Wellenbindige Streckerspinne

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Wellenbindige Streckerspinne
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Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)
Gattung: Streckerspinnen (Tetragnatha)
Art: Wellenbindige Streckerspinne
Wissenschaftlicher Name
Tetragnatha montana
Simon, 1874

Die Wellenbindige Streckerspinne (Tetragnatha montana), auch Bergstreckerspinne genannt, zählt innerhalb der Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae) zur Gattung der Streckerspinnen (Tetragnatha).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Weibchen der Wellenbindigen Streckerspinne erreicht eine Körperlänge von sechs bis gut zehn Millimeter, das Männchen bleibt mit sechs Millimeter deutlich kleiner. Der längliche Körper ist im vorderen Bereich hellbraun bis gelblich gefärbt, der Abdomen weist meist einen grünlich-braunen Farbton auf. Die vier Beinpaare teilen sich optisch in zwei Größenbereiche. Die hinteren beiden Beinpaare sind relativ kurz und dienen der Spinne zum Festhalten, die vorderen Beinpaare sind stark verlängert. Diese Eigenschaft war für die Gattung der Streckerspinnen namensgebend. Bei Gefahr sieht man die Spinne in langgestreckter Haltung. Sie baut kleine Netze, mit denen sie ihre Beutetiere fängt. Die Wellenbindige Streckerspinne ist in freier Natur von Mai bis September zu beobachten.

Verbreitung

Die Wellenbindige Streckerspinne kommt in weiten Teilen der Palärarktis vor. Sie ist insbesondere in Europa verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Osten bis nach Sibirien. Sie bewohnt meist die Ränder von Flußufer, Teichen, Seen und Tümpeln. In diesen Biotopen kann man sie meist an Halmen oder an Stengeln der unteren raut- und Strauchschicht beobachten.

Nahrung

Als Lauerjägerin wartet die Wellenbindige Streckerspinne abseits ihres kleinen Netzes auf Beute. Gefangene Beutetiere, in der Regel kleinere Insekten, werden in Vorratspaketen abseits des Netzes gelagert. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen. Ist die Spinne hungrig, so öffnet sie ein Paket und saugt das Opfer aus. Das Netz wird nach jedem Beutefang sorgsam repariert.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Wellenbindigen Streckerspinne beginnt meist im zeitigen Mai. Das Männchen nähert sich dabei dem wesentlich größeren Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Paarungsbereite Weibchen verhalten sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen. Er bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Das Weibchen der Wellenbindigen Streckerspinne legt die Eier in einen Kokon ab, den sie mit ihrer Seide webt und an Pflanzenteilen befestigt. Bis zum Schlupf der Spiderlinge wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen beschützt. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Spiderlinge nach rund 100 Tagen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
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