Weißschwanzstachelschwein

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Weißschwanzstachelschwein

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Familie: Altweltliche Stachelschweine (Hystricidae)
Unterfamilie: Hystricinae
Gattung: Eigentliche Stachelschweine (Hystrix)
Art: Weißschwanzstachelschwein
Wissenschaftlicher Name
Hystrix indica
Kerr, 1792

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Weißschwanzstachelschwein (Hystrix indica) zählt innerhalb der Familie der Altweltlichen Stachelschweine (Hystricidae) zur Gattung der Eigentlichen Stachelschweine (Hystrix).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Weißschwanzstachelschwein erreicht eine Länge von bis zu 90 cm sowie ein Gewicht von gut 25 kg. Die Grundfärbung ihres Felles ist meist dunkelbraun bis rostbraun. Der kurze Kopf scheint gleich in den Körper überzugehen. Die Nackenmähne ist dicht und lang. Der hintere Teil des Rückens ist mit langen und kräftigen Spießen versehen, die eine beträchtliche Länge erreichen können. Die Spieße sind überwiegend braun und mit weißen Flecken in regelmäßigen Abständen versehen. Zwischendurch hat das Tier noch biegsame Borstenstacheln, die die Länge der Spieße teilweise noch überragen. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbringen sie ihre Zeit in ihren Wohnhöhlen, die entweder selbst gegraben oder von anderen Tieren übernommen wurden. Sie leben in kleinen Familienverbänden mit enger sozialer Bindung. Die Gruppen bestehen aus den Elterntieren und dem Nachwuchs, der aus mehreren Würfen stammen kann.

Stachelschweine können gut klettern und sind auch am Boden flink unterwegs. Ihr Sehvermögen ist sehr schlecht ausgebildet. Sie verlassen sich hauptsächlich auf ihren gut entwickelten Geruchssinn. Auch das Hörvermögen ist bestens ausgebildet. Zu den Hauptfeinden der Stachelschweine gehören neben Großkatzen wie Löwe, Tiger und Leopard auch große Greifvögel. Stachelschweine sind in ihrer Art noch nicht bedroht.

Verbreitung

Die Weißschwanzstachelschweine kommen in Südosteuropa, dem Nahen Osten und auf dem Indischen Subkontinent vor. Sie leben bevorzugt in lichten Wäldern, Steppen mit entsprechender Vegetation und in Kulturlandschaften. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von über 3.000 Metern anzutreffen.

Nahrung

Neben Wurzelwerk, Früchten und Kulturpflanzen fressen sie auch Insekten und anderes Kleingetier. Es wurde schon beobachtet, daß sie auch Aas nicht verschmähen.

Fortpflanzung

Die Weißschwanzstachelschweine erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwölf Monaten. Die Paarungszeit ist an keine feste Jahreszeit gebunden und findet ganzjährig statt. Weißschwanzstachelschweine leben in einer monogame Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Dies ist unter Säugetieren relativ selten. Nach einer Tragezeit von 90 bis 105 Tagen bringt das Weibchen zwischen einem und vier Jungtiere zur Welt. Die Jungen verfügen bereits über ein Stachelkleid, das allerdings noch sehr weich ist. Sie sind kurz nach der Geburt aktiv. Etwa ab der zweiten Lebenswoche beginnt das Stachelkleid auszuhärten. Nach zwei bis drei Monaten werden die Jungtiere entwöhnt. In Gefangenschaft können die Tiere ein Alter von zwanzig Jahren erreichen, in freier Wildbahn meist nur fünfzehn Jahre.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge