Weberknecht

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Weberknecht

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
Unterordnung: Eupnoi
Überfamilie: Phalangioidea
Familie: Schneider (Phalangiidae)
Unterfamilie: Phalangiinae
Gattung: Opilio
Art: Weberknecht
Wissenschaftlicher Name
Opilio parietinus
de Geer, 1778

Der Weberknecht (Opilio parietinus), der auch Mauer-Weberknecht ganannt wird, zählt innerhalb der Familie der Schneider (Phalangiidae) und gehört zur Gattung der Opilio.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Weberknecht erreicht eine Körperlänge von gut zehn Millimeter sowie eine Beinlänge von drei bis vier cm. Der ovale Körper weist eine gräuliche Färbung auf. Der Rücken ist durch ein aufwendiges graubraunes Muster gekennzeichnet, das in Querstreifen über den gesamten Hinterleib verläuft. Wie alle Spinnentiere, so verfügen auch Weberknechte über acht Beine. Ihre Beine weisen die vielfache Länge des Körpers auf und wirken durch ihre Dünne sehr zerbrechlich. Die Beine verfügen über mehrere Sollbruchstellen. Dadurch sind sie zur Autotomie in der Lage. Bei Gefahr können sie Beine oder Teile davon abwerfen. Im Verlaufe von mehreren Häutungen wachsen die Beine meist nach. Anders als bei anderen Spinnenarten, so ist der Körper des Weberknechtes nicht zweigeteilt. Zudem verfügen sie über keine Gift- und Spinndrüsen. Die Pedipalpen sind zu Fangapparaten umgebildet. Werden sie gerade nicht gebraucht, so können sie eingeklappt werden. Die Kieferklauen sind durchaus kräftig ausgebildet und verfügen über drei Glieder. Der Weberknecht verfügt über zwei kleine Augen.

Weberknechte können in Mitteleuropa in den Monaten Juni bis November beobachtet werden. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Aufgrund der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch intensive Landwirtschaft ist der Weberknecht heute selten geworden. In einigen Verbreitungsgebieten ist er bereits vom Aussterben bedroht.

Verbreitung

Der Weberknecht ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Sie sind in Habitate mit reicher Vegetation oder auf Mauern anzutreffen. Als scheue Nachttiere halten sich Weberknechte tagsüber in ihren Unterschlüpfen verborgen.

Ernährung

Weberknechte ernähren sich von kleinen Gliederfüßern. Die Beutetiere werden nicht durch Gift oder ähnliches getötet, sondern lebend erbeutet und verspeist. Meist sieht man sie auf Mauern bei der Nahrungssuche. Seltener auch im Laub auf dem Boden.

Fortpflanzung

Anders als bei anderen Spinnentieren, pflanzen sich Weberknechte durch innere Befruchtung fort. Das Männchen führt dabei sein Geschlechtsteil direkt in die Genitalöffnung des Weibchens ein. Die Geschlechtsöffnung beim Weibchen liegt gleich hinter dem Mundraum. Die Eier legt das Weibchen in dem Boden ab. Eine Brutpflege wird nicht weiter betrieben.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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