Weissbauch-Schwalbenstar

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Weissbauch-Schwalbenstar

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Eigentliche Raben (Corvinae)
Tribus: Artamini
Gattung: Artamus
Art: Weissbauch-Schwalbenstar
Wissenschaftlicher Name
Artamus leucorynchus
(Linnaeus, 1771)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Weissbauch-Schwalbenstar (Artamus leucorynchus) gehört innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Artamus. Im Englischen wird der Weissbauch-Schwalbenstar White-breasted Woodswallow genannt. Die Art ist auch unter dem Protonym Lanius leucorhynchus bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der mittelgroße Weissbauch-Schwalbenstar erreicht eine Körperlänge von 17 bis 18 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 40 Gramm. Die Geschlechter weisen weder in der Größe noch in der Gefiederfärbung einen nennenswerten Dimorphismus auf. Der Kopf, der Hals, der Rücken sowie der Schwanz und die Flügel weisen eine gräuliche bis graubraune Färbung auf. Die Bauchseite und die Unterseite der Flügel ist rein weiß gefärbt. Die Augen sind bräunlich gefärbt, der Schnabel weist eine bläuliche Färbung auf. Die Beine sind dunkelgrau, die Krallen sind schwärzlich gefärbt. Juvenile Vögel sind leicht an der gesprenkelten Rückenseite sowie der cremefarbenen Bauchseite zu erkennen. Weissbauch-Schwalbenstare leben in geselligen Trupps von bis zu 50 oder mehr Vögeln und ruhen vor allem während der Nacht in gemeinsamen Schlafbäumen.

Verbreitung

Der Weissbauch-Schwalbenstar ist in einem sehr großen Areal von gut 10 Millionen km² in Südostasien verbreitet. Die Art ist insbesondere in Australien, Brunei, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, Myanmar, Neukaledonien, Palau, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen, Timor-Leste und Vanuatu sowie zahlreichen Inseln in Melanesien und Ozeanien verbreitet. Zu den beliebten Lebensräumen gehören vor allem lichte Eukalyptuswälder, andere Waldtypen, Überflutungsbereiche, Mangroven, Sumpfgebiete, Moore, Seen und größere Teiche. Aber auch an bewaldeten Flussläufen ist die Art häufig anzutreffen. Die Nähe zu einem Gewässer - gleich welcher Art - wird immer gesucht.

Unterarten

Ernährung

Weissbauch-Schwalbenstare ernähren sich im Wesentlichen von Insekten (Insecta) und deren Larven, aber auch von Spinnentieren (Arachnida) und kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Beutetiere werden sowohl im Flug erbeutet als auch vom Laub aufgelesen. Auch am Waldboden sind Weissbauch-Schwalbenstare häufig beim Auflesen von Insekten zu beobachten. Zu einem kleinen Teil wird auch Nektar gefressen, der über die pinselartige Zunge aus Blüten aufgenommen wird.

Fortpflanzung

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Weissbauch-Schwalbenstare erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. In den meisten Regionen der Verbreitungsgebiete brütet der Weissbauch-Schwalbenstar von August bis in den Januar hinein. Weissbauch-Schwalbenstare leben in einer monogamen Einehe und legen vor allem während der Paarungszeit ein territoriales Verhalten an den Tag. Es werden sowohl Artgenossen als auch Fleischfresser vehement vertrieben. Das Nest entsteht in mittlerer Höhe in der dichten Vegetation in Bäumen oder größeren Büschen, meist in Astgabeln oder an ähnlichen Stellen. Mitunter werden auch die Nester von anderen Vögeln übernommen. Das napfartige Nest entsteht aus dünnen Zweigen und Reisig, Gräsern und Wurzelfasern. Es sind beide Geschlechter am Bau beteiligt. In das fertige Nest legt das Weibchen 3 bis 4 Eier, die über einen Zeitraum von 15 Tagen gewärmt werden. Die Nestlingszeit endet in der dritten Lebenswoche. Während dieser Zeit wird der Nachwuchs von beiden Elternteilen mit Insekten und Larven versorgt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Weissbauch-Schwalbenstare besiedeln ein sehr großes Verbreitungsgebiet. In den meisten Regionen kommen die Vögel nach Morcombe (2000) noch recht häufig vor. Quantifiziert wurde die Gesamtpopulation jedoch nicht. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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