Waldkauz

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Waldkauz

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Unterordnung: Strigi
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Käuze (Strix)
Art: Waldkauz
Wissenschaftlicher Name
Strix aluco
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Waldkauz (Strix aluco) gehört zur Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae) sowie zur Gattung der Käuze (Strix). Im Englischen wird der Waldkauz tawny owl genannt.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) haben den Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Waldkauz erreicht eine Körperlänge von bis zu 42 cm, eine Flügelspannweite von 90 bis 100 cm sowie ein Gewicht von 450 bis 550 Gramm. Weibchen werden etwas größer als Männchen. Die Gefiederfärbung variiert je nach Verbreitungsgebiet und reicht von rostbraun über graubraun bis grau. Das Gefieder ist mit hellen und dunklen Linien längsgestreift. Diese Streifung dient der Tarnung. Der Körper ist von gedrungener Gestalt. Der Kopf weist eine rundliche Form auf. Das Gesichtsfeld wird mit einem für Eulen typischen Federkranz umsäumt. Die Augen sind ungewöhnlich dunkel.

Die Flügel des Waldkauzes sind relativ kurz und von rundlicher Form. Dennoch ist er ein sehr gewandter Flieger. Die vorwiegend nachtaktiven Vögel halten sich tagsüber an einem geschützten Platz in den Bäumen oder an ähnlichen Platzen auf. Im Mitteleuropa sowie in den südlichen Landesteilen Skandinaviens gilt der Waldkauz als Standvogel.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Südeuropas. Auch in den borealen Gebieten im südlichen Skandinavien sowie im Bereich des Urals bis ins westliche Sibirien ist er zu Hause. Der Waldkauz ist auch in Nordafrika sowie im irakischen/iranischen Grenzgebiet anzutreffen. In Asien findet er vom Himalaya bis nach Korea seine Verbreitung. Der Waldkauz lebt vorzugsweise in Laub- und Mischwäldern. Aber auch in reinen Nadelwäldern ist er anzutreffen. In Mitteleuropa kann man den Waldkauz auch in Parkanlagen und Gärten beobachten.

Ernährung

Neben Kleintieren wie Mäusen, Ratten und kleinen Kaninchen jagt er auch Vögel und Amphibien. Selbst Insekten und Regenwürmer werden gefressen. Er jagt entweder von einer Ansitzwarte aus oder aus dem Segelflug, der knapp über dem Boden stattfindet. Beutetiere werden bei passender Größe mit dem Kopf voran im ganzen verschlungen. Größere Beute wird aber auch mit dem Schnabel zerteilt.

Fortpflanung

Die Geschlechtsreife erreicht der Waldkauz mit gut einem Jahr. Die Brutzeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im Februar oder im März. Waldkauzpaare leben monogam und bleiben zeitlebens zusammen. Brutreviere in einer Größe von bis zu 80 Hektar sind keine Seltenheit. Das Nest wird für gewöhnlich in Baumhöhlen alter Bäume angelegt. Selten nisten sie auch in Felsnischen oder ähnlichen Plätzen. Die eigentliche Eiablage erfolgt etwa ab Ende März.

Das Weibchen legt zwischen drei und fünf weiße Eier, die über einen Zeitraum von etwa 28 Tagen bebrütet werden. Die Brut erfolgt bereits ab dem ersten Ei. Die nächsten rund 35 Tage verbleiben die Jungvögel im Nest. Danach erkunden sie bereits die nähere Umgebung auf den Ästen. Sie können zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fliegen. Die Selbständigkeit erreichen sie in der Regel nach rund 90 Tagen. Die Lebenserwartung in menschlicher Obhut liegt bei bis zu 18 Jahren. In Freiheit liegt die Lebenserwartung deutlich darunter.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Waldkauz heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Waldkauz selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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