Steppenzebra

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Steppenzebra

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Equus
Art: Steppenzebra
Wissenschaftlicher Name
Equus quagga
Boddaert, 1785

IUCN-Status
Least Concern (LC)]

Das Steppenzebra (Equus quagga), auch unter den Synonymen Equus burchelli (orth. error) und Equus burchellii sowie unter der Bezeichnung Pferdezebra bekannt, zählt innerhalb der Familie der Pferde (Equidae) zur Gattung Equus. Im Englischen wird das Steppenzebra plains zebra, painted zebra oder common zebra genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Steppenzebra hat ein Stockmaß von bis zu 140 cm, eine Körperlänge von 230 cm sowie ein Gewicht von bis zu 250 Kg. Die Grundfarbe reicht von weiß bis hellbraun mit zum Teil einem rötlichen Stich. Die Streifung ist überwiegend schwarz bis dunkelbraun. Die Streifung dient innerhalb einer Herde der Tarnung. Die Mähne, die vom Scheitel bis zur Schulter reicht, weist eine schwarz-weiße Färbung auf. Die Beine sind im Gegensatz zum Grevy-Zebra recht kurz. Auch die Ohren sind relativ klein.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN leben die Steppenzebras in fast allen Lebensräumen Afrikas. Man trifft sie sogar im Mount Kenya in einer Höhe bis zu 4.300 Metern an. Jedoch halten sich die Steppenzebras nicht in den Regenwäldern, in Wüsten und in Hartlaubvegetationen auf. Steppenzebras sind selektive Grasfresser, bevorzugt werden die Lampenputzergräser (Pennisetum) gefressen, die vor allem in der Serengenti wachsen. In einigen Bereichen korrelieren die Bewegungen direkt mit der Verfügbarkeit von Wasser. Die Subpopulationen wandern während der Regenzeit von November bis Mai. Zu Beginn der Trockenzeit im Juni wandern sie in die westlichen und nördlichen Teile des Seregenti-Nationalparks und in die angrenzenden Gebiete sowie in das Naturschutzgebiet Masai Mara in Kenia. Als sehr soziale Tiere leben sie in kleinen Familienverbänden, die von einem Leithengst angeführt werden. In der Gruppe leben zum Teil mehrere Weibchen sowie deren Nachwuchs. Madenhacker sitzen oft auf dem Rücken der Steppenzebras und picken ihnen das Ungeziefer aus dem Fell. Die Hauptfeinde der Zebras sind Großkatzen wie der Löwe. In Herden sind sie allerdings sehr wehrhaft und schützen insbesondere ihren Nachwuchs. Auch wenn Steppenzebras heute noch nicht akut vom Aussterben bedroht sind, so haben die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Jagd auf diese Tiere zur Dezimierung beigetragen.

Steppenzebras in Mapungubwe
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Steppenzebras in Mapungubwe

Unterarten

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist das Steppenzebra in folgenden Ländern nativ verbreitet: Botswana, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Vereinigte Republik Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe. Möglicherweise ist das Steppenzebra in Angola ausgestorben und regional ist das Steppenzebra in Burundi und Lesotho ausgestorben. Steppenzebras leben überwiegend in den weiten Steppen Süd-, Südwest- und Ostafrikas. Einige Unterarten leben aber auch in mehr oder weniger stark bewaldeten Habitaten.

Steppenzebras in Mapungubwe
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Steppenzebras in Mapungubwe

Die Steppenzebras sind lokal häufig in ihrem besamten Verbreitungsgebiet sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Schutzgebiete, vor allem in Kenia und Tansania, anzutreffen. Die Gesamtzahlen wurden auf rund 660.000 Tiere im Jahr 2002 geschätzt. In Tansania wurde jedoch ein Populations-Rückgang von etwa 20 Prozent in den späten 1990er Jahren bis Mitte der 2000er Jahren beobachtet. Die Nominatform Quagga (Equus quagga quagga) ist seit dem Ende des 19. Jahrhundert, etwa 1883, ausgestorben.

Ernährung

Die Tiere leben ausschließlich von Gras. Ist nicht genügend Nahrung vorhanden, so unternehmen sie ausgiebige Wanderungen. Außerdem sind sie in ihren Lebensräumen auf Wassernähe angewiesen. Zu Dürrezeiten versuchen sie mit ihren Hufen Wasserlöcher zu graben.

Fortpflanzung

Weibliche Zebras erreichen die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Männliche Tiere brauchen etwa ein bis zwei Jahre länger. Steppenzebras sind das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig. Nach einer Tragezeit von gut 12 Monaten bringt das Weibchen in liegender Position in der Regel ein Jungtier zur Welt. Bereits kurz nach der Geburt kann das Fohlen der Mutter folgen. Das Fohlen weist bei der Geburt ein Gewicht von etwa 30 Kg auf. Selbständige Jungtiere verlassen grundsätzlich den Familienverband und schliessen sich anderen Gruppen an. Steppenzebras können ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört das Steppenzebra heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Das Steppenzebra ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt das Steppenzebra selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird das Steppenzebra als least concern (nicht gefährdet) geführt. Zur Zeit bestehen keine größeren Gefahren für die Gesamtpopulation. Jedoch werden in einigen Bereich aufgrund von Lebensraumverlust und Bejagung lokalisierte Rückgänge beobachtet. Der Verlust von Lebensraum scheint in der südlichen Hälfte ihres Bereiches zu liegen, während die Wilderei mehr in der nördlichen Hälfte besteht.
Teilstudie vom Kopf
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Teilstudie vom Kopf
Dennoch sind die Steppenzebras ziemlich belastbar. Allerdings ist das Quagga Ende des 19. Jahrhunderts durch Bejagung und Konkurrenz mit den Viehherden ausgestorben. Das Steppenzebra lebt in zahlreichen Schutzgebieten, einschließlich Serengeti Nationalpark (Tansania), Tsavo und Masaai Mara (Kenia), Hwange National Park (Simbabwe), Etosha National Park (Namibia), und Kruger National Park (Südafrika). Um die Art vor dem Aussterben zu bewahren, sind folgende Schutzmaßnahmen unbedingt notwendig: Verbesserung der Reichweite und häufige Überwachung, Verbesserung der Risikobewertung, Quantifizierung und Steuerung der genetischen Vielfalt sowohl global als auch lokal und das Verständnis für diese Art "Grundlagen der Biologie".

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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