Steinhummel

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Steinhummel

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Echte Bienen (Apidae)
Unterfamilie: Apinae
Gattung: Hummeln (Bombus)
Art: Steinhummel
Wissenschaftlicher Name
Bombus lapidarius
Linnaeus, 1758

Die Steinhummel (Bombus lapidarius) zählt innerhalb der Überfamilie der Bienen (Apoidea) und gehört zur Gattung der Hummeln (Bombus). Sie wurde im Jahre 2005 zum Insekt des Jahres gewählt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Königin der Steinhummel erreicht eine Körperlänge von gut zwanzig bis zweiundzwanzig Millimeter, die Arbeiterinnen etwa zwölf bis sechszehn Millimeter und die Drohne rund fünfzehn Millimeter. Auch die Flügelspannweite variiert je nach Kastenzugehörigkeit stark. Eine Königin erreicht eine Flügelspannweite von rund 37 bis 40 Millimeter, die Arbeiterinnen und die Drohnen etwa 25 bis 30 Millimeter. Der Saugrüssel erreicht je nach Kaste eine Länge von acht bis zehn Millimeter. Der Kopf und der Thorax sind überwiegend schwärzlich gefärbt. Der Pelz, der den gesamten Körper umgibt, weist eine gelbliche Färbung auf. Der Abdomen weist im ersten Drittel eine schwarze Färbung auf, die beiden hinteren Drittel sind rot grfärbt.

Lebensweise

Anders als solitär lebende Bienen und Hummeln bildet die Steinhummel ein kleines Volk aus. Ein Volk besteht aus einer Königin, vielen Arbeiterinnen und Drohnen. Die Drohnen und die Jungköniginnen werden erst gegen Ende der Saison ausgebildet. Insgesamt kann ein Volk zwischen 100 und 300 Tiere umfassen. Die Steinhummel fliegt in einer Generation im Jahr. Die Flugzeit erstreckt sich dabei insbesondere in Mitteleuropa zwischen März und Oktober. Das befruchtete Weibchen geht im Herbst in die Überwinterung. Dazu sucht sie meist Erdlöcher auf.

Verbreitung

Die Steinhummel ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verbreitet. Darüber hinaus ist sie stellenweise in Nordafrika und im Vorderen Orient verbreitet. Man findet sie häufig auf Magerwiesen, an Wegrändern sowie in Parks und Gärten. Die Steinhummel gilt zudem als Kulturfolgerin und ist in der Regel in der Nähe des Menschen anzutreffen. In Hochlagen ist sie in Mittelgebirgen bis in Höhen von rund 1.500 Metern beheimatet.

Ernährung

Steinhummeln ernähren sich rein vegetarisch. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind Pflanzensäfte, insbesondere der Pollen und der Nektar von Blüten. Die Eiweißversorgung wird durch den Verzehr von Pollen sichergestellt. Zu den bevorzugten Pflanzen gehören insbesondere die Vogel-Wicke (Vicia cracca), die Weiße Taubnessel (Lamium album), der Wiesen-Klee (Trifolium pratense) und der Kriechende Günsel (Ajuga reptans). Aber auch andere blütentragende Pflanzen werden gerne angeflogen.

Fortpflanzung

Nachdem die Jungkönigin der Steinhummel den Winter überstanden hat, beginnt sie zunächst mit der Nahrungsaufnahme, um wieder zu Kräften zu kommen. Dann macht sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Die Steinhummel kann ihr Nest sowohl unterirdisch unter Steinen anlegen als auch oberirdisch an geschützter Stelle zwischen Felsen, im Mauerwerk oder an ähnlichen Plätzen. In solchen Nestern ist die Konigin im Winter auch vor Kälte geschüttzt. Das eigentliche Nest weist einen Durchmesser von bis zu acht Zentimeter auf und wird im innern mit Wachs ausgekleidet.

Im Nest legt sie Vorräte in sogenannten Tönnchen an und baut kleine Nistnischen. Die Tönnchen formt die Königin aus einer wachsartigen Substanz. Hier legt sie ihre ersten Eier. Nach wenigen Tagen schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen, die der Königin fortan beim Nestbau und der Nahrungssuche unterstützen. Bis zum Ende der Saison, die meist im Oktober endet, ist ein Hummelvolk auf 100 bis 300, selten auch bis auf 400 oder 500 Individuen angewachsen. Meist im September schlüfen aus den Eiern neue Königinnen und Drohnen. Die Entwicklungsdauer von Arbeiterinnen kann bis zu 20 Tagen dauern, die der Drohnen bis 24 Tage und eine neue Königin schlüpft nach etwa 27 Tagen. Die neuen Königinnen werden von den Drohnen begattet. Bis auf die neuen Königinnen, die in die Winterruhe gehen, stirbt das gesamte Hummelvolk.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Furchenbienen: Lasioglossum pauxillum
  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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