Weißscheitelrötel

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Weißscheitelrötel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Unterfamilie: Eigentliche Fliegenschnäpper (Muscicapinae)
Tribus: Saxicolini
Gattung: Cossypha
Art: Weißscheitelrötel
Wissenschaftlicher Name
Cossypha niveicapilla
(Lafresnaye, 1838)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Weißscheitelrötel (Cossypha niveicapilla), auch Afrikanische Schmätzerdrossel genannt, zählt innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Gattung Cossypha. Im Englischen wird der Weißscheitelrötel Snowy-crowned Robin-chat oder Snowy-headed Robin-chat genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Weißscheitelrötel (Cossypha niveicapilla) wird häufig mit dem Schuppenkopfrötel (Cossypha albicapilla) gerne verwechselt, da beide Arten sich im Aussehen kaum unterscheiden. Der Weißscheitelrötel wirkt etwas kleiner, er weist eine Körperlänge von 20 cm auf, dagegen mißt der Schuppenkopfrötel 27 cm. Besonders hervorzuheben ist beim Weißscheitelrötel der schwarze Kopf, der wie eine aufgesetzte Falkenkappe aussieht. Oberhalb des Kopfes zieht sich vom Schnabelansatz bis zum Hinterkopf kurz vor dem Nackenbereich endend ein weißer breiter Scheitel, der für den Vogel namensgebend war. Der Nackenbereich zwischen Kopf und Deckflügel ist rostbraun. Des weiteren sind die gesamte Brust- und Bauchseite rostbraun gefärbt. Der Schwanz, der ebenfalls eine rostbraune Färbung aufweist, ist mit schwarzen Mittelfedern versehen. Je nach Lichteinfall schimmern die schwarzen Federn der Deckflügel etwas bläulich. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern schwarz gefärbt. Am frühen Morgen und späten Abend erklingt der melodische flötenartige Gesang des Weißscheitelrötel, der beim Schuppenkopfrötel eher monoton klingt. Der Gesang des Weißscheitelrötel ähnelt dem Sonnenvogel (Leiothrix lutea). Die antiphone Gesangsfolge wird oft mehrfach duettweise wiederholt mit teilweise recht lauten Rufen. Die Weibchen singen eher leise. Das Männchen und das Weibchen sind im Aussehen nicht zu unterscheiden. Gleichgeschlechtliche sind sofort unverträglich. Verschiedengeschlechtliche Weibchen sind sehr dominant.

Unterarten

Verbreitung

Der Weißscheitelrötel lebt in West- und Zentralafrika. Vor allem in Burundi, Guinea-Bissau, Kenia, Gambia und Senegal ist er weit verbreitet. Meidet jedoch trockenes Land und Hochlandbereiche. Bevorzugte Habitate sind Küstengebiete und Flußläufe.

Ernährung

Der Weißscheitelrötel ernährt sich hauptsächlich von Insekten, hin und wieder kommt es aber auch vor, dass er Sämereien sowie Beeren zu sich nimmt.

Fortpflanzung

Weißscheitelrötel
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Weißscheitelrötel

Der Weißscheitelrötel ist ein reiner Standvogel und kehrt in der Brutsaison zu den gleichen Brutplätzen zurück. Während der Balzzeit bevorzugt das Weibchen nicht das eigene Männchen, sondern denjenigen der ihnen bekannten Gesangspartner, der sich innerhalb ihres Territoriums aufhält. Das Duettieren ist auch gleichzeitig eine Revier-Abgrenzung bei den Vögeln. Der ansonsten friedliche Vogel wird während der Brutperiode sehr aggressiv. Er verteidigt sein Revier gegenüber Artgenossen und anderen Vogelarten äußerst hartnäckig. Die Brutzeit beginnt zwischen März und April. Das Nest wird in Astgabeln oder auch in Felsnischen gebaut.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist die Art eine große Reichweite mit einem geschätzten globalen Umfang von etwa 5.500.000 Quadratkilometer auf. Die globale Population wurde bisher noch nicht quantifiziert, aber es wird vermutet, dass die Art in Teilen seiner Reichweite häufig vorkommt (Keith et al., 1992). Der globale Populationstrend ist ebenfalls bisher noch nicht quantifiziert worden, doch gibt es Anzeichen für einen Populationszuwachs. Und so wird angenommen, dass ein kritischer Grenzwert für die Population noch nicht erreicht ist, d. h. abnehmend mehr als 30 Prozent in zehn Jahren oder drei Generationen. Aus diesen Gründen wird die Art als nicht gefährdet (least concern) in der Roten Liste der IUCN geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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