St.Martin-Kugelfingergecko

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St.Martin-Kugelfingergecko

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Sphaerodactylidae
Gattung: Kugelfingergeckos (Sphaerodactylus)
Art: St.Martin-Kugelfingergecko
Wissenschaftlicher Name
Sphaerodactylus sputator
Sparrman, 1784

Der St.Martin-Kugelfingergecko (Sphaerodactylus sputator), auch unter den Synonymen Lacerta sputator, Sphaeriodactylus sputator und Sphaerodactylus pictus bekannt, zählt innerhalb der Familie Sphaerodactylidae zur Gattung der Kugelfingergeckos (Sphaerodactylus). Im Englischen wird der St.Martin-Kugelfingergecko island least gecko oder least island gecko genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 35,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 39,0 Millimeter erreichen kann. Der Rücken ist gekielt, leicht beschuppt und weist 31 bis 39 Schuppen auf. Der Bauch ist mit 27 bis 34 glatten Rundschuppen besetzt. Im Bereich der Rückenmitte zeigen sich gekörnte Schuppen. Dorsal zum Schwanz hin zeigen sich ebenfalls Rundschuppen. An der Schnauze befinden sich schwach nebeneinanderstehende Schuppen. Ferner zeigen sich 2 postnasale und 1 bis 2 internasale Schuppen. Von der Oberlippe bis zum mittleren Augenbereich sind 3 bis 4 Schuppen angeordnet. Die Kehle ist glatt beschuppt. Die Körpermitte weist insgesamt 49 bis 62 Schuppen auf. Das Wappenschild (Escutcheon) in der Präanalregion setzt sich aus 3-6 x 26-30 Schuppen zusammen. Es handel sich um eine Reihe von glänzenden Schuppen, die im Pränalbereich dreiecksförmig angeordnet sind und bis auf die Unterseite der Oberschenkel verbreitet sind. Die Schuppen sind nur beim Männchen vorhanden und sind in einem Alter von 6 Monaten erkennbar. Eine sexuale Zweifarbigkeit fehlt. Die dorsale Grundfarbe kann blass bräunlich, sandfarben bis gelblichbraun, violett-bräunlich oder blass-rosa sein. Ferner zeigen sich 5 bis 8 braunrandige, matt weiße, cremefarbene oder gelbbraune Querbinden zwischen Kopf und Unterleib. Diese Querbinden erstrecken sich kontinuierlich bis zum Schwanz hin, jedoch sind sie aufgrund der dunkleren Färbung kaum zu erkennen. Einige Individuen weisen einen leichten Grünstich auf. Im Bereich des Augenwinkel zeigt sich eine gelbe Linie. Der Hals weist ein blasses Gelb auf. Die Grundfarbe des Bauches kann perlmuttfarben, cremig-weiß oder blassrosa sein. Der Schwanz ist hellgelb oder orangefarben. Die Iris variiert je nach Verbreitungsgebiet (St. Martin, St. Barthélémy, Anguilla, St. Eustatius) zwischen bronzefarben, goldfarben und gold-orangefarben.

Lebensweise

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St.Martin-Kugelfingergecko

Der St.Martin-Kugelfingergecko kommt typischerweise in Laubstreu bewaldeter Gegenden der Insel vor. Er hält sich unter oder zwischen Steinen auf, die auf dem Waldboden liegen. Jedoch ist der St.Martin-Kugelfingergecko häufiger unter Holz und unter leichteren Steinen zu finden, wo zersetztes Laub und reichlich wirbellose Tiere vorhanden sind. Schwere Steine, die im Boden liegen, scheinen nicht beliebt zu sein. Der St.Martin-Kugelfingergecko ist auch rund um menschliche Besiedlungen zu finden, wo er sich in der Regel unter Brettern oder Steinen in schattigen Bereichen aufhält. Die kleinen Eier, die einen halben Zentimeter oder weniger in der Länge aufweisen, befinden sich meist auch unter Steinen dieser Bereiche.

Verbreitung

Der St.Martin-Kugelfingergecko ist auf folgenden Inseln verbreitet: Antillen, Statia, Hund, St. Barts, St. Kitts, Nevis, Haiti (Departm. de l'Artibonite), Sombrero Island, Anguilla, St. Martin, St. Barthelemy, Ile Fourchue, St. Eustatius und St. Christopher. Seine natürlichen Lebensräume sind trockene bis halbtrockene, offene Landschaften.

Ernährung

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St.Martin-Kugelfingergecko

Der St.Martin-Kugelfingergecko ernährt sich hauptsächlich von Insekten aller Art wie Heuschrecken, Ameisen, Würmer, Maden und Larven sowie Termiten und deren Larven. Ab und an nimmt der St.Martin-Kugelfingergecko auch pflanzliche Nahrung zu sich. Weibchen stellen kurz vor der Eiablage die Nahrungsaufnahme vorübergehend ein.

Fortpflanzung

Der St.Martin-Kugelfingergecko erreicht die Geschlechtsreife in einem Alter von 1 Jahr. Nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen alle drei Wochen nur ein Ei. Bis zu acht Eier können in einer einzigen Brutsaison gelegt werden. Die Eier werden in einem Substrat wie Laubstreu vergraben. Im Substrat beträgt Temperatur während der Inkubation etwa 28 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent. Der Schlupf der Jungen erfolgt nach etwa 70 bis 80 Tagen. Die Jungen weisen eine Körperlänge von etwa 3,2 Zentimeter auf. Die Farbe der Jungen ist in den ersten Tage gleichmäßig braun, nach etwa drei bis vier Wochen ähneln die Jungen in der Färbung eher dem Weibchen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Geckos (Gekkonidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
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