Sumpfkrabbenspinne

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Sumpfkrabbenspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Unterklasse: Micrura
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
Gattung: Xysticus
Art: Sumpfkrabbenspinne
Wissenschaftlicher Name
Xysticus ulmi
(Hahn), 1831

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:032108]

Die Sumpfkrabbenspinne (Xysticus ulmi) zählt innerhalb der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae) zur Gattung der Xysticus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Sumpfkrabbenspinne erreicht lediglich eine Körperlänge von fünf bis acht Millimeter. Die Grundfärbung des Körpers variiert zwischen graubraun und rotbraun. Vor allem auf dem Thorax sind deutlich dunkelbraune Musterungen zu erkennen. Markant sind die deutlich verlängerten vordern zwei Beinpaare, die die vielfache Länge der hinteren Beinpaare erreichen können. In der Ruhestellung sind die vorderen Beinpaare meist nach vorne gestreckt. Die verlängerten Beinpaare waren für die ganze Familie namensgebend, da sie an die Form von Krabben erinnern. Die Sumpfkrabbenspinne ist ein sehr guter Kletterer. Daher kann man die Spinne nicht nur in niedriger Vegetation antreffen, sondern teilweise auch in höheren Bäumen. Die Sumpfkrabbenspinne hat zwei Reihen Augen, die vorne am Kopf liegen. Seitlich liegen die Nebenaugen. Die Kiefer sind recht klein und schlank. Ihre Spinnseide nutzen sie nur zum Spinnen des Kokons und zur Befestigung dessen. Ihre Hauptverteidigung ist ihre Tarnung, da sie sich nur schwerlich aufgrund der geringen Größe und des schwachen Giftes verteidigen können.

Verbreitung

Die Sumpfkrabbenspinne ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie bevorzugt feuchte Lebensräume wie Sümpfe, Moore, feuchte Heiden, Überschwemmungsgebiete und ist auch an Gewässerrändern häufig anzutreffen. Sie lebt dort in der niedrigen Vegetation.

Ernährung

Die Sumpfkrabbenspinne ernährt sich als Lauerjäger räuberisch von anderen Insekten und kleineren Spinnentieren. Sie bauen kein Netz, sondern überwältigen ihre Beute, die sie bereits über eine beachtliche Entfernung ausmachen können. Die Beute wird durch einen Biss mit einhergehender Injizierung von Gift getötet und später ausgesaugt.

Fortpflanzung

Anders als bei vielen anderen Spinnenarten, lebt das Männchen der Sumpfkrabbenspinne nicht ganz so gefährlich. Das Paarungsritual umfasst vor allem das Fesseln des Weibchens. Nachdem das Männchen das Weibchen verschnürt hat, begibt es sich unter den Hinterleib der Angetrauten. Das Männchen führt nun mit Begattungsorganen die Bulben in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein.

Nach der erfolgreichen Begattung legt das Weibchen ihre Eier in eine Art Kokon an geschützter Stelle ab. Bis zum Schlupf der Spiderlinge bewacht das Weibchen den Kokon. Während dieser Zeit nimmt sie auch keine Nahrung zu sich. Ist die Schlupfzeit erreicht, so öffnet sie den Kokon und entläßt die Jungspinnen der mütterlichen Fürsorge. Kurz danach stirbt das Weibchen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • Platnick, Norman I. (2008): The world spider catalog, version 8.5. American Museum of Natural History.
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