Wasserreservoirfrosch

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Wasserreservoirfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Pelodryadinae
Gattung: Cyclorana
Art: Wasserreservoirfrosch
Wissenschaftlicher Name
Cyclorana platycephala
(Günther, 1873)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Wasserreservoirfrosch (Cyclorana platycephala), auch unter den Synonymen Chiroleptes platycephalus, Cyclorana slevini, Cyclorana platycephala und Litoria platycephala bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Anotheca. Im Englischen wird der Wasserreservoirfrosch water-holding frog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Wasserreservoirfrosch kann eine Körperlänge von etwa 4,0 bis 7,0 Zentimeter erreichen. Die Hautfarbe ist variabel, jedoch saisonbedingt, während der Dürre weist der Wasserreservoirfrosch eine olive-braune Färbung mit dunklen Flecken auf. In der Regenzeit treten auf dem Körper vermehrt gelblich-grüne Flecken auf und die übrigen Körperteile weisen eine rötliche Färbung auf. Die Unterseite ist von einer helleren Färbung. Der Wasserreservoirfrosch ist in der Lage, im Unterhautgewebe und in der Harnblase große Mengen Wasser zu sammeln und erscheint dann fast kugelförmig, daher auch die Bezeichnung Wasserreservoirfrosch. Mit dem gesammelten Wasser kann er so die extreme Trockenzeit bis zum nächsten Regen überstehen. Ferner bildet er um seine Außenhaut einen sekretierten, wasserdichten Schleimkokon, dieser Schleimkokon dient in Zeiten der heißen und trockenen Monaten für zusätzliche Ernährung und auch um Energie zu sparen.

Lebensweise

Der Wasserreservoirfrosch ist in der Lage, längere Trockenperioden (Monate bis Jahre) unterirdisch in einem Sommerschlaf zu überleben. Er vergräbt sich in sandigem Boden und bildet um seine Außenhaut einen sekretierten, wasserdichten Schleimkokon in Zeiten der heißen und trockenen Monate. Für zusätzliche Ernährung und um Energie zu sparen, verzehrt der Wasserreservoirfrosch diesen schleimartigen Kokon. Australische Aborigines entdeckten ein Mittel ihren Durst zu löschen, indem sie auf den Frosch einen leichten Druck ausüben, wodurch der Frosch Wasser freigibt. Eiklumpen werden in großen Massen von bis zu 500 Eier in temporäre Pools und in statische Gewässer, die bei Hochwasser auftreten, gelegt. Die Kaulquappen sind frei schwimmend.

Verbreitung

Der Wasserreservoirfrosch ist in allen australischen Bundesstaaten mit Ausnahme Victoria und Tasmanien in ariden und semi-ariden Gebieten verbreitet, die vorwiegend Tonböden aufweisen. Er nimmt ein breites Spektrum von Lebensräumen ein wie temporäre Sümpfe, tropische Sumpfwälder, intermittierende Pools sowie Grasland in der Tiefebene. In allen Lebensräumen hält sich der Wasserreservoirfrosch in einer geringen Höhe auf.

Ernährung

Der Wasserreservoirfrosch ernährt sich von Insekten und deren Larven sowie von Spinnentieren, Würmern, Schnecken und von kleinen Fischen.

Fortpflanzung

Der Wasserreservoirfrosch hält einen Sommerschlaf, was für Frösche außergewöhnlich ist. In der Paarungszeit ist der Wasserreservoirfrosch aktiv. Nach erfolgreicher Paarung und Eiablage fällt der Wasserreservoirfrosch wieder in den Sommerschlaf für einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten. Nach Ablauf dieser Zeit wiederholt er diesen Vorgang. Eiklumpen werden in großen Massen von bis zu 500 Eier in temporäre Pools und in statische Gewässer, die bei Hochwasser auftreten, gelegt. Die Kaulquappen sind frei schwimmend.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Wasserreservoirfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Wasserreservoirfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge