Totenkopfschwebfliege

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Totenkopfschwebfliege
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
Gattung: Myathropa
Art: Totenkopfschwebfliege
Wissenschaftlicher Name
Myathropa florea
Linnaeus, 1758

Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea), auch Gemeine Dolden-Schwebfliege genannt, zählt innerhalb der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae) zur Gattung Myathropa.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die zu den Zweiflüglern gehörende Totenkopfschwebfliege erreicht eine Körperlänge von zehn bis vierzehn Millimeter und ist ausgesprochen schlank gebaut. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Auf dem Thorax zeichnet sich eine totenkopfähnliche Musterung ab, die den Tieren den Beinamen "Totenkopfschwebfliege" gab. Das Gesicht fällt durch einen dunklen Mittelstreifen auf. Das Abdomen ist überwiegend ockerfarben bis gelblich gefärbt und weist ausgedehnte schwarze bis braune Muster auf, die sich in Längsstreifen ausprägen. Die Längsstreifen sind untereinander verbunden. Die Geschlechter weisen insbesondere im Kopfbereich einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Bei den Männchen sind die Augen deutlich größer und berühren sich im Stirnbereich. Der Stirnbereich der Weibchen ist frei, das heisst die Augen berühren sich hier nicht. Die Augen sind kaum sichtbar mit feinen Härchen versehen. Seitlich am Thorax ist ebenfalls eine gelbliche Behaarung sichtbar. Die Fühler sind schwarz gefärbt und nicht segmentiert. Die Extremitäten sind an den Oberschenkeln dunkel, ansonsten gelb gefärbt. Die bräunlich transparenten Flügel reichen im Ruhezustand bis zum Ende des Abdomens. Sie sitzen seitlich am Thorax und sind mit feinen Äderchen durchzogen.

Lebensweise

Die Totenkopfschwebfliege ist eine gewandte Fliegerin, die sowohl schnell fliegen als auch im Schwebflug verharren kann. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von April bis September.

Verbreitung

Die Totenkopfschwebfliege ist ist sehr weit verbreitet. Sie kommt in ganz Europa, in Asien und in Nordamerika vor. Sie bevorzugt meist offenes und feuchtes Gelände mit blütentragenden Pflanzen. Aber auch andere Habitate wie Sümpfe und Moore, Parks, Gärten und Waldränder werden gerne besiedelt. In Mittelgebirgen kann man sie bis in Höhen von rund 1.800 Meter über NN beobachten.

Ernährung

Weibchen
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Weibchen

Die Imagines der Totenkopfschwebfliege ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen blütentragender Pflanzen. Dazu gehören insbesondere Margeriten (Leucanthemum vulgare), Korbblütlern der Familie Asteraceae, Engelwurz (Angelica sylvestris), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) und Brombeeren (Rubus fruticosus) sowie ähnlichen Gewächsen. Hier spielen sie auch bei der Bestäubung eine wichtige Rolle. Insbesondere die Weibchen fressen viele eiweißreiche Pollen, da diese für die Eiproduktion sehr wichtig sind. Die Larven ernähren sich von Pflanzenresten, Faulschlamm und totem organischen Material. Sie filtern ihre Nahrung aus dem Wasser.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Totenkopfschwebfliege erstreckt sich über den Frühsommer. Die recht kurze Begattung erfolgt üblicherweise im Fluge. Die Eier werden an Rändern von Kleinstgewässern mit sauerstoffarmem Wasser gelegt. Dies können auch Astlöcher mit fauligem Wasser sein. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Rattenschwanzlarven (Maden, die durch einer teleskopartigen Abdomenverlängerung atmosphärische Luft atmen). Im Laufe ihrer Entwicklung können die Larven eine Länge von gut zehn Millimetern erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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