Thitarodes namnai

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Thitarodes namnai
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Wurzelbohrer (Hepialidae)
Gattung: Thitarodes
Art: Thitarodes namnai
Wissenschaftlicher Name
Thitarodes namnai
Maczey, in Maczey et al., 2010


Thitarodes namnai zählt innerhalb der Familie der Wurzelbohrer (Hepialidae) zur Gattung Thitarodes. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt. Der Name bezieht sich auf den Ort, wo sowohl Holotypus (einzelnes Exemplar) als auch Paratypen (Variation von Merkmalen) festgelegt wurden, lokal als Namna bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Männchen:

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 14,8 Millimeter und eine Spannweite von etwa 37,5 Millimeter. Die Länge der Vorderflügel beträgt 18,2 Millimeer und die der Hinterflügel 15,0 Millimeter. Die Antennen weisen eine rostbraune Färbung mit 4 bis 9 Segmenten auf. Die Segmenten sind dorsal dunkelbraun bis schwärzlich getönt. Der Kopf und der Thorax sind schwarzbraun und sind dicht mit rostfarbenen Härchen bedeckt. Der Prothorax und Mesothorax sind mit dunkelbraunen Härchen untermischt. Der Bauch ist braun und mit gelben Härchen bedeckt. Die Vorderflügel sind hauptsächlich rostfarben und mit umfangreichen grau-weißen und schwarzen Markierungen besetzt. Die schmale Subterminal-Faszie ist grau-weiß getönt, basal begleitet durch eine leichte breitere, wellenförmige schwarze Faszie und mit rostfarbenen unterbrochenen Skalen. Die hintere Hälfte ist schwarz und diskal mit kleinen grau-weißen Flecken besetzt. Die vordere Hälfte ist grau-weiß und basal sowie distal mit schwarzen Rändern gesäumt. Subbasal zeigen sich grau-weiße und schwarze Flecken. Das Dorsum ist kantig grau-weiß gefärbt. Die Hinterflügel sind einheitlich grau, leicht transparent und die Fransen sind gelb und schwärzlich-braun getönt. Die Flügeläderung ist ähnlich wie bei dem Vorderflügel.
Chinesische Raupenpilze (Ophiocordyceps sinensis)
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Chinesische Raupenpilze (Ophiocordyceps sinensis)
Die sind alle Beine ockerfarbig und mit borstigen dunkelbraunen Härchen besetht, die Sporen fehlen. Die Hinterbeine sind leicht verbreitert und dorsal dicht mit einem ockerfarbigen 5,0 bis 6,0 Millimeter langen Duft-Pinsel abgedeckt. Das Tegumen (ein ringförmiges, im männlichen Geschlechtsapparat befindliches, modifiziertes neuntes Tergum) ist dreieckig geformt. Dorsal ist das Tegumen stumpf gelappt und nur schwach sklerotsiert. Am Saum von Tegumen zeigt sich entlang der inneren Hälfte eine Reihe von groben, sklerotisierten Lappen, die etwas gekrümmt erscheinen. Der kaudale Rand ist dunkelbraun bis fast schwarz sklerotisiert. Der Saccus (körperwärts gerichteter Anhang) weist eine mediane Einbuchtung auf. Die Valve ist dicht behaart, an der Basis dunkelbraun sklerotisiert. Die Juxta ist leicht an der Basis trapezförmig aufgeweitet. Der hintere Rand ist abgerundet und mit einer medianen Einbuchtung versehen. Der Aedoeagus (spermaübertragendes Organ) ist nicht sklerotisiert.

Weibchen:

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 16,0 Millimeter und eine Spannweite von etwa 41,5 Millimeter. Die Länge der Vorderflügel beträgt etwa 19,0 Millimeter und die der Hinterflügel etwa 17,0 Millimeter. Die Antennen sind einheitlich rot-braun gefärbt. Die Härchen auf dem Thorax sind kaudal gelb. Die Vorderflügel weisen eine silber-graue Färbung mit umfangreichen grau-weißen, rostfarbenen und schwarzen Markierungen auf. Die meisten schwarzen Flecken sind von einer dünnen rostbraunen Linie umgeben. Die Subterminal-Faszie ist grau-weiß mit einer ununterbrochenen Verlängerung und wird basal durch eine Reihe von schwarzen, ovalen bis nierenförmigen Flecken begleitet. Des Weiteren zeigt sich ein Mosaik aus schwarzen, rostbraunen und silbergrauen Flecken in der Mitte des Flügels und im Bereich der Basis des Flügels. Das Dorsum ist beige und braun gefärbt sowie grau umrandet und die Flügeläderung ist ähnlich wie beim Männchen. Die Hinterflügel sind beige und braun gefärbt und die Flügeläderung ist ebenfalls ähnlich wie beim Männchen.
Chinesische Raupenpilze (Ophiocordyceps sinensis)
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Chinesische Raupenpilze (Ophiocordyceps sinensis)
Alle Beine sind mit dichten borstigen ockerfarbigen Härchen besetzt, Sporen fehlen. Das prevulvare Sklerit (Hartteil) ist halbrund geformt und das preanale Sklerit weist eine ovale Form mit akuten, sklerotisierten Spitzen und einer stumpfen Dilatation in der Mitt der Innenkante auf. Die intergenitalen Lapen sind dorsal und ventral zweilappig und mit dichten borstigen Härchen besetzt.

Lebensweise

Yarshagumba, auch bekannt als Yarchagumba, bezieht sich auf Sommer-Winter- oder Pflanzen-Insekt auf Tibetisch. Die Sporen des Pilzes wachsen im Bereich des Kopfes bzw. wachsen buchstäblich aus dem Kopf der Larve. Dabei wird der Larve die ganze Energie entzogen, so dass die Larve stirbt und zum Schluß mumifiziert wird. Yarshagumba weist ein seltsames Wachstums-Verhalten auf und kommt nur in den trockenen Tälern in einer Höhe von über 4.100 Metern über dem Boden der Himalaya-Regionen, einschließlich Indien, Nepal, Tibet und Bhutan, vor. Yarshagumba ist eine Art von Pilz, der auf den Larven wächst, die unterirdisch leben und sich von allerlei Wurzeln der Bäume und Sträucher ernähren. Ist die Larve einmal infiziert, füllt sich die Leibeshöhle der Larve mit Pilzmyzelien. In den nächsten Tagen wächst ein röhren- oder schlauchförmiger Pilz aus der Larve über dem Boden im Frühjahr und im Sommer. Diesen Raupenpilz-Organismus nennt man Yarshagumba, der dann während der Zeit gesammelt wird. Der internationale Handel mit Yarshagumba hat sich in den letzte paar Jahren explosionsartig erhöht. In der Regel ist der Höhepunkt während der Trockenzeit von Mai und Juni in Nepal. Yarshagumba wird hauptsächlich in den Pflanzen Rhododendren (Rhododendron), Windröschen (Anemone), Perlpfötchen (Anaphalis), etc. gefunden. Die Keimung beginnt ab April, Juni/Juli und wird ab Mai, Juni/Juli gesammelt. Im Durchschnitt werden 0,3 bis 0,5 Gramm Yarshagumba je Pflanze gefunden. Yarshagumba wird mittlerweile auch in verschiedene europäische Länder exportiert, wo der Raupenpilz als medizinisches Heilmittel eingesetzt wird. Jedes Jahr im Mai und im Juni strömen Tausende von Dorfbewohnern aus den entlegendsten Gebieten über die Grenzen hinaus in die Region, um Yarshagumba zu sammeln und riskieren dabei auch ihr Leben. Es wird geschätzt, dass ein Sammler bis zu 2.500 nepalesische Rupien, etwa 35 US-Dollar pro Tag nur durch das Sammeln von Yarshagumba verdient. Aufgrund dessen werden die Ackerflächen, die die Dorfbewohner früher bestellt haben extrem vernachlässigt bzw. liegen die Ackerflächen brach.

Verbreitung

Rhododendron fallacinum
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Rhododendron fallacinum

Thitarodes namnai hält sich nur in den trockenen Tälern der Himalaya-Regionen in einer Höhe von über 4.100 Metern auf, einschließlich Indien, Nepal, Tibet und Bhutan. Das Weibchen legt die Eier im unteren Pflanzenbereich ab. Nach dem Schlupf bohrt die Larve einen unterirdischen Tunnel, wo sie sich in neun Larvenstadien zu einem Falter entwickelt.

Ernährung

Die Larve ernährt sich ausschließlich von den Wurzeln verschiedener Bäume und Sträucher. Dazu zählen unter anderem Rhododendren (Rhododendron), Windröschen (Anemone), Perlpfötchen (Anaphalis), etc.

Fortpflanzung

Thitarodes namnai ist ein Wirt vom Chinesischen Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis), der auf Almwiesen und alpinen Strauchwiesen in Tibet in einer Höhe von etwa 4.100 bis 4.650 Meter vorkommt. Insgesamt dauert die Entwicklung dieser Art drei bis vier Jahre, d. h. für eine Generation ist die Entwicklung von 1.095 bis 1.460 Tage vollendet, einschließlich 41 bis 47 Tage für die Eientwicklung, 990 bis 1.350 Tage für die Larve, 35 bis 41 Tage für die Puppe und 3 bis 8 Tage für die Langlebigkeit der Erwachsenen. Es gibt 7 bis 9 Larvenstadien, im 7. Larvenstadium verpuppen sich die Larven in männliche Erwachsene, im 9. Larvenstadium verpuppen sich die Larven in weibliche Erwachsene und im 8. Larvenstadium in beide Geschlechter und in Weibchen. Die Pupation erfolgt Ende April bis Anfang Mai. Die Erwachsenen treten Ende Juni bis Anfang Juli auf. Das Verhältnis von Männchen zu Weibchen ist 1,5:1. Die durchschnittliche Eiablage pro Weibchen beträgt 768 ± 206 Eier.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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