Tigerschnegel

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Tigerschnegel

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Familie: Egelschnecken (Limacidae)
Gattung: Limax
Art: Tigerschnegel
Wissenschaftlicher Name
Limax maximus
Linnaeus, 1758

Der Tigerschnegel (Limax maximus), der auch Großer Schnegel oder Große Egelschnecke genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Egelschnecken (Limacidae) zur Gattung Limax. Im Englischen wird der Tigerschnegel Great Grey Slug oder Leopard Slug genannt.

Das Kuratorium "Weichtier des Jahres" (begründet von Dr. Karl-Heinz Beckmann) wählte den Tigerschnegel (Limax maximus) zum Weichtier des Jahres 2005. Der Tigerschnegel ist eine in Deutschland weit verbreitete und häufige, aber der Allgemeinheit doch weitgehend unbekannte Nacktschnecke.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Tigerschnegel erreicht eine Körperlänge von zwölf bis zwanzig Zentimeter. Der Körper ist überwiegend hellgrau bis hellbraun gefärbt und weist unregelmäßige dunkle, tigerartige Punkte und Muster auf. Der Mantelschild ist gräulich gefärbt und ist mit einem ähnlichen Muster versehen. Je nach Vorkommen und Verbreitungsgebiet kann die Färbung jedoch sehr variabel sein. Die sehr beweglichen Fühler sind hellbraun bis fleischfarben. Der Schuh der Schnecke weist eine hellbraune Färbung auf. Der Schleim ist gelblich. Unmittelbar hinter dem Mantel ist auf der rechten Seite die Atemöffnung deutlich sichtbar. Insgesamt ist der Körper dorsal leicht gekielt und läuft nach hinten hin spitz zu. Unter dem Mantelschild liegt eine feste Kalkschale, die als rudimentäres Gehäuse gilt und eine Länge von etwa drei bis fünf Millimeter aufweist.

Lebensweise

Tigerschnegel
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Tigerschnegel

Der Tigerschnegel ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sich die Schnecken an geschützter Stelle verborgen. Der Tigerschnegel wurde im Jahre 2005 zum Weichtier des Jahres gewählt.

Verbreitung

Der Tigerschnegel war ursprünglich nur in Süd- und Westeuropa verbreitet. Mittlerweile ist die Art auch in Mittel- und Nordeuropa beheimatet. Die Schnecken halten sich zumeist in der Nähe des Menschen auf. Man trifft sie häufig in Kellerräumen, in Gewächshäusern, Parks und Gärten an. Der Tigerschnegel bevorzugt eher abgedunkelte und feuchte Habitate.

Ernährung

Der Tigerschnegel ernährt sich überwieged von Pflanzenteilen und Pilzen. Zu den pflanzlichen Stoffen gehören insbesondere Salate, Kohl, Karotten, Rüben, Kartoffeln und Blumenzwiebeln. Gelegentlich ist der Tigerschnegel auch räuberisch und frisst Artgenossen. Auch Kot und Aas werden nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit des Tigerschnegels erstreckt sich zumeist über den Sommer. Sie sind wie alle Landlungenschnecken Hermaphroditen, d.h., sie sind Zwitter und brauchen keinen andersgeschlechtlichen Partner zur Fortpflanzung. Bei der Paarung umschlingen sich zwei Schnecken regelrecht und tauschen dabei Spermatophoren aus. Die Befruchtung geschieht im Innern des jeweiligen Körpers. Die Eiablage erfolgt meist zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung. Sie legen dabei zwischen 200 und 250 Eier in Schnüren, meist in mehreren Gelegen, an geschützter Stelle ab. Die Eier weisen eine Länge von etwa drei bis vier Millimeter auf. Nach rund vier bis sechs Wochen schlüpfen die Jungschnecken und erreichen nach rund einem Jahr die Geschlechtsreife. Werden Eier im Herbst abgelegt, so überwintern diese. Dann schlüpfen erst im Frühjahr des Folgejahres die Jungschnecken. Der Tigerschnegel kann ein Alter von zwei bis drei Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Michael P. Kerney, Robert A. D. Cameron, Dr. Dr. Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Hamburg und Berlin, Verlag Paul Parey, 1983 ISBN 3-490-17918-8
  • Rainer Willmann: Muscheln und Schnecken der Nord- und Ostsee. Verlag J.Neumann-Neumann GmbH & Co. KG, 1989 ISBN 3-7888-0555-2
  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Rupert Riedl, Prof. Dr Erich Thenius: Weichtiere Stachelhäuter. Dritter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
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