Vitalius wacketi

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Vitalius wacketi
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Vitalius
Art: Vitalius wacketi
Wissenschaftlicher Name
Vitalius wacketi
de Mello Leitão, 1923

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet

Vitalius wacketi zählt innerhlab der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Vitalius. Vitalius wacketi taucht häufig auch unter den Synonymen Pamphobeteus platyomma und Vitalius platyomma auf. Diese Bezeichnung sind jedoch invalid. <1> Im Englischen nennt man diese Vogelspinne Brazilian Pink Bloom. Erstmals beschrieben wurde die Art im Jahre 1923 von dem Zoologen Cândido de Mello Leitão.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Vitalius wacketi kann eine Körperlänge von 90 mm erreichen und zählt damit zu den größten Spinnen überhaupt. Die Beinspannweite beträgt bis etwa 18 cm. Die Grundfärbung ist graubraun. Auf dem Vorderkörper ist eine helle Streifenzeichnung zu erkennen, das einem Sternmuster gleicht. Sie ist eine stark behaarte Vogelspinne. Vitalius wacketi verteidigt sich vor allem durch die Brennhaare und ist recht aggressiv. Das Gift ist für Menschen zwar in der Regel ungefährlich, aber ein Biss ist sehr schmerzhaft. Für Kinder, kranke und alte Menschen sowie Tiergiftallergiker kann ein Biss lebensbedrohlich sein.

Lebensweise

Weibchen können ein Alter von etwa 25 Jahren erreichen und bewohnen einen einzigen Bau oftmals für ihr ganzes Leben. Männchen gehen zur Paarungszeit auf "Brautschau" und legen dabei oft weite Strecken zurück. Der Bau ist in der Regel nur von innen ausgesponnen, vor dem Ausgang sind lediglich Warnfäden angebracht.

Verbreitung

Vitalius wacketi, Weibchen
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Vitalius wacketi, Weibchen

Das Verbreitungsgebiet der Vogelspinne erstreckt sich im westlichen Brasilien. Sie hält sich vor allem in Steppen und an Waldrändern auf und ist hier unter Steinen, Wurzeln, in hohlen Baumstämmen oder in leeren Nagetierbauten zu finden. Die Tiere sind sehr standorttreu und werden als Männchen nur zur Paarungszeit und allgemein nur durch akute Störungen und Flutungen sowie Zerstörung des Unterschlupfes aus dem Versteck vertrieben.

Ernährung

Vitalius wacketi ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) und von kleinen Nagetieren (Rodentia) und Echsen (Lacertilia). Ihre Beutetiere nimmt die Vogelspinne durch Erschütterungen der Warnfäden wahr. Hat das Opfer unbewusst die Warnfäden berührt, dann kommt die Vogelspinne heraus und packt blitzschnell das Beutetier. Im Bau wird das Beutetier dann durch das Gift und durch einen Verdauungssaft von innen verflüssigt. Anschließend wird die Beute ausgesaugt und übrig bleibt die Haut respektive der Chitinpanzer des Insektes. Im Terrarium kommen als Futter vor allem Heuschrecken, aber auch junge Mäuse und Grillen in Betracht, welche einmal in der Woche bis alle 10 Tage verfüttert werden.

Terrarienhaltung

Abgestreifte Haut einer Vitalius wacketi, Ansicht der Rückenzeichnung
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Abgestreifte Haut einer Vitalius wacketi, Ansicht der Rückenzeichnung

Aufgrund der Aggressivität ist diese Vogelspinne eher etwas für Fortgeschrittene, auch wenn sie in Zoofachhandlungen oft als umgänglich beschrieben wird. Die Maße des Terrarium sollten für die Vogelspinne etwa 35x30x25cm betragen. Klima: Temperatur am Tage 24 bis maximal 28 Grad Celsius, in der Nacht um 20 Grad Celsius, Luftfeuchte am Tage 65 bis 75 Prozent, in der Nacht 80 bis 95 Prozent, am Abend sprühen. Einrichtung: Terrarienerde oder Sand als Bodengrund, ein kleines Wasserbecken, eine Höhle oder Röhre und eventuell Pflanzen oder Kunstpflanzen. Pflege: Vitalius wacketi sollte man am besten alleine halten. Des weiteren sollte man die Vogelspinne so wenig wie möglich aus dem Terrarium herausnehmen, da das Tier sich in der Umgebung erst wieder neu eingewöhnen muß. Komplett gereinigt darf das Terrarium maximal nur einmal im Jahr werden, sonst werden eigentlich nur die Scheiben und das Wasserbecken gereinigt und die Fäkalien entfernt, was auch recht einfach ist. Denn die Vogelspinne legt die Fäkalien meist an einer bestimmten Stelle ab, die man dann bequem absammeln kann.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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