Wegekuckuck

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Wegekuckuck

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Gattung: Rennkuckucke (Geococcyx)
Art: Wegekuckuck
Wissenschaftlicher Name
Geococcyx californianus
(Lesson, 1829)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Wegekuckuck (Geococcyx californianus), der auch Großer Rennkuckuck genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Kuckucke (Cuculidae) zur Gattung der Rennkuckucke (Geococcyx).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Wegekuckuck erreicht eine Gesamtlänge von 50 und 61 Zentimeter, eine Standhöhe von 25 bis 30 Zentimeter, eine Flügelspannweite von bis zu 62 Zentimeter sowie ein Gewicht von 250 bis 340 Gramm. Das Gefieder weist eine bräunliche Grundfärbung auf. Oberkörper und Flügel sind mit hellen, fast weißen Längsstreifen gemustert. Auf dem Oberkopf zeigen sich zumeist kleine weißliche bis cremefarbene Punkte. Die Bauchseite und die Brust sind cremefarben bis weißlich gefärbt. Auf dem Scheitel befindet sich eine aufstellbare Haube. Die ausgesprochen langen Beine und der Schwanz stellen eine Anpassung an seinen schnellen Laufstil am Boden dar. Die Beine und der Schnabel weisen eine blaugraue Färbung auf. Die Füße enden in vier Zehen, wovon je zwei Zehen nach vorne und hinten zeigen. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Geschlechtsdismorphismus auf.

Verhalten

Der Wegekuckuck ist auf dem Erdboden ein sehr schneller und geschickter Läufer. Er kann eine Laufgeschwindigkeit von bis zu 27 km/h erreichen. Insgesamt sieht man den Wegekuckuck mehr auf dem Boden als in der Luft. Er ist nur ein mäßig guter Flieger und tut dies auch nur selten. Allenfalls auf der Flucht vor Fressfeinden begibt er sich gelegentlich in die Luft. Beim Laufen dient der sehr lange Schwanz der Stabilisierung. Der Wegekuckuck ist territorial und verteidigt sein Revier auch energisch gegenüber Fressfeinden. Dem Menschen gegenüber ist er nur wenig scheu und nähert sich ohne Angst.

Verbreitung

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Wegekuckuck

Der Wegekuckuck ist in den südwestlichen USA und in Mexiko weit verbreitet. In den USA werden vor allem Texas, New-Mexico, Kansas, Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah, Colorado, Oklahoma, Louisiana und Arkansas besiedelt. In Mexiko reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Süden des Landes. Der Wegekuckuck lebt fast ausschließlich in trockenen Habitaten wie Wüsten, Halbwüsten, Baum- und Buschsavannen. Nur gelegentlich sind die Vögel auch an Waldrändern anzutreffen.

Bedrohung und Schutz

Der Wegekuckuck ist zwar noch nicht direkt bedroht, jedoch sind in den letzten Jahren deutliche Rückgänge der Populationen zu verspüren. Insbesondere der Verlust der natürlichen Lebensräume durch Bebauung, insbesondere durch Besiedlung und Bau von Straßen, bildet das größte Gefährdungspotential. Auch die übermäßige Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln wie DDT und Insektenvernichtungsmittel stellen eine große Gefahr dar. In der Roten Liste des IUCN wird die Art allerdings nur als gering gefährdet geführt.

Prädatoren

Der Wegekuckuck lebt räuberisch, er steht aber selbst auch auf der Speisekarte diverser Raubtiere. Dazu gehören insbesondere Waschbären, Greifvögel wie Falken und Habichte, Skunks, Katzen und gelegentlich auch Kojoten. Die Kojoten und die Waschbären machen sich hauptsächlich über die Eier und Jungvögel her.

Ernährung

Wegekuckuck
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Wegekuckuck

Im relativ rauen Klima seines Lebensraumes ist der Wegekuckuck in Bezug auf seine Nahrung nicht wählerisch. Er macht Jagd auf kleine Reptilien wie Schlangen und Eidechsen, Nagetiere sowie Spinnentiere, Hundertfüßer, Skorpione und Insekten aller Art sowie deren Larven. Selbst vor Giftschlangen wie juvenilen Klapperschlangen machen sie nicht halt. Auch kleinere Vögel wie Wachteln und Kolibris stehen nicht selten auf der Speisekarte. Gelegentlich wird auch pflanzliche Kost aufgenommen. Hier werden insbesondere Früchte von Kakteen gefressen. Beutetiere werden zumeist mit dem langen und kräftigen Schnabel getötet, bevor sie im Ganzen verschlungen werden.

Fortpflanzung

Der Wegekuckuck erreicht die Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren. Ja nach Verbreitungsgebiet und Nahrungsangebot kann es zu ein oder zwei Bruten im Jahr kommen. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im Mai und kann sich bis in den späten August oder frühen September erstrecken. Die Paarungszeit ist in jedem Fall an die Regenzeit gekoppelt, da zu dieser Zeit Nahrung reich vorhanden ist. Bei der Balz kommt es zwischen den Geschlechtern zu regelrechten Verfolgungsrennen auf dem Boden. Darüber hinaus bietet das Männchen seiner potentiellen Partnerin Nahrung an. Paarungsbereite Weibchen nehmen dieses Angebot gerne an. Der Wegekuckuck lebt in einer monogamen Einehe, die allerdings meist nur eine Saison hält.

Am Nestbau sind beide Geschlechter beteiligt, jedoch sammelt das Männchen meist nur Baumaterial, das Weibchen verbaut dieses Material dann. Die Nester entstehen in Bodennähe zumeist in Büschen oder niedrigen Bäumen. Als Baumaterial kommen Gräser, kleine Ästchen, Reisig und Federchen in Betracht. Als Bindemittel wird meist Kot von Huftieren verbaut. Das Weibchen legt zwischen drei und acht Eier. Das Bebrüten beginnt schon mit der Ablage des ersten Eies. Beide Geschlechter wechseln sich beim Brüten ab. Die Brutdauer kann sich über 18 bis 21 Tage erstrecken. Auch die Versorgung der Küken mit Insekten und deren Larven erfolgt durch beide Elternteile. Die Küken werden für 35 bis 40 Tage gefüttert. Danach erlangen die Jungvögel ihre Flugfähigkeit. Die Lebenserwartung des Wegekuckuck liegt bei rund sechs bis acht Jahren. Die meisten Jungvögel erreichen aufgrund der zahlreichen Fressfeinde meist nicht die Geschlechtsreife.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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