der lange Schwanz, der eine Länge von bis zu 26 cm aufweisen kann. Die Körperoberfläche ist je nach Verbreitungsgebiet und Gemütszustand graubraun bis hellbraun gefärbt. Der Körperbau ist insgesamt sehr schlank. Die kräftigen Beine enden in Zehen, die mit kleinen Krallen versehen sind. Der leicht dreieckige Kopf ist an den Seiten und im Nackenbereich mit Stacheln in unterschiedlicher Größe bewehrt. Die Ohrenöffnung weist eine dreieckige Form auf. Von den Augen ausgehend verläuft auf jeder Seite ein dunkler Streifen, der bis zum Tympanum reicht. Das Tympanum ist das Trommelfell und liegt im Innern des Ohres. Auch zentral sind die Stachelreihen gut zu erkennen, die die Flanken der Tiere schützen.

Auf dem Rücken ist andeutungsweise eine dunkle Rautenzeichnng zu sehen, die sich bis zu den Flanken fortsetzen kann. Zur sozialen Kommunikation dienen visuelle Signale wie Winken mit den Armen, Kopfnicken, Armdrehen und Ducken. Die Signale dienen zum einen als Imponiergehabe gegenüber Rivalen, dem Abschrecken von Fressfeinden oder dem Werben von Partnern. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete halten die Westlichen Bartagamen eine bis zu zweimonatige Winterruhe. Zu den natürlichen Feinden zählen neben Greifvögeln und Waranen auch Schlangen.

Verbreitung

Die Westlichen Bartagamen sind in Zentral- und Westaustralien sowie der Halbinsel Eyre weit verbreitet. Die Tiere leben meist in offenen Buschlandschaften oder an Waldrändern. Auch in reinen Wüstengebieten sind sie häufig anzutreffen. Tagsüber sieht man sie regelmäßig beim Sonnenbaden. Ihre Haut verfärbt sich dabei deutlich ins Hellbraune. Bei Gefahr oder niedrigen Temperaturen verfärben sie sich in ein dunkles Braun. Dieser Farbwechsel dient nicht nur der Thermoregulierung sondern auch der sozialen Interaktion.

Nahrung

Westliche Bartagamen sind reine Ansitzjäger, die auf ihre Beute geduldig warten. Dabei fressen sie alles, was sich von der Größe her überwältigen läßt. Dazu gehören neben Ameisen und Insekten und Käfern aller Art auch Amphibien, Jungvögel und kleine Säugetiere wie junge Mäuse. Auch vor Artgenossen machen sie dabei nicht halt. Des weiteren fressen sie gelegentlich auch reife Früchte.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt mit Beendigung der Winterruhe. Während der Balz sind auffälliges Armwinken und Kopfnicken zu beobachten, daß von beiden Geschlechtern ausgeht. Nach erfolgreicher Planung beginnt eine Tragezeit von 30 bis 42 Tagen. Kurz vor der Eiablage gräbt das Weibchen eine Grube an geeigneter Stelle. In diese Grube legt sie zwischen fünf und fünfzehn Eier. Die Grube wird nach erfolgreicher Eiablage sorgsam verschlossen. Eine weitere Brutpflege erfolgt nicht.

Der Schlupf erfolgt nach rund 65 bis 70 Tagen. Mit Hilfe des Eizahnes befreien sich die Jungtiere aus der Schale und klettern aus der Grube. Der Eizahn bildet sich nach erfolgtem Schlupf zurück. Die Schlüpflinge weisen eine Gesamtlänge von 80 bis 90 mm auf. Die Lebenserwartung einer Westliche Bartagame liegt bei etwa 15 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur

  • Andree Hauschild: Die Bartagame, Buch beschreibt P. vitticeps und in einem Sonderteil auch P. minor ; Natur und Tierverlag, 2.Auflage, Münster 2005, ISBN 3-937285-20-2
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