Tropenspottdrossel

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Tropenspottdrossel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Spottdrosseln (Mimidae)
Gattung: Spottdrosseln (Mimus)
Art: Tropenspottdrossel
Wissenschaftlicher Name
Mimus gilvus
(Vieillot, 1808)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Tropenspottdrossel (Mimus gilvus), auch unter dem Synonym Turdus gilvus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Spottdrosseln (Mimidae) zur Gattung der Spottdrosseln (Mimus). Im Englischen wird die Tropenspottdrossel tropical mockingbird, graceful mockingbird oder southern mockingbird genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Tropenspottdrossel erreicht eine Körperlänge von etwa 23,0 bis 25,0 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 54,0 Gramm. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Die Krone weist eine graue Färbung auf. Die Iris der Augen ist von einer gelben Färbung. Im Gesicht sind ein weißer Überaugenstreif sowie ein dunkler Fleck über dem Auge zu erkennen. Die Unterseite ist weiß-grau oder cremefarben und die Flügel sind schwärzlich gefärbt und haben zwei weiße Flügelbinden. Die Schwumgfedern sind mit weißen Rändern umrahmt. Dr Schwanz wirkt ziemlich lang und weist eine dunkle Färbung auf. Die Federspitzen sind von einer weißen Farbe. Der schlanke Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist, weist eine schwarze Färbung auf. Die Beine erscheinen ziemlich lang und sind von einer dunklen Farbe. Das Gefieder der Jugendlichen ist in der Färbung etwas matter und brauner.

Lebensweise

Die tagaktiven Tropenspottdrosseln leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und sind ausgesprochen territorial. Die Reviere werden sowohl gegenüber Artgenossen als auch natürlichen Feinden vehement verteidigt. Dies gilt vor allem für die Paarungszeit. Tropenspottdrosseln gehören zu den Singvögeln. Da verwundert es nicht, dass sie sich durch ein breites Spektrum an Liedern und Ausrufen auszeichnen. Tropenspottdrosseln sind auch in der Lage andere Vögel und Geräusche aus dem menschlichen Umfeld nachzuahmen. Es verwundert kaum, dass sich Tropenspottdrosseln untereinander hauptsächlich über den Gesang unterhalten. Der Gesang dient insbesondere der Balz, der Kommunikation und der Revierverteidigung. Er ist sowohl am Tage als auch in der Nacht zu hören.

Unterarten

Tropenspottdrossel
vergrößern
Tropenspottdrossel
  • Mimus gilvus gilvus - (Vieillot), 1808
  • Mimus gilvus antelius - Oberholser, 1919
  • Mimus gilvus antillarum - Hellmayr & Seilern, 1915
  • Mimus gilvus gracilis - Cabanis, 1850
  • Mimus gilvus leucophaeus - Ridgway, 1888
  • Mimus gilvus magnirostris - Cory, 1887
  • Mimus gilvus melanopterus - Lawrence, 1849
  • Mimus gilvus rostratus - Ridgway, 1884
  • Mimus gilvus tobagensis - Dalmas, 1900
  • Mimus gilvus tolimensis - Ridgway, 1904

Verbreitung

Tropenspottdrossel
vergrößern
Tropenspottdrossel

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Tropenspottdrossel in folgenden Ländern vor: Antigua und Barbuda, Aruba, Barbados, Belize, Bonaire, Sint Eustatius und Saba, Brasilien, Kolumbien, Curaçao, Dominica, El Salvador, Französisch-Guayana, Grenada, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Honduras, Martinique, Mexiko, Montserrat, Nicaragua, Panama, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Sint Maarten (niederländischer Teil), Suriname, Trinidad und Tobago, Venezuela. Des Weiteren ist die Tropenspottdrossel gelegentlich auch in Costa Rica sowie in Ecuador präsent. Die Tropenspottdrossel hält sich meist in offenen Lebensräumen einschließlich menschlicher Siedlungen auf.

Ernährung

Die Tropenspottdrossel ist ein opportunistischer Allesfresser. Sie nimmt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich. Neben Sämereien, Körner aller Art, Früchten und Beeren werden vor allem Insekten (Insecta) sowie deren Larven und Spinnentiere (Arachnida) verzehrt. Unter den Insekten (Insecta) stehen vor allem Käfer (Coleoptera), Schmetterlinge (Lepidoptera) und Geradflügler (Orthoptera) hoch im Kurs. Allerdings wird auch Kleingetier wie Ameisen (Formicoidea) keineswegs verschmäht. Die Nahrung wird zumeist am Boden aufgelesen.

Fortpflanzung

Tropenspottdrossel
vergrößern
Tropenspottdrossel

Tropenspottdrosseln erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich in den gemäßigten Breitengraden von Frühjahr bis in den Sommer hinein. Während dieser Zeit kommt es zu zwei bis drei, selten auch bis zu vier Bruten in einer Saison. Außerhalb der Paarungszeit leben Tropenspottdrosseln einzelgängerisch. Die Paarungszeit ist jedoch durch eine monogame Lebensweise geprägt. Selten ist bisher eine Polygamie beobachtet worden. Die Partnerschaft hält in der Regel eine Saison, in seltenen Fällen aber auch ein Leben lang. Während der Paarungszeit sind vor allem die Männchen sehr territorial. Durch ihren Gesang versuchen sie ein paarungsbereites Weibchen in ihr Revier zu locken. Zur Balz gehört nicht nur der Gesang sondern auch der Balzflug und regelrechte Verfolgungsrennen der Geschlechter. Die napfartigen Nester entstehen in höheren Büschen oder in Bäumen. Als Baumaterial dienen hauptsächlich Reisig, kleine Ästchen und weiches Material wie Gräser und ähnliches. Es wird aber auch Abfall wie Papier, anderer Zellstoff, Blätter und Tierhaare verbaut. Um den Nestbau kümmert sich überwiegend das Weibchen. Gelegentlich werden auch verlassene Nester anderer Vögel übernommen. In das fertige Nest legt das Weibchen nach der Kopulation zwischen zwei und drei grau-grüne Eier. Die Eier werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 12 bis 14 Tagen gewärmt. Während dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Küken sind beim Schlupf noch nackt und blind. Sie wachsen jedoch sehr schnell heran und sind bereits im Alter von gut 12 Tagen flugfähig. Kurze Zeit später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich beide Elternteile gleichermaßen und auch die vorgehende Brut hilft beim Aufwuchs der Nestlinge mit. Für erneute Bruten werden jeweils neue Nester errichtet.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Tropenspottdrossel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Tropenspottdrossel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge