Theridion sisyphium

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Theridion sisyphium

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Haubennetzspinnen (Theridiidae)
Gattung: Echte Kugelspinnen (Theridion)
Art: Theridion sisyphium
Wissenschaftlicher Name
Theridion sisyphium
(Clerck, 1757)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:008690]

Die Spinnenart Theridion sisyphium gehört innerhalb der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae) zur Gattung der Echten Kugelspinnen (Theridion).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Theridion sisyphium ähnelt sehr der Braunen Kugelspinne (Theridion impressum), daher wird sie sehr oft mit dieser Art verwechselt. Theridion sisyphium bleibt durchschnittlich etwas kleiner. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 2,5 bis 4,0 Millimeter und das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 3,5 bis 4,5 Millimeter. Die Färbung des Vorderkörpers ist meist etwas dunkler braun, und die dunkle Binde schließt den Augenbereich mit ein. Auch der Hinterkörper ist in der Regel etwas dunkler als bei der Braunen Kugelspinne (Theridion impressum). Der sicherste Unterschied liegt aber in der Form der Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan). Die Vertiefung in ihrer Mitte ist mehr oder weniger eiförmig und etwas länger als breit. Auch bei dieser Art sind die Hintertarsen beborstet. Diese tragen unterseits eine regelmäßige Reihe kammartig gezähnter Borsten, die bei den Baldachinspinnen (Linyphiidae) und den Echten Radnetzspinnen (Araneidae) fehlen. Dieses Merkmal besitzen aber auch die Höhlenspinnen (Nesticidae). Die Reifezeit der Theridion sisyphium liegt außerdem etwas früher als bei der Braunen Kugelspinne (Theridion impressum). Die adulten Tiere trifft man von Mitte Mai bis Ende Juli.

Lebensweise

Die Art baut ein sehr ähnliches Netz wie die Braune Kugelspinne (Theridion impressum). Theridion sisyphium webt ein typisches Haubennetz, meist an der Spitze niederer Pflanzen, die etwas über ihre Umgebung hinausragen. Im oberen Teil des kuppelförmigen Gespinstes liegt der dicht mit Spinnseide ausgekleidete, außen mit Pflanzenteilen bedeckte Schlupfwinkel. Er hat etwa die Form eines kleinen, umgedrehten Vogelnestes. Auch bei der Jungenaufzucht zeigen sich große Ähnlichkeiten, aber ebenso einige Unterschiede. Entsprechend der früheren Reifezeit bewachen die Weibchen bereits ab Mitte Juni im Schlupfwinkel ihren grünlichgrauen Eikokon. Die Zahl der Jungspinnen ist deutlich niedriger als bei der Braunen Kugelspinne (Theridion impressum), etwa 50 gegenüber 100 bei der Braunen Kugelspinne (Theridion impressum). Die Phase der Mund-zu-Mund-Fütterung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, bis zur nächsten Häutung der Jungspinnen. Danach werden vom Weibchen getötete Nahrungstiere angeboten, und schließlich überwältigen die Jungspinnen gemeinsam ihre Beute im mütterlichen Netz. Sie bleiben auch nach dem Tod der Mutter noch längere Zeit beisammen und saugen sie in der Regel nicht aus.

Unterarten

Verbreitung

Die Art lebt im Vergleich zur Braunen Kugelspinne (Theridion impressum) mehr auf Sträuchern und Jungbäumen, gern zum Beispiel an Randzweigen von Jungfichten und Wacholdern (Juniperus). Vorwiegend kommt sie auch an Waldrändern und auf stärker bewachsenen Ödland vor. In Mitteleuropa ist die Spinne fast überall häufig anzutreffen.

Ernährung

Theridion sisyphium ernährt sich räuberisch von Insekten (Insecta). Ihre Beute fängt sie mit ihrem Haubennetz. Die darin befindlichen klebrigen Fäden fangen ein Insekt und hindern es an der Flucht. Ist ein Beutetier gefangen, so tötet die Spinne das Beutetier mit einem Giftbiss und spinnt ihr Opfer ein und saugt es später aus.

Fortpflanzung

Theridion sisyphium gehört zu den wenigen Spinnenarten, die eine ausgesprochen aufwändige Brutpflege betreibt. Das Weibchen legt ihre Eier nach erfolgreicher Befruchtung in einen grünlichgrauen Kokon, den sie dafür gesponnen hat. Bis zum Schlupf der Spiderlinge wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen beschützt. Nach dem Schlupf der Jungspinnen verbleiben sie die erste Zeit im Netz der Mutter. Das Weibchen füttert ihre Jungen mit einem Brei aus vorverdauter Nahrung. Dabei gibt sie die Nahrung per Mund-zu-Mund-Fütterung weiter. Bereits nach einigen Tagen erfolgt dann die erste Häutung. Nach zwei bis drei Wochen stirbt das Muttertier. Allerdings saugen bei dieser Art die Jungspinnen in der Regel die Mutter nicht aus. Kurz danach verlassen die Jungspinnen ihr Geburtsnetz und bauen jeweils ein eigenes Netz. Im Juli erreichen sie die Endgröße.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 12. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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