Tigervogelspinne

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Poecilotheria

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria regalis
Pocock, 1899

Die Tigervogelspinne (Poecilotheria regalis) zählt zur Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) und gehört zur Gattung der Poecilotheria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Tigervogelspinne erreicht eine Körperlänge von neun cm, wobei die Männchen wesentlich kleiner bleiben. Die Weibchen werden sehr massig. Auf dem Abdomen, dem Carapax und den Beinen wechseln die Farben Grau, Schwarz und Weiß. Vom Augenhügel bis zu den Spinnwarzen läuft eine mehr oder weniger gezackte Linie, die im Innern hellweiß und meist schwarz umrandet ist. Auf der Unterseite weist das erste Beinpaar die typisch leuchtend gelbschwarz gestreifte Warnfarbe auf. Das Haupterkennungsmerkmal dieser Art ist allerdings der weiße Streifen auf der Unterseite des Abdomens. Dieser befindet sich direkt vom Ansatz des Hinterleibes bis über die Geschlechtsöffnung und die ersten zwei Buchlungen. Die Männchen weisen die gleiche Musterung auf dem Rücken auf, nur, dass sie einfarbig braun oder brau sind. Die Musterung ist nur schemenhaft zu erkennen. Der weiße Streifen auf der Bauchseite ist bei ihnen auch vorhanden.

Verbreitung

Diese Art hat ein weites Verbreitungsgebiet, das von Südwest-Indien bis nach Sri Lanka reicht. Oft findet man in einem hohlen Baumstamm mehrere Exemplare dieser Art. In dem Verbreitungsgebiet herrschen Temperaturen von 27 bis 33°C und eine Luftfeuchtigkeit von 85 bis 95 Prozent.

Nahrung

Diese Art nimmt jegliche Art von Insekten zu sich, schreckt aber auch vor nestjungen Vögeln oder Nagern nicht zurück. Echsen, z.B. Geckos, die sich in dem Einzugsbereich der Vogelspinne bewegen, werden auch gefressen.

Abwehrverhalten

Ein Biss dieser Vogelspinne ist, laut Berichten, sehr schmerzhaft und hat für etwa zwei Wochen grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost und Schwindelgefühl. Diese Art hat ein deutliches Warnverhalten, das dem vermutlichen Angreifer deutlich macht sich nicht mit Ihr anzulegen. Sie stellt sich auf die Hinterbeine, und richtet die ersten zwei Beinpaare ausgestreckt, nach oben, nebeneinander. Die leuchtenden Warnfarben auf der Unterseite dieser Beine signalisieren Gefahr. Schreckt dies den Gegner noch nicht ab, schlägt sie blitzartig mit diesen Vorderbeinen auf den Gegner ein und verharrt wieder in der Drohstellung. War dies immer noch nicht erfolgreich, beisst sie zu.

Fortpflanzung

Nachdem das Männchen seine Reifehäutung vollzogen hat, wird es ein Netz bauen, das einer Hängematte gleicht. In dieses Spermanetz klebt es nun einen Spermatropfen, den es mit den Bulben aufnimmt. Danach geht das Männchen auf Partnersuche. Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens, findet das Männchen zu seiner potentiellen Partnerin. Dort eingetroffen, trommelt das Männchen mit den Vorderbeinen und den Tastern auf den Baumstamm. Dieses Trommeln ist sehr weit hörbar. Ein paarungsbereites Weibchen antwortet dem Männchen ebenfalls mit Trommeln. Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens, soweit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Abdomens kommt und diese in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen das Samenpaket und trennt sich wieder vom Weibchen. Nach etwa sechs bis acht Wochen baut das Weibchen ein Kokon der 70 bis 150 Eier enthält. Nach weiteren acht Wochen schlüpfen etwa ein cm große Jungen, die sich noch einige Tage in dem Kokon aufhalten bis das Weibchen diesen öffnet und die Jungen herauskrabbeln können. Sie werden noch einige Zeit als Kolonie zusammenleben bis sie sich auf die umliegenden Bäume verteilen.
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