Weißbüschelaffe

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Weißbüschelaffe

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Marmosetten (Callithrix)
Art: Weißbüschelaffe
Wissenschaftlicher Name
Callithrix jacchus
Linnaeus, 1758

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Weißbüschelaffe (Callithrix jacchus) zählt innerhalb der Familie der Krallenaffen (Callitrichidae) zur Gattung der Marmosetten (Callithrix).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Weißbüschelaffe erreicht eine Körperlänge von zwölf bis sechszehn Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 260 bis 330 Gramm. Das Fell des Rückens weist eine überwiegend gräuliche Färbung auf, die teilweise schwarz gebändert ist. Stellenweise ist das Fell auch bräunlich durchsetzt. Der lange Schwanz ist gräulichweiß geringelt. Markantes Merkmal ist der weiße Fleck auf der Stirn, ansonsten ist das Gesicht überwiegend haarlos. Die Ohren sind durch ein weißes, büschelartiges Fell geprägt. Diese Eigenschaft war für die Art namensgebend. Die Nägel an den Fingern und Zehen haben sich zu kräftigen Krallen umgebildet.

Die tagaktiven Weißbüschelaffen leben in kleinen Gruppen von bis zu 15 Tieren. Eine Gruppe besteht aus einem oder zwei Männchen, einigen Weibchen und dem Nachwuchs des dominanten Weibchens. Paarungsberechtigt ist nur das dominante Weibchen. Ein Territorialverhalten ist nicht zu beobachten, jedoch herrscht innerhalb einer Gruppe eine strikte Rangordnung. Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem Raubkatzen, Schlangen und Greifvögel. Durch die Abholzung ihrer natürlichen Lebensräume steht die Art heute kurz vor der Ausrottung. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere weltweit unter Schutz. Seit 2003 wird der Weißbüschelaffe auch in der Roten Liste des IUCN als "gering gefährdet" geführt.

Verbreitung

Weißbüschelaffen sind nur in einem kleinen Gebiet im Nordosten sowie im Südosten Brasiliens verbreitet. Ursprünglich waren sie auch im Nordosten Brasiliens weit verbreitet. Sie leben im tropischen und subtropischen Küstenregenwald, meist an deren Rändern in der Nähe von Flußläufen. In Höhenlagen kommen Weißbüschelaffen nur bis in einer Höhe von 300 Meter über NN vor. Hier und da sind sie zum Leidwesen der Farmer auch auf Plantagen anzutreffen.

Nahrung

Weißbüschelaffen sind Allesfresser. Neben Blüten und Früchten fressen sie vor allem Insekten, Spinnen, Schnecken, Ameisen, Frösche, Vögel und Eier. Mit ihren scharfen Krallen und Zähnen reissen sie oft die Rinde von Bäumen auf, um an dem austretenden Saft zu kommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit rund ein bis zwei Jahren erreicht. Weibchen brauchen etwa ein Jahr länger für das Erreichen der Geschlechtsreife. Nur das ranghöchste Weibchen einer Gruppe pflanzt sich fort. Bei anderen Weibchen einer Gruppe ist der Eisprung unterdrückt. Nach einer Tragezeit von 146 bis 150 Tagen bringt das Weibchen meist zwei, selten drei oder vier Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt bereits weit entwickelt. An der Betreuung des Nachwuchses beteiligen sich auch andere Gruppenmitglieder. Auch der Vater kümmert sich aufopfernd um seinen Nachwuchs. Nach knapp zehn Monaten werden die Jungaffen entwöhnt. Weißbüschelaffen können ein Alter von zehn bis sechszehn Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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