Vulkanohrwurm

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Vulkanohrwurm
Bild:Copyright.jpg Aufnahme von Danilo Matzke (Entomologe)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Ohrwürmer (Dermaptera)
Unterordnung: Eudermaptera
Familie: Chelisochidae
Unterfamilie: Chelisochinae
Gattung: Schizoproreus
Art: Vulkanohrwurm
Wissenschaftlicher Name
Schizoproreus vulcanus
Haas & Matzke, 2005

Der Vulkanohrwurm (Schizoproreus vulcanus), ist eine noch recht junge Art und wurde erst 2005 am Fuße des Vulcan Mt. Lokon im indonesischen Sulawesi (Celebes) entdeckt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Färbung, gleichmäßig hellbraun bis orangegelb, aber zum Kopf und zu den Antennen hin ein wenig dunkler; Antennenglieder 13-15 fast weiß. Der gesamte Körper ist deutlich flacher, als bei den anderen Arten von Schizoproreus. Kopf, ziemlich rechteckiger als dreieckig; Kopfnähte eindeutig; Antenne bis zu 18 Glieder, Glieder zylinderförmig; erstes Glied ungefähr so lang wie der Abstand zwischen den Antennenbasen; 2. Glied sehr kurz, ab dem 5. Glied in zunehmendem Maße lang und schlanker werdend. Pronotum länger als weit; mit geraden Seitenrändern, hinterer Seitenrand rundlich breit. Mesonotum vollständig bedeckt durch Pronotum. Flügeldecken und Flügel lang und gut entwickelt, Flügel gelb, keine seitlichen Kiele; hintere Seitenränder konkav, eine kleine mittlere Spitze bildend. Beine relativ kurz; Hinterbeine, die am Maximum das 5. Abdominal-Segment erreichen; Tarsi einfach mit der chelisochid Verlängerung des ventralen Teils des zweiten Tarsomere; 1. Tarsomere ein wenig kürzer als das 3.; 2. ringförmig. Abdomen parallelseitig; seitliche Tuberkel (glanduläre Falten) auf dem 2. und 3. Tergit schwach; Abdominaltergit Seiten ohne Carina. Pygidium parallel-trapezförmig mit zwei kleinen Tuberkeln in der dorsalen Ansicht. Cerci (Zange) leicht gewölbt mit Tuberkeln auf dem inneren Seitenrand etwa bis zur Hälfte ihres basalen Teils; hinter der Mitte ein größerer Zahn auf dem innerem Seitenrand der Zange; Maße: 16-18mm (Köper + Zange).

Biotop der Art
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Biotop der Art

Verbreitung

Bis jetzt gibt es keinem weiteren Fund, so dass man von einem endemischen Vorkommen ausgehen muss.

Ernährung

Am Habitat wurde die Art an Aas (toter Frosch) beobachtet. Also an Tieren die durch die giftigen Gase des Vulkans verendeten. Auch in der Zucht wurde der tierischen Nahrung gegenüber der vegetarischen dem Vorrang gegeben.

Fortpflanzung

Das Männchen verhält sich bei der Balz ähnlich wie Chelisoches morio und versucht seinen tortierten Hinterleib unter dem des Weibchens zu schieben. In ca. 20-21 Tagen erfolgt die Eiablage und die Weibchen legen die Eier in der Regel zu einem Haufen in einer Brutkammer ab. Sie führen dann die für Ohrwürmer übliche Brutpflege (Eier wenden u.s. w.) durch. Sie können bis zu 3 Gelege (nach 22-35 Tagen) mit 15-30 Eiern produzieren.

Weibchen mit Gelege
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Weibchen mit Gelege

Mit 6-8 Tagen ist die Embryonalentwicklung relativ kurz, vor dem Larvenschlupf erscheinen die Eier gläsern und man kann den Embryo zum Teil recht gut sehen. Auch die Larven verbleiben nach dem Schlupf nur 4 Tage im Nest, bis sich der ganze Verband auflöst. Für die Gesamtentwicklung benötigen die Larven 38-83 Tage bei einer Umgebungstemperatur von 26°C und einer Luftfeuchte zwischen 65-75%.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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