Tüpfelhyäne

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Tüpfelhyäne

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Hyänen (Hyaenidae)
Gattung: Crocuta
Art: Tüpfelhyäne
Wissenschaftlicher Name
Crocuta crocuta
Thunberg, 1820

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta), die auch Fleckenhyäne genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Hyänen (Hyaenidae) zur Gattung Crocuta. Trotz ihres Aussehens gehört sie allerdings nicht zu den hundeartigen Räubern sondern zu den katzenartigen Raubtieren. Die Tüpfelhyäne ist die größte und kräftigste Art innerhalb der Familie der Hyänen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Tüpfelhyäne erreicht eine Körperlänge von bis zu 160 cm, eine Schulterhöhe von gut 90 cm, sowie ein Gewicht von bis zu 80 kg. Der buschige Schwanz weist eine Länge von 30 bis 35 cm auf und endet in einer schwarzen Spitze. Die Männchen bleiben kleiner als die Weibchen. Das kurzhaarige Fell hat eine gelblichbraune Grundfärbung und ist mit dunkelbraunen Tupfen übersät. Diese Musterung war für diese Art namensgebend. Bauchseite und Kehlbereich sind deutlich heller und gehen mehr ins Graue. Auf Nacken und Schulter ist eine kurze Mähne angedeutet. Die Tüpfelhyäne hat deutlich längere Vorder- als Hinterbeine. Diese Eigenart läßt die Rückenlinie deutlich nach hinten abfallen. Die Beine enden in kräftigen Tatzen, die mit jeweils vier Zehen versehen sind und nichteinziehbare Krallen aufweisen.

Die Zähne, Kiefer und Kaumuskulatur der Tüpfelhyäne gehören im Tierreich zu den kraftvollsten. Selbst mächtige Oberschenkelknochen großer Huftiere vermögen sie mit Leichtigkeit aufzubrechen. Als nachtaktive Jäger leben sie in zum Teil sehr großen Rudeln. Ein Rudel kann durchaus aus 50 bis 100 Tieren bestehen und wird von einem dominanten Weibchen angeführt. Anders als bei den Wölfen kann es in einem Hyänenrudel mehrere Weibchen mit Nachwuchs geben. Das Revier wird mit einem Analsektret aus ihren Afterdrüsen markiert und gegenüber Artgenossen und Feinden erbittert verteidigt. Zentraler Punkt eines Reviers ist der Bau. Zu dem Bau haben allerdings nur Weibchen und deren Nachwuchs Zutritt. Männchen und Weibchen ohne Nachwuchs verbleiben vor dem Bau. Zur Kommunikation untereinander dienen unter anderem verschiedene Laute, die entfernt an menschliches Lachen erinnern.

Verbreitung

Die Tüpfelhyäne ist südlich der Sahara weit verbreitet. Sie bewohnt vorzugsweise halbtrockene Savannen oder offenes Buschland mit spärlicher Vegetation. Sie kommen in Höhen von bis zu 4.000 Metern vor. Bewaldete Flächen oder gar Regenwald wird strikt gemieden.

Nahrung

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Tüpfelhyäne

Sie sind Hetzjäger, die im Rudel Großwild zu Tode hetzen. Zu ihrer Hauptnahrung gehören Zebras, Gnus und andere Huftiere ähnlicher Tiere. Während ihrer Hatz können sie Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h erreichen. Diese Geschwindigkeiten können sie auch über längere Strecken durchhalten. Die Beutetiere werden vorzugsweise an den Hinterbeinen gegriffen und zu Boden gerissen. Ein direkter Todesbiss wie bei Großkatzen wird nicht angesetzt. Das Beutetier wird schon ausgeweidet wenn es noch lebt. Sie verwerten alle Teile ihrer Beute. Von den Knochen, Fell und sogar Hörnern und Hufen bleibt nichts übrig. Zu einem kleinen Teil besteht ihre Nahrung aus Aas. Der Anteil an Aas liegt allerdings bei unter zwanzig Prozent.

Fortpflanzung

Die Gechlechtsreife wird im dritten Lebensjahr erreicht. In ihren natürlichen Lebensräumen sind sie an keine feste Paarungszeit gebunden. Nach einer Tragezeit von 100 bis 110 Tagen bringt das Weibchen meist zwei Jungtiere in ihrem Bau zur Welt. Die Jungtiere sind bereits erstaunlich weit entwickelt und weisen ein Gewicht von etwa 1,5 Kg auf. Auch die Augen sind bereits geöffnet. An der Aufzucht beteiligt sich in einem gewissen Maße auch das Männchen.

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Das Fell der Jungtiere ist dunkelbraun und weist noch nicht die typischen Tupfen auf. Die Grundfärbung ändert sich erst ab dem zweiten Lebensmonat. Die Jungtiere der Tüpfelhyänen werden sehr lange gesäugt. Frühestens nach neun bis zehn Monaten bekommen sie hier und da auch schon Fleisch serviert. Entwöhnt werden sie erst nach rund achtzehn Monaten. Die Tiere können ein Alter von rund zwanzig Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hyänen (Hyaenidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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