Uferwaldsänger

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Uferwaldsänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Infraklasse: Neoaves
Parvklasse: Passerae
Überordnung: Passerimorphae
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Parvordnung: Passerida
Überfamilie: Passeroidea
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Ammern (Emberizinae)
Tribus: Parulini
Gattung: Seiurus
Art: Uferwaldsänger
Wissenschaftlicher Name
Seiurus noveboracensis
Gmelin, 1789

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Uferwaldsänger (Seiurus noveboracensis) zählt innerhalb der Familie der Finken (Fringillidae) zur Gattung Seiurus. Die englische Bezeichnung des Uferwaldsängers lautet Northern Waterthrush.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Uferwaldsänger erreicht eine Körperlänge von 12 bis 14 Zentimeter, eine Flügelspannweite von knapp 24 Zentimeter sowie ein Gewicht von 15 bis 20 Gramm. Das Rückengefieder, die Flügel und der Oberkopf sind überwiegend grau bis graubraun gefärbt. Die Kehle und die Bauchseite weisen eine cremefarbene Färbung auf. An den Flanken und im Bereich der oberen Brust zeigen sich dunkelgraue oder bräunliche Längsstreifen. Die seitlichen Teile des Kopfes sind ebenfalls hell gefärbt. Vom Schnabelansatz über die Augen bis in den Nacken hinein verläuft je ein schmaler weißlicher und ein dunkel gefärbter Streifen. Mit dieser Färbung sind Uferwaldsänger im Geäst der Bäume oder Sträucher kaum auszumachen. Der kräftige aber recht schmale Schnabel weist eine gräuliche Färbung auf. Die Extremitäten und die Zehen sind bräunlich bis graubraun gefärbt. Die Geschlechter weisen im wesentlichen keinen Geschlechtsdimorphismus auf.

Verhalten

Der Uferwaldsänger lebt außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch, nur selten ist er in Kleinstgruppen anzutreffen. Während der Paarungszeit führen die Vögel eine monogame Einehe und legen eine territoriale Verhaltensweise an den Tag. Nur während der Wanderungen zwischen den Brutgebieten und den Winterquartieren schließen sich größere Gruppen zusammen. Uferwaldsänger sind gute, gewandte und ausdauernde Flieger. Geflügelte Insekten werden mit Leichtigkeit im Flug erbeutet.

Unterarten

Verbreitung

Die Brutgebiete des Uferwaldsänger liegen in den nördlichen Teilen Nordamerikas. Insbesondere Alaska und die kanadischen Provinzen bis hoch in den Norden Kanadas werden besiedelt. Die Brutgebiete liegen zumeist in leicht bewaldeten Sumpfgebieten oder in Feuchtgebieten der Tundra. Geschlossene Wälder werden hingegen strikt gemieden. Im Spätsommer ziehen die Uferwaldsänger zur Überwinterung in den Süden. Die Winterquartiere liegen hauptsächlich in Mittel- und Südamerika. Uferwaldsänger legen also sehr weite Entfernungen von teilweise 10.000 Kilometern auf ihrem Zug zurück. In den Winterquartieren sind die Vögel meist in Feuchtgebieten wie Mangrovensümpfen, entlang von Flussläufen oder im lichten tropischen Regenwald anzutreffen.

Ernährung

Uferwaldsänger ernähren sich im wesentlichen von Insekten, deren Larven und Raupen sowie Spinnentiere und gelegentlich Schnecken. Dies ist insbesondere während der Brutzeit der Fall. Im Herbst werden aber auch reife Früchte und Beeren sowie Sämereien gefressen. Auf Nahrungssuche geht der Uferwaldsänger sowohl am Boden, an den Rändern von Gewässern als auch im Geäst der Bäume und Sträucher. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich am Tage.

Fortpflanzung

Der Uferwaldsänger erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungs- und Brutzeit erstreckt sich im subpolaren Nordamerika von April bis Juni oder Juli. Dabei kommt es in der Regel zu einem Gelege in einer Saison. Männchen treffen ein bis zwei Wochen vor den Weibchen in den Brutgebieten ein und stecken als erstens ein Revier ab. Während der Paarungszeit ist der Uferwaldsänger ausgesprochen territorial. Vor allem das Männchen sorgt im Revier des Pärchens für Ordnung und vertreibt alle Eindringlinge. Dies ist im übrigen bei allen Waldsängern der Fall. Die Geschlechter führen dabei eine monogame Einehe, die in der Regel nur eine Saison hält. Den Nistplatz wählt zumeist das Weibchen aus, die Nester entstehen in Bodennähe, unterhalb Bäumen oder größeren Sträuchern.

Ein Nest weist eine geschlossene Form auf, verfügt über einen seitlichen Eingang und wird an windgeschützter Stelle meist im Wurzelwerk von Bäumen oder Sträuchern errichtet. Es besteht im wesentlichen aus Moosen und Flechten sowie trockenen Gräsern. Das Nestinnere wird mit Tierhaaren und weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. In das fertige Nest legt das Weibchen zwischen drei und vier weißliche Eier. Die Brutdauer erstreckt sich über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen. Das Bebrüten der Eier erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Das Männchen kümmert sich nur um den Schutz des Geleges und die Versorgung des Weibchens während der Brutzeit. Um die Versorgung der Küken mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile, jedoch obliegt der Hauptanteil der Versorgung des Nachwuchses beim Weibchen. Die Flugfähigkeit wird bereits mit 14 Tagen erreicht, selbständig sind die Jungvögel jedoch erst in der vierten oder fünften Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt fliegen die Jungvögel dann aus. Die Lebenserwartung der Uferwaldsänger liegt unter günstigen Umständen bei fünf bis sieben Jahren.

Gefährdung und Schutz

Uferwaldsänger gehören noch nicht zu den gefährdeten Vogelarten. Jedoch leidet die Art wie so viele Vögel unter der fortschreitenden Urbanisierung, Trockenlegung von Feuchtgebieten und der Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Vor allem der Einsatz von Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel sowie anderen Pestiziden in der Landwirtschaft setzt dem Uferwaldsänger stark zu.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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