Townsend-Wühlmaus

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Townsend-Wühlmaus
Foto folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
Tribus: Arvicolini
Gattung: Feldmäuse (Microtus)
Art: Townsend-Wühlmaus
Wissenschaftlicher Name
Microtus townsendii
(Bachman, 1839)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Townsend-Wühlmaus (Microtus townsendii) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Feldmäuse (Microtus) und hier zur Untergattung der Mynomes. Im Englischen wird die Art Townsend's Vole oder Triangle Island Vole genannt. Es sind 6 Unterarten bekannt (Cornely & Verts, 1988).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Townsend-Wühlmaus ist eine große, dunkelbraune Wühlmaus mit großen, breiten Ohren, die aus dem Fell herausragen. Der Schwanz ist lang und dunkelbraun. Die gleiche Färbung weisen die Füße auf, die mit braunen Krallen versehen sind. Die Townsend-Wühlmaus kann von der sympatrischen Art der Oregon-Wühlmaus (Microtus oregoni) durch die größeren Augen, den längeren Schwanz und eine abweichende Zahnmorphologie unterschieden werden. Von Microtus canicaudus kann die Townsend-Wühlmaus aufgrund der dunkelbraunen bis schwärzlichen Färbung auseinandergehalten werden. Zu der Richardson-Wühlmaus (Microtus richardsoni) zeigen sich Unterschiede bei den Tuberkeln im Bereich der Fußsohlen. Von der Kalifornischen Wühlmaus (Microtus californicus) kann die Townsend-Wühlmaus aufgrund der Fellfärbung unterschieden werden (Cornely & Verts, 1988).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Townsend-Wühlmaus ist eine der größten Wühlmaus-Arten in Nordamerika. Sie erreicht je nach Unterart eine Gesamtlänge von 169 bis 225 mm, eine Schwanzlänge von 48 bis 70 mm, eine Hinterfußlänge von 20 bis 26 mm, eine Ohrlänge von 15 bis 17 mm, eine basale Schädellänge von 27,3 bis 29,8 (28,4) mm, eine Jochbeinbreite von 16,4 bis 17,8 (17,1) mm sowie ein Gewicht von 47 bis 82,5 g. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Cornely & Verts, 1988).

Lebensweise

Townsend-Wühlmäuse sind das ganze Jahr über aktiv. Die Aktivitäten verteilen sich sowohl über den Tag als auch über die Nacht. Die Townsend-Wühlmaus ist ein guter Schwimmer und Taucher. Selbst kleinere Flussläufe können durchschwommen werden. Die Reviere einer Townsend-Wühlmaus variieren je nach Geschlecht und liegen bei Männchen bei etwa 900 m², bei Weibchen bei rund 500 m². Die Siedlungsdichte liegt bei 525 bis 800 (697) Individuen je ha (Cornely & Verts, 1988).

Unterarten

Verbreitung

Die Vorkommen der Townsend-Wühlmaus erstrecken sich über die westlichen USA und das westliche Kanada. Das Verbreitungsgebiet reicht im Norden von British Columbia südlich bis nach Kalifornien. In den USA werden neben Kalifornien die Bundesstaaten Washington und Oregon besiedelt. Die Art lebt im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von 1.830 m über NN. Townsend-Wühlmäuse leben in Sumpfgebieten, Marschland und Feuchtwiesen mit dichter Bodenvegetation. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen beispielsweise Weiden (Salix), Simsen (Scirpus), Adlerfarne (Pteridium) und Erlen (Alnus) (Cornely & Verts, 1988).

Biozönose

Sympatrie

Die Art lebt sympatrisch mit anderen Wühlmäusen wie der Oregon-Wühlmaus (Microtus oregoni) und Microtus canicaudus. Letztere dominiert im gleichen Lebensraum über die Townsend-Wühlmaus (Cornely & Verts, 1988).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Townsend-Wühlmaus zählen neben räuberisch lebenden Säugetieren (Mammalia) wie der Nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor), der Rotluchs (Lynx rufus), der Kojote (Canis latrans), der Amerikanische Nerz (Mustela vison), der Rotfuchs (Vulpes vulpes), der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus), der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis), der Streifenskunk (Mephitis mephitis) und Hauskatze (Felis catus) vor allem Greifvögel (Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) wie die Sumpfohreule (Asio flammeus), der Virginia-Uhu (Bubo virginianus), die Schnee-Eule (Bubo scandiacus), die Schleiereule (Tyto alba), die Kornweihe (Circus cyaneus), der Raufußbussard (Buteo lagopus) und der Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis). auch kleinere räuberisch lebende Vögel wie der Nördliche Raubwürger (Lanius excubitor) stellen den kleinen Wühlmäusen nach (Cornely & Verts, 1988).

Parasiten

Zu den bekanntesten Ektoparasiten gelten Vertreter der Milben (Acari, Acarida) wie Glycyphagidae, Laufmilben (Trombiculidae), Laelapidae, Listrophoridae, Echte Tierläuse (Anoplura) wie Hoplopleuridae. Käfer (Coleoptera) wie Leptinidae. Weitere Ektoparasiten lassen sich den Zweiflüglern (Diptera) und den Flöhe (Siphonaptera) zuordnen (Cornely & Verts, 1988).

Ernährung

Die Townsend-Wühlmaus ernährt sich rein vegetarisch von verschiedenen Pflanzen. Hier sind insbesondere Klee (Trifolium), Binsen (Juncus), Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), Schneckenklee (Medicago), Sisyrinchium sp., Minzen (Mentha), Wolliges Honiggras (Holcus lanatus) und andere Gräser zu nennen. Für die kalte Jahreszeit legen die Tiere in ihren Erdbauten Nahrungsvorräte an (Cornely & Verts, 1988).

Fortpflanzung

Weibchen erreichen ihren ersten Östrus im Alter von 35 bis 80 Tagen. Die Weibchen weisen zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von 36 bis 48 g auf. Dies wurde in Laboruntersuchungen nachgewiesen. Geschlechtsreife Männchen wiegen im Freiland durchschnittlich 30 g. Je nach Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Paarungszeit von Februar bis in den Oktober hinein. Nach einer Tragezeit von 21 bis 24 Tagen bringt ein Weibchen meist 2 bis 10 (4,8) Jungtiere zur Welt. Die Wurfgröße variiert je nach Alter und Ernährungszustand des Weibchens. Bei Weibchen, die zum ersten Mal Nachwuchs zur Welt bringen, ist die Wurfgröße durchschnittlich geringere. Der Nachwuchs kommt im Nest des Weibchens zur Welt. Er ist nackt, blind, taub und zahnlos. Die Säugezeit erstreckt sich über etwa 15 bis 17 Tage. Kurze Zeit später sind die Jungtiere selbständig (Cornely & Verts, 1988).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Townsend-Wühlmäuse gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Species. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Gefährdungsfaktoren sind nicht bekannt (IUCN, 2013).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind cowani Guiguet, 1955, cummingi Hall, 1936, laingi Anderson & Rand, 1943, occidentalis (Peale, 1848), pugeti {{Kap, 1940 und tetramerus (Rhoads, 1894).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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