Türkishäher

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Türkishäher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Cyanolyca
Art: Türkishäher
Wissenschaftlicher Name
Cyanolyca turcosa
(Bonaparte, 1853)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Türkishäher (Cyanolyca turcosa) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Cyanolyca. Im Englischen wird der Türkishäher turquoise jay genannt. Dieses Taxon wird von einigen Autoren als Subspezies von Cyanolyca viridicyanus im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Türkishäher erreicht eine Körperlänge von etwa 32,0 Zentimeter. Sein Schnabel ist sehr kräftig ausgebildet. Des Weiteren weist der Türkishäher einen relativ langen Schwanz auf. Die Stirn, die Zügel sowie die Seiten des Kopfes bilden zusammen eine schwarze Maske. Die Kehle ist sehr blass türkisfarben und geht in eine blau-lilafarbene Tönung knapp über dem schmalen schwarzen Kragen über, der die Grenze mit der oberen Brust markiert. Die Kappe und der Nacken sind hellblau türkisfarben. Diese Färbung zeigt sich deutlich an der Vorderseite der Kappe. Das übrige Gefieder ist grünlich-blau mit Ausnahme der Unterseite der Flügel und des Schwanzes, die eine schwärzliche Färbung aufweisen. Der Schnabel und die Beine sind schwarz geschönt und die Iris der Augen weist eine braune Färbung auf.

Lebensweise

Türkishäher leben meist in kleinen Familiengruppen oder paarweise. Einzelgängerisch sieht man die Vögel eher selten. Auch die Nahrungssuche erfolgt oftmals in kooperativer Weise. Während der Paarungszeit legen Türkishäher eine territoriale Lebensweise an den Tag. Das eigene Revier wird dabei von allen Mitgliedern einer Gruppe verteidigt. Türkishäher halten sich überwiegend in Bodennähe auf, die Jagd erfolgt jedoch von einer Ansitzwarte aus. Sie sind sesshafte Vögel und bleiben daher ganzjährig in ihren Brutgebieten.

Verbreitung

Türkishäher
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Türkishäher

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Türkishäher in Kolumbien, Ecuador und in Peru verbreitet. Der Türkishäher bewohnt subtropische und tropische feuchte Montanwälder sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Türkishäher gehören zu den opportunistischen Allesfressern. Auf ihrer Speisekarte stehen neben größeren Insekten (Insecta) auch kleine Säugetiere (Mammalia), Reptilien (Reptilia), kleine Vögel (Aves) und Nestlinge. Türkishäher sind Ansitzjäger, die erst nach Erspähen eines Beutetieres einen Angriff starten. Beutetiere werden in der Regel am Boden erbeutet. Vogelnester werden jedoch auch in Bäumen und Sträuchern geplündert. Die Nahrungssuche erfolgt entweder einzelgängerisch oder kooperativ in kleinen Gruppen.

Fortpflanzung

Türkishäher erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr und gehören zu den kooperativen Brütern. Sie legen sowohl eine polygame als auch monogame Lebensweise an den Tag. Üblich ist ein brütendes Pärchen, dem sich andere Familienmitglieder als Bruthelfer anschließen.
Türkishäher
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Türkishäher

Dabei handelt es sich meist um Nichtbrüter aus einem früheren Gelege. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich zwei Pärchen zusammenschließen oder ein Männchen einen Kleinstharem von zwei Weibchen für sich beansprucht. Im letzten Fall legen beide Weibchen ihre Eier in ein Nest. Egal wie sich eine Gruppe zusammensetzt, sie legen gegenüber Artgenossen und Eindringlingen ein aggressives Territorialverhalten an den Tag. Als Bruthabitat dienen meist lichte Wälder. Die Nester entstehen in mittlerer Höhe von vier bis fünf Meter über dem Boden in Astgabeln von Bäumen oder größeren Sträuchern. Das napfartige Nest besteht überwiegend aus Reisig, kleinen Ästen sowie Wurzelfasern. Der Nestbau erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nach der Kopulation legt das Weibchen zwischen drei und fünf Eier, die vom Weibchen alleine über einen Zeitraum von rund 21 Tagen ausgebrütet werden. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen und den Bruthelfern mit Nahrung versorgt. Die Nestlingszeit der Küken erstreckt sich über 30 bis 32 Tage. Der Nachwuchs wird von der gesamten Gruppe mit Nahrung versorgt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Türkishäher heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Türkishäher selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Türkishäher als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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