Weißschwanzmanguste

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Weißschwanzmanguste

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Ichneumia
Art: Weißschwanzmanguste
Wissenschaftlicher Name
Ichneumia albicauda
(F. G. Cuvier, 1829)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Weißschwanzmanguste (Ichneumia albicauda), auch unter der Bezeichnung Weißschwanzichneumon bekannt, zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung Ichneumia. Im Englischen wird die Weißschwanzmanguste white-tailed mongoose genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Weißschwanzmanguste erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 53,0 bis 72,0 Zentimeter sowie eine Schwanzlänge von etwa 40,0 bis 47,0 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 2,9 bis 4,2 Kilogramm. Für eine Manguste sind die Beine relativ lang. Die Ohren sind groß und abgerundet und sitzen tief an den Seiten des Kopfes. Der Körper weist eine gelbe bis gelbbraune Färbung auf und ist mit langen schwarzen Grannenhaaren versehen, so dass das Tier insgesamt eher grauhaarig erscheint. Die Gliedmaßen weisen ab den Knien eine schwarze Färbung auf. Die Basis des großen, buschigen Schwanzes ist bräunlich-gelb gefärbt und geht zur Spitze hin in eine weißliche Färbung über. Der Schwanz dürfte maximal 40 Prozent der Körperlänge ausmachen. Die Oberlippe und die Pfoten sind nicht behaart. Das Weibchen weist vier Zitzen auf.

Lebensweise

Die Weißschwanzmanguste ist hauptsächlich nachtaktiv und lebt terrestrisch. Am Tag ruht sie in einem verlassenen Bau, in einem Termitenhügel oder in Hohlräumen unter Baumwurzeln. Die durchschnittliche Reviergröße des Männchens beträgt 0,97 Quadratkilometer und die des Weibchens 0,64 Quadratkilometer. Die Reviere der Männchen überlappen sich nicht, jedoch überschneiden sich die Reviere beider Geschlechter erheblich. Die Weibchen leben entweder allein mit ihrem Nachwuchs oder leben mit anderen Weibchen und deren Nachwuchs in kleinen Gruppen. Die Weißschwanzmangusten sind sehr lautstark und äußern ein ungewöhnliches Bellen, das mit dem sexuellen Verhalten assoziiert ist. Fühlt sich die Weißschanzmanguste bedroht, dann scheidet sie aus den Analdrüsen eine giftige Substanz aus. Sie kann wie andere Mangusten für längere Zeit auf den Hinterbeinen verweilen.

Unterarten

  • Ichneumia albicauda albicauda - (Cuvier, 1829)
  • Ichneumia albicauda dialeucos - (Hollister, 1916)
  • Ichneumia albicauda grandis - (Thomas, 1890)
  • Ichneumia albicauda haagneri - Roberts, 1924
  • Ichneumia albicauda ibeanus - (Thomas, 1904)
  • Ichneumia albicauda loandae - (Thomas, 1904)
  • Ichneumia albicauda loempo - (Temminck, 1853)

Verbreitung und Lebensraum

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Weißschwanzmanguste in der Subsahara von Senegal und Gambia bis zum Horn von Afrika verbreitet. Ferner erstreckt sich das Verbreitungsgebiet vom Süden bis zum Südosten Südafrikas. Eingeführt wurde die Weißschwanzmanguste auf der Insel Farasan Kabir im Roten Meer. Zusammengefaßt ist die Weißschwanzmanguste in folgenden Ländern nativ: Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Zentralafrikanische Republik Kamerun, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Djibouti, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Malawi, Mali, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Oman, Saudi-Arabien, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Uganda, Jemen, Zambia und Simbabwe. Die Lebensräume der Weißschwanzmanguste sind Grasland, Savannen, Waldflächen, feuchte Waldgebiete, Höhenlagen, Wüsten und Halbwüsten. Sie ist sehr anpassungsfähig und oft besucht sie Städte und Dörfer, wo sie sich opportunistisch vom Abfall der Bevölkerung ernährt. In Oman sucht sie häufig die Gärten und Plantagen auf.

Ernährung

Die Weißschwanzmanguste ernährt sich vorwiegend von Insekten (Insecta). Heuschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera) und Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) machen den Großteil der Ernähung aus. Ratten (Rattus), Mäuse (Mus), Spitzmäuse (Soricidae), Eidechsen (Lacertidae), Schlangen (Serpentes), kleine Vögel (Aves) werden von der Weißschwanzmanguste auch nicht verschmäht. Insbesondere bevorzugt sie die Eier der Vögel. Hat die Weißschwanzmanguste ein Nest mit Eiern entdeckt, dann nimmt sie ein Ei zwischen die Hinterbeine und wirft das Ei solange gegen einen Felsen oder gegen einen anderen harten Gegenstand bis das Ei aufbricht. Die Weißschwanzmanguste ist dafür bekannt, dass sie auch Hühnerställe aufsucht und Hausgeflügel erbeutet. Gelegentlich verzehrt sie auch Früchte und Beeren.

Fortpflanzung

Viele Details über den Vermehrungszyklus der Weißschwanzmanguste sind nicht vollständig bekannt, aber einige Informationen liegen vor. Die Weibchen haben vier Zitzen (Taylor 1972). Obwohl über die Wurfgröße keine genauen Informationen bekannt sind, vermutet man, dass die Wurfgröße aus 1 bis 3 Jungtieren besteht. Einige Autoren schätzen die Wurfgröße zwischen 2 und 4 und andere Autoren schätzen die Wurfgröße zwischen 1 und 2 Jungtieren (Nowak 1991). Beobachtet wurde, dass die Geburten zwischen Februar und Mai stattfinden, jedoch erfolgen während der Trockenzeit von August bis November keine Geburten. Die volle Unabhängigkeit erreichen die Jungtiere mit 9 Monaten. Das Alter der Geschlechtsreife ist nicht bekannt, aber es wird allgemein angenommen, dass die Geschlechtsreife mit 2 Jahren erreicht wird. Die Dauer der Tragzeit ist ebenfalls nicht bekannt, man vermutet jedoch, dass die Tragzeit etwa 60 Tage (Nowak 1991) beträgt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Weißschwanzmanguste gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Tierarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Es gibt keine größeren Bedrohungen für die Art. Nur von den natürlichen Feinden wie Schabrackenschakal (Canis mesomelas) und Karakal (Caracal caracal) geht eine Bedrohung aus.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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