Streifen-Taggecko

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Streifen-Taggecko
Center
Nominatform Phelsuma lineata lineata

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Geckos (Geckonidae)
Gattung: Taggeckos (Phelsuma)
Art: Streifen-Taggecko
Wissenschaftlicher Name
Phelsuma lineata
Gray, 1842

Der Streifen-Taggecko (Phelsuma lineata) zählt innerhalb der Familie der Geckos (Geckonidae) zur Gattung der Taggeckos (Phelsuma). Im Englischen wird der Streifen-Taggecko striped day gecko oder lined day gecko genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Wie die meisten Phelsumen erreicht auch der Streifen-Taggecko eine Körperlänge von etwa 10,0 Zentimeter, selten bis knapp über 12,0 Zentimeter. Die Grundfarbe der meisten Phelsumen ist grün, viele haben bunte Muster. Der Streifen-Taggecko hat rötliche Flecken auf dem grünen Rücken und einen weißen Bauch. Zwischen dem weißlichen Bauch und dem grünlichen Rücken zieht sich ein schwarzer Streifen vom Ohr bis zu den Hinterbeinen. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bis etwa 6,0 Zentimeter, die Gesamtlänge bis 12,0 Zentimeter. Alle Taggeckos verfügen über Haftpolster, mit denen sie sogar an Scheiben hinaufklettern können. Die Pupillen sind rund und schwarz.

Sinne

Streifen-Taggecko - Weibchen
vergrößern
Streifen-Taggecko - Weibchen

Aufgrund der nacht- und dämmerungsaktiven Lebensweise ist der Sehsinn hervorragend ausgeprägt. Die Augen sind meist sehr groß und sind stark gewölbt. Die nachtaktiven Arten, dies sind im übrigen rund 3 Viertel aller Arten, weisen senkrecht gestellte Pupillen auf, die zu einem schmalen Schlitz verengt werden können. Die tagaktiven Arten haben runde Pupillen. Bei zahlreichen Arten sind die Ränder der Pupillen in der Mitte leicht ausgeklappt, wieder andere hat jeder Rand der Pupillen 4 kleine Ausbuchtungen. Die Ausbuchtungen liegen einander gegenüber, so dass die Pupille wie ein ausgefranster Spalt aussieht. Wenn die Pupille vollständig zusammengezogen ist, fällt das Licht nur noch durch die kleinen Ausbuchtungen ins Auge ein. Dies geschieht am Tage, vor allem bei grellem Licht. Die Augen sind so geschützt und die Tiere können auch bei sehr hellem Licht noch gut sehen ohne geblendet zu werden. Neben der Pupille weist auch die Netzhaut einige Besonderheiten auf. Diese Besonderheiten stehen insbesondere mit dem Nachtsichtvermögen in Verbindung. Das Auge selbst wird von einem glasklaren durchsichtigen unterem Augenlid bedeckt. Es ist fest mit dem oberen verwachsen. Diese Form der Lider zeigt sich bei fast allen Arten, nur bei wenigen sind die Lider normal beweglich gebaut. Neben dem Sehsinn ist bei den meisten Arten auch das Gehör gut entwickelt. In diesem Zusammenhang ist auch die einzigartige Stimmbegabung zu erwähnen. Geckos zeichnen sich durch quakende, zirpende oder klopfende Laute aus. Die Lautäußerungen dienen der Kommunikation untereinander, der Revierabgrenzung und während der Paarungszeit auch der Kontaktaufnahme der Geschlechter und als Balzinstrument.

Klettereigenschaften

Ursprünglich glaubte man, dass Geckos sich mit saugnapfartigen Zehen und Fingern an glatten, senkrechten Flächen oder unterhalb horizontaler Flächen festhalten. Dem ist jedoch nicht so. Die Unterseite der Blattscheiben der Finger und Zehen weist zahlreiche senkrecht gestellte Hautlamellen auf. Diese stehen extrem dicht beieinander und stehen in durchgehenden, unterbrochenen Querreihen oder aber fächerförmig zueinander. Die eigentliche Haftung geht vom Aufbau der Hautlamellen aus. Diese bestehen aus extrem vielen und winzigen Zellen, die jeweils einen hakenförmigen Fortsatz aufweisen. Aufgrund dieser mikroskopisch kleinen Häkchen ist selbst eine senkrechte Glasfläche noch rau genug, um sich daran festzuhalten. Um einen Fuß von der Unterlage zu lösen, werden die Finger oder Zehen von der Spitze her nach oben weggekrümmt. Die Haftlamellen stellen daher das kennzeichnende Merkmal fast aller Geckoarten dar.
Nominatform Phelsuma lineata lineata
vergrößern
Nominatform Phelsuma lineata lineata
Die meisten Arten verfügen über keine Krallen. Diese wurde durch die Entwicklung der Haftlammellen mehr oder weniger überflüssig. Nur wenige Arten weisen keine Haftlamellen auf und bewohnen daher den Waldboden.

Lebensweise

Der Streifen-Taggecko ist ein tagaktiver Baumbewohner, der in Büschen und Bäumen auf Jagd nach Fliegen und Spinnen geht. Die Tiere lecken aber auch Necktar aus Blüten. Am frühen Morgen suchen sie sich einen sonnenbestrahlten Platz, dort kommen sie zuerst mal auf "Betriebstemperatur" (wechselwarme Tiere), anschließend gehen sie auf Nahrungssuche. Gegen Abend wird noch einmal ein warmes Plätzchen aufgesucht und eine Verdauungspause gehalten. Der Streifen-Taggecko trinkt nur fließendes Wasser wie zum Beispiel perlender Tau oder Regentropfen.

Unterarten

  • Phelsuma lineata lineata - Gray, 1842
  • Phelsuma lineata bifasciata - Boettger, 1913
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Mertens, 1964
  • Phelsuma lineata chloroscelis - Mertens, 1962
  • Phelsuma lineata dorsivittata - Mertens, 1964
  • Phelsuma lineata elanthana - Krüger, 1996
  • Phelsuma lineata punctulata - Mertens, 1970

Verbreitung

Streifen-Taggecko
vergrößern
Streifen-Taggecko

Alle Phelsumen leben entweder auf Madagaskar oder den umliegenden Inselgruppen wie Seychellen oder Komoren. Der Streifen-Taggecko lebt in den Regen- und Sekundärwäldern Ostmadagaskars, aber auch als Kulturfolger in der Nähe von menschlichen Siedlungen und auf Plantagen.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern der Geckos zählen vor allem Schlangen (Serpentes), Greifvögel (Falconiformes) und räuberisch lebende Säugetiere (Mammalia) wie kleinere Katzen (Felidae) und ähnliche Räuber. Geckos haben einem Angreifer kaum etwas entgegenzusetzen. Neben der Färbung bzw. kryptischen Tracht und der Flucht stellt das Abwerfen loser Hautschuppen oder des Schwanzes die einzige wirkungsvolle Verteidigungsmethode dar. Der Schwanz wird abgeworfen, um so einen Angreifer zu verwirren. Er wächst wieder nach, wenn auch nicht in voller Pracht.

Ernährung

Geckos ernähren sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) und deren Larven sowie von Spinnentieren (Arachnida), Würmern (Oligochaeta), Maden und kleineren Gliederfüßern (Arthropoda). Zu den bevorzugten Insekten gehören beispielsweise Fliegen (Brachycera), Moskitos, Heimchen (Acheta domesticus), Grillen (Gryllidae) und Schaben (Blattodea). Im Grunde wird alles gefressen, was überwältigt werden kann. Hier und da nehmen Geckos auch pflanzliche Nahrung zu sich. Auf Nahrungssuche geht diese Art, wie der Name auch schon andeutet, am Tage.

Fortpflanzung

Streifen-Taggecko
vergrößern
Streifen-Taggecko

Geckos sind vorzüglich in der Lebensweise an ihren Lebensraum angepasst. Dies ist in zahlreichen Details auch bei der Fortpflanzung zu erkennen. Das Gelege weist 1 bis 3 (2) Eier auf. Es kann in einer Saison zu mehreren Gelegen kommen. In der Regel sind dies durchschnittlich 2 bis 3 Gelege. Die Eier sind bei der Ablage relativ weichhäutig und mit einer klebrigen Substanz umgeben. Die Ablage kann im Grunde überall erfolgen. Dies können Felsspalten, Mauerritzen, lose Rinde, Blätter, Stängel oder auch Äste sein. An der Stelle, wo ein Weibchen ein Ei ablegt, bleibt es haften. Bereits kurz nach der Eiablage beginnen die Eier auszuhärten. Die Eischale erscheint ausgesprochen widerstandsfähig zu sein.

Terrarienhaltung

Klima

Die Luftfeuchtigkeit sollte um 60 bis 70 Prozent am Tage und bis 95 Prozent in der Nacht betragen. Es sollte jeden Abend gesprüht werden. Die Temperaturen sollten am Tage bei 24 bis 28 Grad Celsius, lokal bis 32 Grad Celsius, in der Nacht bei um 20 Grad Celsius liegen.

Terrarium

Die Maße sollten für zwei Tiere mindestens 50x30x60 Zentimeter betragen. Die Einrichtung sollte aus vielen Verstecken durch Pflanzen oder Kunstpflanzen, einem Wasserbecken zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und aus vielen Klettermöglichkeiten bestehen. Der Bodengrund kann aus Erde oder Sand, aber auch aus Kies bestehen. Es müssen ein Sonnenbadeplatz und ein UV-Strahler vorhanden sein. Als Paar oder mit mehreren Weibchen möglich.

Gefährdung und Schutz

Durch Einfangen zu Terraristikzwecken inzwischen bedroht. Wird aber seit einigen Jahren nachgezüchtet. Sollten Streifen-Taggeckos in einer Zoohandlung angetroffen werden, wird es sich wahrscheinlich um Nachzuchten handeln, denn der Handel mit Wildtieren der meisten Phelsuma-Arten ist entweder verboten oder nur unter notwendigen Bedinungen genehmigt. Fast alle Phelsuma-Arten stehen unter dem Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens und Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung. Auch Nachzuchten sind daher meldepflichtig. Die Abholzung der Wälder stellt für Phelsumen als Kulturfolger kein großes Problem da.

Weitere Synonyme

Streifen-Taggeckos
vergrößern
Streifen-Taggeckos
  • Phelsuma lineata lineata - Gray, 1842
  • Phelsuma lineatum - Gray, 1842
  • Phelsuma lineatum - Boulenger, 1885
  • Phelsumia lineata var. bifasciata - Boettger, 1913
  • Phelsuma lineata chloroscelis - Mertens, 1962
  • Phelsuma lineata lineata - Mertens, 1962
  • Phelsuma lineata bifasciata - Mertens, 1964
  • Phelsuma lineata chloroscelis - Wermuth, 1965
  • Phelsuma lineata gloriskelis - Oostveen, 1980 (in error)
  • Phelsuma minuthi - Börner, 1980 (fide Raxworthy & Nussbaum, 1994)
  • Phelsuma lineata lineata - Glaw & Vences, 1994
  • Phelsuma lineata lineata - Berghof, 2005
  • Phelsuma lineata lineata - Anders, 2008
  • Phelsuma lineata lineata - Hallmann, et al., 2008
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Mertens, 1964
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Mertens, 1964
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Glaw & Vences, 1994
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Berghof, 2005
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Anders, 2008
  • Phelsuma lineata bombetokensis - Hallmann et al., 2008
  • Phelsuma lineata elanthana - Krüger, 1996
  • Phelsuma lineata elanthana - Krüger, 1996
  • Phelsuma lineata - Berghof, 2005
  • Phelsuma lineata elanthana - Anders, 2008
  • Phelsuma lineata elanthana - Hallmann et al., 2008
  • Phelsuma lineata punctulata - Mertens, 1970
  • Phelsuma lineata punctulata - Mertens, 1970
  • Phelsuma lineata punctulata - Glaw & Vences, 1994
  • Phelsuma lineata punctulata - Berghof, 2005
  • Phelsuma lineata punctulata - Anders, 2008
  • Phelsuma lineata punctulata - Hallmann et al., 2008

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Geckos (Gekkonidae)

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge